Nach Krypto-Betrug: FCA plant Rückgabe eingezogener Gelder
Ein britisches Gericht hat nach einem Krypto-Investmentbetrug Einziehungsanordnungen über 851.402,27 Pfund gegen zwei verurteilte Männer erlassen. Mindestens 65 Anleger verloren insgesamt 1.541.799 Pfund – die FCA plant zwar, eingezogene Gelder zurückzugeben, doch angeordnet ist bislang nur eine Zahlung und keine bereits erfolgte Erstattung.
Gericht ordnet Einziehung von 851.402,27 Pfund an
Die Anordnungen ergingen nach einer Anhörung am Montag, dem 28. September, vor dem Southwark Crown Court. Raymondip Bedi muss 603.404,28 Pfund zahlen, Patrick Mavanga 247.997,99 Pfund. Zusammen liegt der gerichtlich angeordnete Betrag damit deutlich unter den von Anlegern gemeldeten Verlusten.

Die britische Finanzaufsichtsbehörde FCA hat die Betroffenen nach eigenen Angaben identifiziert und kontaktiert. Sie will die Gelder, die im Einziehungsverfahren tatsächlich wiedererlangt werden, an die Opfer zurückgeben. Wie viel am Ende ausgezahlt werden kann, hängt deshalb nicht allein von der Höhe der Anordnungen ab, sondern auch davon, ob und in welchem Umfang die beiden Männer zahlen.
Die FCA teilte mit, dass Bedi und Mavanga drei Monate Zeit haben, die angeordneten Beträge zu begleichen. Die Entscheidung folgt auf die Hafturteile vom Juli 2025: Bedi erhielt fünf Jahre und vier Monate Freiheitsstrafe, Mavanga sechs Jahre und sechs Monate. Steve Smart, gemeinsamer Executive Director für Enforcement und Market Oversight bei der FCA, ordnete die Anordnungen als weiteren Schritt ein, der die Opfer einer möglichen Rückerstattung näherbringe.
Die Differenz zwischen den Anlegerverlusten und dem angeordneten Betrag ist für die Geschädigten zentral: Selbst wenn die gesamte Summe eingezogen wird, wäre damit nicht der vollständige Verlust ersetzt. Die FCA kündigte die Rückgabe der eingezogenen Gelder an, nicht eine Garantie, dass jeder Betroffene vollständig entschädigt wird. Auch bei anderen Verfahren gegen Krypto-Angebote stehen die Durchsetzung finanzieller Ansprüche und der Umgang mit Anlegerverlusten im Mittelpunkt, etwa bei den Vorwürfen rund um ein mutmaßliches Krypto-Ponzi-System.
So erreichte der Betrug die Anleger
Zwischen Februar 2017 und Juni 2019 riefen Bedi und Mavanga Verbraucher unaufgefordert an und warben für Krypto-Anlagen, die laut Fallbeschreibung nicht existierten. Dabei nutzten sie unter anderem die Unternehmen CCX Capital und Astaria Group LLP. Eine professionell gestaltete Website stellte Anlegern hohe Renditen in Aussicht.
Bedi bekannte sich unter anderem der Verschwörung zum Betrug, der Verschwörung zum Verstoß gegen das allgemeine Verbot des Financial Services and Markets Act 2000 sowie der Geldwäsche schuldig. Mavanga bekannte sich ebenfalls der Betrugskonspiration und des Verstoßes gegen das allgemeine Verbot schuldig; hinzu kam der Besitz gefälschter Ausweisdokumente in unlauterer Absicht.
Der Fall macht zwei Warnsignale konkret: unaufgeforderte Kontaktaufnahmen und ungewöhnlich hohe Renditeversprechen. Die Anrufe führten die Anleger hier zu Angeboten, die tatsächlich nicht existierten. Auch bei größeren Ermittlungen gegen Geldflüsse im Kryptobereich steht die Frage im Raum, wie Betrugserlöse weitergeleitet werden – etwa bei Ermittlungen zu Krypto-Betrug und Stablecoins.
Was die Anordnungen für die Opfer bedeuten
Nach dem britischen Proceeds of Crime Act 2002 muss eine Einziehungsanordnung den aus einer Straftat erzielten Gewinn oder den Wert der verfügbaren Vermögenswerte erfassen – maßgeblich ist der niedrigere Betrag. Wird nicht gezahlt, kann Bedis Haftstrafe um bis zu fünf Jahre und Mavangas um bis zu zwei Jahre verlängert werden.
Für die Opfer bleibt entscheidend, wie viel Geld tatsächlich wiedererlangt wird: Erst danach steht fest, welche Summe die FCA verteilen kann. Betroffene, die noch keine Nachricht der Aufsichtsbehörde erhalten haben, können sich an die FCA-Verbraucher-Hotline wenden. Zugleich warnt die Behörde vor gefälschten Rückforderungsangeboten und Mitteilungen, die vorgeben, von der FCA zu stammen – ein weiterer Betrugsversuch kann also gerade jene treffen, die bereits Geld verloren haben.