Strive erhöht Bitcoin-Tempo im Rennen um Platz zwei

Christian Becker
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Christian Becker
Lead Krypto-Analyst

Christian Becker ist Finanz- und Krypto-Journalist sowie Hauptautor für Kaufanleitungen und Kursprognosen bei Coin-Update. Er analysiert Kryptowährungen anhand fundierter Markt- und Datenanalysen und bietet Lesern verlässliche Orientierung im Krypto-Markt.

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Strive erhöht Bitcoin-Tempo im Rennen um Platz zwei

Der Vermögensverwalter Strive hat in der Woche vom 21. bis 25. September 1.107 Bitcoin für rund 94,5 Millionen US-Dollar gekauft und damit seinen Gesamtbestand auf 27.462 BTC gehoben. Der Zukauf ist kein isoliertes Ereignis, sondern die Fortsetzung einer Treasury-Strategie, mit der sich Strive dem Kreis der größten börsennotierten Bitcoin-Halter annähert – zu einem Zeitpunkt, an dem mehrere andere Unternehmen ihre Bestände abbauen, um Schulden zu bedienen oder Aktienrückkäufe zu finanzieren.

Laut der ursprünglichen Berichterstattung haben Strategy, Satsuma, Smarter Web Company, Sequans, Nakamoto und Empery Digital in diesem Jahr Bitcoin verkauft, teils um den laufenden Betrieb zu finanzieren, teils um Verbindlichkeiten zu bedienen. Vor diesem Hintergrund wirkt Strives Kauftempo wie eine bewusste Gegenbewegung, mit der das Unternehmen seine Position im Bitcoin-Bestand gezielt weiter ausbaut.

Was der Unternehmenskauf konkret bedeutet

Die Zahlen stammen aus einer am Montag bei der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission eingereichten Form-8-K-Meldung. Strive zahlte demnach durchschnittlich 85.396 US-Dollar je Bitcoin und kommt damit auf einen Gesamtbestand von 27.462 BTC. Der Zukauf fiel kleiner aus als in der Vorwoche, als das Unternehmen noch 1.355 BTC erworben hatte.

Die Fassade des Hauptquartiers der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC in Washington, D.C.
Hauptquartier der Securities and Exchange Commission in Washington, D.C.

Finanziert wurde der Kauf zu 85 Prozent über SATA, Strives unbefristete Vorzugsaktie – ein deutlicher Anstieg gegenüber 57,7 Prozent in der Vorwoche. Warrantausübungen brachten zusätzlich 12,4 Millionen US-Dollar an Bruttoerlösen ein, nach 21,2 Millionen US-Dollar eine Woche zuvor. Parallel dazu kaufte der Nasdaq-gelistete Konkurrent Strategy im selben Zeitraum 1.665 BTC für 142,7 Millionen US-Dollar und erwarb zusätzlich eigene STRC-Vorzugsaktien im Wert von 152 Millionen US-Dollar zurück.

Die strategische Logik hinter Strives Treasury-Expansion

Mit 27.462 BTC bleibt Strive der fünftgrößte öffentliche Bitcoin-Halter, hinter Strategy, Twenty One, Metaplanet und MARA. CEO Matt Cole hat laut den Angaben zum Kauf angedeutet, dass Strive bis Ende 2026 möglicherweise den zweiten Platz erreichen könnte – allerdings ausdrücklich nicht als sein Basisszenario, sondern als optimistische Randbetrachtung.

Die Rechnung dahinter ist nüchtern: Um Twenty One mit aktuell 43.514 BTC zu überholen, bräuchte Strive weitere 16.053 Bitcoin. Bei 13 verbleibenden vollen Wochen im Jahr entspräche das einem Durchschnittstempo von rund 1.235 BTC pro Woche. Der jüngste Kauf von 1.107 BTC liegt knapp unter dieser Marke, der Vorwochenkauf von 1.355 BTC lag knapp darüber – die Treasury-Strategie des Unternehmens bewegt sich also genau im Korridor, den Cole selbst als Zielgröße skizziert hat, ohne dass daraus bereits ein gesicherter Trend abzuleiten wäre.

Marktauswirkungen des Bitcoin-Treasury-Wettbewerbs

Zusammen gaben Strive und Strategy in der betreffenden Woche 232,5 Millionen US-Dollar für Bitcoin aus. Strategy kommt inzwischen auf 847.666 BTC im Wert von rund 70,5 Milliarden US-Dollar und bleibt damit mit deutlichem Abstand der größte Corporate-Halter überhaupt. Strive wiederum festigt mit dem jüngsten Zukauf seinen Platz unter den fünf größten börsennotierten Bitcoin-Haltern, ohne dass sich daraus automatisch ein Signal für den breiteren Bitcoin-Markt ableiten lässt.

Nahaufnahme einer physischen goldfarbenen Bitcoin-Münze.
Eine physische Repräsentation eines Bitcoins.

Am Kapitalmarkt fiel die Reaktion gemischt aus: Strives Aktie notierte am Montag bei 29,35 US-Dollar, ein Minus von 0,3 Prozent auf Tagesbasis, aber ein Plus von knapp 70 Prozent seit Jahresbeginn. Twenty One verlor im selben Zeitraum 26 Prozent, Strategy sogar mehr als 50 Prozent über das vergangene Jahr. Diese Kursbewegungen zeigen vor allem eines: Die Marktbewertung der Treasury-Aktien folgt nicht eins zu eins der reinen Bitcoin-Bestandsgröße, sondern hängt stark von Finanzierungsstruktur, Bewertungsprämie und allgemeiner Risikobereitschaft der Anleger ab.

Risiken und offene Fragen bei der aggressiven Akkumulation

Dass mehrere frühere Treasury-Vorreiter in diesem Jahr Bitcoin verkauft haben, um Schulden zu tilgen oder den Betrieb zu finanzieren, ist eine Mahnung, das Modell nicht unkritisch zu feiern. Strives starke Abhängigkeit von SATA als Finanzierungsquelle – zuletzt 85 Prozent des Wochenkapitals – bedeutet, dass die Kaufgeschwindigkeit direkt von der Aufnahmefähigkeit des Vorzugsaktienmarkts abhängt.

Der leichte Rückgang des Kaufvolumens gegenüber der Vorwoche lässt sich als kurzfristige Verlangsamung lesen, nicht zwangsläufig als Trendwende. Ob Strive das für einen Aufstieg auf Platz zwei nötige Tempo von rund 1.235 BTC pro Woche über die verbleibenden Monate durchhalten kann, bleibt eine offene Frage, die sich erst an künftigen Meldungen ablesen lässt.

Ausblick: Entscheidend ist das Kauftempo

Für die kommenden Wochen dürften weitere Form-8-K-Meldungen der naheliegendste Beobachtungspunkt bleiben, da Strive seine Zukäufe bislang regelmäßig und transparent offengelegt hat. Wer das Rennen um Platz zwei unter den Bitcoin-Treasuries verfolgen will, sollte weniger auf einzelne Wochenzahlen schauen als auf das kumulierte Tempo über mehrere Berichtszeiträume hinweg – erst dort zeigt sich, ob Strives Ambition mehr ist als eine rechnerische Möglichkeit.

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Christian Becker ist Finanz- und Krypto-Journalist sowie Hauptautor für Kaufanleitungen und Kursprognosen bei Coin-Update. Er analysiert Kryptowährungen anhand fundierter Markt- und Datenanalysen und bietet Lesern verlässliche Orientierung im Krypto-Markt.