Bitcoin-Hashrate erreicht 988 EH/s trotz schwacher Mining-Margen
Bitcoins Netzwerk-Hashrate steht am 20. Juli 2026 bei 988 Exahash pro Sekunde. Auf Basis von Block 958.934 weist CoinWarz über 90 Tage ein Plus von 12,45 Prozent und über sieben Tage ein Plus von 8,09 Prozent aus. Das Wachstum fällt in eine Phase, in der viele Miner mit niedrigen Erträgen und negativen Margen kämpfen, während Kapital zunehmend in Richtung KI-Infrastruktur fließt.
- Hashrate: 988 EH/s, plus 12,45 Prozent über 90 Tage und plus 8,09 Prozent über sieben Tage laut CoinWarz.
- Difficulty: aktuell 127,17 Billionen; für den 26. Juli wird eine Senkung um rund 15,5 Prozent auf etwa 107,43 Billionen erwartet.
- Kapitalverschiebung: Über 70 Milliarden US-Dollar an angekündigten KI- und HPC-Infrastrukturverträgen im Sektor, laut CoinShares.
Wachstum trotz roter Zahlen
Bitcoin notiert bei rund 57.000 Euro und damit deutlich unter dem Rekordhoch vom Oktober 2025, während der Hashpreis seit Monaten in der Nähe historischer Tiefstände verharrt. Dass die Netzwerk-Hashrate unter diesen Bedingungen dennoch wächst, lässt sich mit effizienterer ASIC-Hardware, günstiger Energie an wenigen Standorten und einem Kapitalmarkt erklären, der Wachstum auch ohne laufende Rentabilität finanzieren kann.
Ganz linear verläuft diese Entwicklung nicht: Das erste Quartal 2026 brachte laut einem CoinDesk-Rückblick den ersten Hashrate-Rückgang seit 2020 und beendete damit eine fünfjährige Serie zweistelligen Wachstums. Die für den 26. Juli erwartete Difficulty-Senkung um rund 15,5 Prozent deutet darauf hin, dass ein Teil der zuletzt hinzugekommenen Kapazität bereits wieder vom Netz gegangen ist.
Kapitalmarkt statt Mining-Ertrag als Treiber
Ein wesentlicher Teil des Wachstums wird nicht aus laufenden Erträgen finanziert, sondern über Wandelanleihen, besicherte Kredite auf Bitcoin-Bestände und Kapitalerhöhungen. Nach CoinShares-Angaben summieren sich die im Sektor angekündigten KI- und HPC-Verträge auf über 70 Milliarden US-Dollar. US-börsennotierte Miner stellten laut demselben CoinDesk-Rückblick bereits mehr als 40 Prozent der globalen Hashrate.
Die Entwicklung zeigt, dass Betreiber ihre Infrastruktur und ihr Kapital nicht ausschließlich für das Bitcoin-Mining einsetzen. Höhere erwartete Renditen aus KI- und HPC-Infrastruktur können den Fokus von Mining-Unternehmen und Rechenzentrumsbetreibern verschieben, während die kurzfristige Wirtschaftlichkeit des Minings unter Druck steht.
Was das für die Netzwerksicherheit bedeutet
Nach der Hashrate-Kartierung von Hashrate Index entfallen rund 37,4 Prozent der weltweiten Hashrate auf die USA, gefolgt von Russland mit 16,9 Prozent und China mit geschätzten 12 Prozent trotz des offiziellen Verbots seit 2021. Die geografische Konzentration der Rechenleistung auf wenige Länder bleibt damit ein relevanter Aspekt für die Einordnung der langfristigen Dezentralisierung des Netzwerks.
Gleichzeitig reagiert das Bitcoin-Protokoll auf Veränderungen der verfügbaren Rechenleistung über die Difficulty. Sinkt die Hashrate und werden Blöcke langsamer gefunden, kann eine niedrigere Schwierigkeit die Bedingungen für verbleibende Miner verändern.
Nächster Fixpunkt: Die Difficulty-Anpassung am 26. Juli
Die für den 26. Juli erwartete Anpassung von minus rund 15,5 Prozent auf etwa 107,43 Billionen dürfte zeigen, wie viel der zuletzt hinzugekommenen Kapazität bereits wieder abgeschaltet wurde. Damit bleibt sie ein wichtiger Indikator dafür, ob sich das Wachstumsmuster aus Zubau und anschließenden Abschaltungen im Jahr 2026 fortsetzt.