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Bitcoin Halving erklärt: Wie reagiert der BTC Kurs auf die Halbierung

Kryptowährungen sind ein sehr volatiles, unreguliertes Investmentprodukt. Kein EU-Investorenschutz.

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Das Bitcoin Halving („Halbierung“) ist ein wichtiges Ereignis für die Blockchain der größten Kryptowährung. Experten prognostizieren alle möglichen Folgen für den Markt, die durch das Halving eintreten sollen: von enormen Kurssprüngen bis zum Mining-Desaster… Warum dieses Ereignis für viele so wichtig ist, erfährst Du in diesem Beitrag.



Was genau ist das Bitcoin Halving?

Das Bitcoin-Netzwerk ist auf die Arbeitsleistung der Miner angewiesen. Die Miner erbringen mit ihrer leistungsstarken Hardware den Arbeitsnachweis, der notwendig ist, damit Transaktionen verifiziert und neue Blöcke der Blockchain hinzugefügt werden.

Ohne diese Leistung könnte das Bitcoin-Netzwerk nicht funktionieren. Da diese Arbeit mit Kosten verbunden ist – etwa die Kosten für die Hardware sowie Stromkosten –, bekommen die Miner eine Belohnung: Den Block Reward. Der Block Reward besteht aus neu generierten BTC. Wann immer ein neuer Block geschürft wird, werden neue Bitcoin generiert, an die Schürfer als Belohnung vergeben und damit in den Umlauf gebracht.

Der Block Reward erfüllt also zwei maßgebliche Funktionen: Belohnung der Schürfer und Erzeugung neuer Bitcoin. Dabei wird immer eine feste Menge an BTC geschaffen. Im Moment sind das noch 12,5 BTC. Satoshi Nakamoto hat die Blockchain so entworfen, dass nach einer gewissen Zeit diese feste Menge halbiert wird. Das ist das Halving: Die Halbierung der neu erzeugten Bitcoin.



Welchen Zweck verfolgt das Bitcoin Halving?

Die Blockchain von Bitcoin ist so programmiert, dass sie maximal 21.000.000 Coins erzeugen wird. Das ist fest in dem Code der Kryptowährung verankert. Nur wurden die ganzen 21 Millionen Coins nicht mit einem Male erzeugt und ausgeteilt. Stattdessen inflationiert die Kryptowährung, bis diese Obergrenze erreicht wird.

Zu Beginn in der Geschichte von Bitcoin war die Blockchain noch sehr inaktiv. In den ersten Monaten gab es gerade mal eine Transaktion oder mehr am Tag. Es dauerte eine Weile, bis die Netzwerkaktivität auf Hunderte bis Tausende Transaktionen anstieg. In dieser Zeit betrug der Block Reward 50 BTC pro neuem Block. In den ersten Jahren wurde bereits ein Großteil der maximalen Bitcoin-Versorgung erzeugt, das Netzwerk war allerdings noch relativ inaktiv im Vergleich zu heute. Momentan liegen wir bei über 18.000.000 BTC, die im Umlauf sind.

Mit der Zeit stieg die Netzwerkaktivität, die Zahl der neu erzeugten Blöcke stieg ebenfalls an. Theoretisch wird alle zehn Minuten ein neuer Block generiert (praktisch sind es mittlerweile etwas weniger als zehn Minuten). Beim gleichen Block Reward würde Bitcoin sehr stark inflationieren.

Damit die gesamte Geldmenge auf eine gesunde Art wachsen konnte, wurde das Halving einprogrammiert. Die Geldmenge wächst also mit der Zeit immer langsamer, während das verfügbare Angebot an BTC stetig steigt. Je mehr BTC es bereits gibt, desto weniger neue Coins werden erzeugt. Das Angebot wird knapper, die Inflation gebremst.

Das Halving ist ein entscheidender Vorteil gegenüber Fiatwährungen. Die können ständig inflationieren, wann immer deren Zentralbanken das beschließen. Es gibt theoretisch keine Obergrenze der Geldmenge beim Euro oder Dollar. Bitcoin hingegen ist transparent, was seine Geldpolitik anbelangt: 21.000.000 BTC bis zum Jahre 2140. Nicht mehr, nicht weniger.



Geschichte der Bitcoin Halvings

Das Halving findet alle 210.000 Blöcke statt, durchschnittlich alle vier Jahre. Bitcoin ging im Januar 2009 online und der Block Reward betrug zunächst 50 BTC. Bis zum nächsten Halving wurden 10.500.000 BTC geschaffen und in Umlauf gebracht.

Das erste Halving fand am 28. November 2012 statt und verringerte den Block Reward auf 25 BTC pro Block. Anschließend wurden 5.250.000 BTC geschaffen, bis zum zweiten Halving am 9. Juli 2016. An diesem Datum verringerte sich der Block Reward auf 12,5 BTC.



Wann findet das nächste Halving statt?

Das nächste und dritte Halving soll im Mai 2020 stattfinden. Es handelt sich dabei um eine Schätzung. Voraussichtlich wird es der 18. Mai 2020 sein. Dann werden 630.000 Blöcke geschürft worden sein und der Block Reward verringert sich auf 6,25 BTC.

Das vierte Halving findet voraussichtlich im Jahre 2024 statt, wenn 740.000 Blöcke erzeugt wurden. Dann verringert sich der Block Reward auf 3,125 BTC. Das Halving wird so lange durchgeführt, bis alle 21.000.000 BTC ausgeschüttet wurden. Nach Schätzungen wird das im Jahre 2140 geschehen sein.



Wie wirkt sich das Halving auf den Bitcoin Preis aus?

Die Auswirkungen des Halvings auf den Bitcoin Kurs – und damit auf den Gesamtmarkt der Kryptowährungen – lassen sich nicht eindeutig vorhersagen. In der Community werden die möglichen Folgen heiß diskutiert. Viele gehen von steigenden Kursen aus und legen sich schon mal einen Vorrat an BTC an, solange der Preis noch verhältnismäßig günstig ist. Dabei lässt sich nicht immer genau bestimmen, ob das Halving wirklich einen direkten Einfluss hat. Es gibt mehrere Szenarien, doch was geschah bei den vorigen Halvings?



Der Bitcoin Kurs nach den Halvings

Nachdem am 28. November 2012 das Halving den Block Reward von 50 BTC auf 25 BTC verringerte, stieg der Preis von Bitcoin zunächst von 11 Dollar auf 12 Dollar. Innerhalb der nächsten Monaten stieg der Preis gehörig an, bis er ein Jahr nach dem Halving bei 1.230 Dollar lag.

Das nächste Halving fand am 9. Juli 2016 statt. Zu diesem Zeitpunkt lag der Bitcoin Preis bei 576 Dollar. Am selben Tag stieg der Preis auf 650 Dollar. Im Laufe des Jahres legte der Preis weiter zu. Das Jahr 2017 war schließlich das Jahr der großen Krypto-Rallyes und der bislang nicht übertroffene Bitcoin-Höchstpreis bei $20.000.



Szenario A: Die Kurse steigen

Daher sollte es nicht verwunderlich erscheinen, dass viele Investoren sich in Hinblick auf das nächste Halving auf steigende Kurse vorbereiten. Noch höhere Bitcoin-Preise innerhalb des Jahres können dabei nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Schließlich war die Akzeptanz und Verbreitung der Kryptowährungen nie höher. Gleichzeitig verknappt sich das Angebot des BTC, während die Nachfrage zumindest konstant bleiben sollte. Das würde unweigerlich zu einer Steigerung des Preises führen. Das Ergebnis könnte ein erneuter Bullrun auf die Kryptowährungen mit neuen Rekorden sein.



Szenario B: Zusammenbruch des Minings

Einige Experten erwarten ein Mining-Desaster. Die Schürfer sind auf den Block Reward für die Rentabilität ihrer Arbeit angewiesen. Kriegen sie weniger Bitcoin, dann lohnt sich ihr Geschäft möglicherweise nicht mehr. Alles hängt davon ab, wie sich nach dem Halving der Preis entwickelt. Bleibt er gleich, dann wird es für das Netzwerk gefährlich. Denn mit der Zeit sinkt nicht nur die Menge des Block Rewards, es stiegen auch die Kosten des Minings.

Je aktiver das Bitcoin-Netzwerk ist, desto schwieriger ist es für die Miner, den Arbeitsnachweis (Proof-of-Work) zu erbringen und damit den nächsten Block zu schürfen. Das dient dem Schutz des Netzwerkes, hat jedoch den schwerwiegenden Nebeneffekt, dass immer leistungsstärkere Hardware für das Mining notwendig ist.

Auch die Stromkosten steigen dementsprechend. Sollte wider Erwarten der Preis nach dem Halving nicht steigen, dann bekommen die Miner weniger für ihre Arbeit. Das könnte dazu führen, dass viele von ihnen streiken und ihre Mining-Hardware vom Netz nehmen.



Szenario C: Nichts passiert

Die Geschichte der Kryptowährungen ist noch zu jung, um exakte Vorhersagen zu treffen. Die Preisanstiege der Vergangenheit könnten lediglich mit den Halvings koinzidieren und nicht ihre Folge sein. Vielleicht verhält sich der Preis von Bitcoin dieses Jahr nach dem Halving wesentlich ruhiger, als alle erwarten. Feststeht: Es ist immer ein spannendes Ereignis, das uns noch lange beschäftigen wird.

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