SEC vs. Ripple: Gibt es neue Erkentnisse?
- Richterin Analisa Torres urteilte am 13. Juli 2023, dass XRP nicht an sich als Wertpapier gilt, wobei direkte Verkäufe an institutionelle Investoren als Wertpapiertransaktionen klassifiziert wurden und Verkäufe über sekundäre Plattformen nicht.
- Die SEC reagierte auf das Urteil, indem sie einen Zwischenberufungsantrag einreichte, der am 3. Oktober 2023 von Richterin Torres abgelehnt wurde, und zog später ihre Klagen gegen die Ripple-Führungskräfte zurück, wobei eine zukünftige Berufung in Betracht gezogen wurde.
- Marc Fagel spekuliert, dass die SEC sich in einer möglichen Berufung darauf konzentrieren könnte, ob programmatische XRP-Verkäufe als Wertpapiertransaktionen gelten sollten, wobei das Berufungsgericht wahrscheinlich nicht priorisieren wird, dieses Thema intensiv zu behandeln.
In einem aktuellen Entwicklungsstadium des Rechtsstreits zwischen der Securities and Exchange Commission (SEC) und Ripple Labs, hat SEC-Veteran Marc Fagel mögliche Maßnahmen erläutert, die die SEC in Bezug auf Ripples XRP ergreifen könnte. Dies folgt nach einem bedeutenden Urteil von Richterin Analisa Torres und darauffolgenden rechtlichen Schritten.
Hintergrund des Ripple-Falls
Am 13. Juli 2023 fällte Richterin Analisa Torres ein zusammenfassendes Urteil im Rechtsstreit zwischen der SEC und Ripple. Das Urteil kam zu dem Schluss, dass XRP, das digitale Asset, das mit Ripple verbunden ist, an sich nicht als Wertpapier betrachtet wird. Das Urteil klärte, dass die direkten Verkäufe von XRP an institutionelle Investoren zwar als Wertpapiertransaktionen eingestuft wurden, die Verkäufe von XRP über sekundäre Handelsplattformen jedoch nicht als solche galten.
Nach dieser Entscheidung beabsichtigte die SEC, die Gerichtsentscheidung speziell in Bezug auf Ripples programmatische XRP-Verkäufe auf sekundären Handelsplattformen anzufechten. Am 18. August 2023 reichte die SEC einen Zwischenberufungsantrag ein, der jedoch am 3. Oktober 2023 von Richterin Torres abgelehnt wurde.
Sie erklärte, dass der Berufungsantrag keine beherrschende Rechtsfrage beinhaltete oder erhebliche Gründe für eine Meinungsverschiedenheit darlegte. Die SEC zog ihre Klagen gegen die Ripple-Führungskräfte Brad Garlinghouse und Chris Larsen zurück, was auf einen strategischen Zug hindeutete, um einen langwierigen Prozess zu vermeiden, während sie sich darauf vorbereitete, Aspekte des Urteils des Gerichts in der Berufung herauszufordern.
Mögliche zukünftige Entwicklungen
Im August 2024 wurde Ripple mit einer zivilrechtlichen Strafe in Höhe von 125 Millionen Dollar belegt und eine einstweilige Verfügung erlassen, die den fast vierjährigen SEC-Fall abschloss. Trotzdem gibt es Spekulationen über eine mögliche Berufung, insbesondere nachdem Ripple am 4. September die Anfrage gestellt hatte, 111 % des monetären Urteils zu hinterlegen, um einen Aufenthalt zu sichern.
Marc Fagel, ehemaliger regionaler Direktor der SEC, hat Einsichten darüber bereitgestellt, was bevorstehen könnte. Laut Fagel könnte die SEC, falls sie sich für eine Berufung entscheidet, wahrscheinlich darauf abzielen, ob die programmatischen Verkäufe von XRP als Wertpapiertransaktionen klassifiziert werden sollten.
Er schlägt vor, dass das Berufungsgericht diese Frage klären könnte, ohne über die breitere Frage des allgemeinen Sicherheitsstatus von XRP zu entscheiden. Fagel erklärte, dass das Thema der programmatischen Verkäufe oft als Randbemerkung in der Meinung des Bezirksgerichts diskutiert wird.
Er merkte an, dass die SEC versuchen könnte, das Berufungsgericht dazu zu bringen, diesen Aspekt zu behandeln, angesichts der historischen Tendenz der SEC, mehrdeutige oder periphere Probleme anzufechten. Fagel glaubt jedoch, dass das Second Circuit dieses Thema wahrscheinlich nicht priorisieren wird und dass es den breiteren rechtlichen Rahmen nicht wesentlich beeinflussen dürfte.
Die weiteren Schritte der SEC hinsichtlich der Herausforderung des Falls von Ripple bleiben ungewiss. Obwohl die Ablehnung der Zwischenberufung und der Rückzug der Klagen gegen Ripples Führungskräfte auf eine strategische Veränderung hindeuten, bleibt die Möglichkeit weiterer rechtlicher Schritte, insbesondere in Bezug auf die Einstufung von Ripples programmatischen XRP-Verkäufen.