Geht die SEC in Berufung gegen Ripple? Folgt eine XRP Preiskorrektur auf 0,30 USD?
- Ein ehemaliger SEC-Anwalt vermutet, dass die Behörde das Urteil von Richterin Analisa Torres zu Ripple's XRP-Verkäufen anfechten könnte.
- Der Rechtsanwalt John Deaton glaubt, dass das Berufungsgericht die Entscheidung nicht revidieren wird, selbst wenn es das dritte Element des Howey-Tests anders interpretiert.
Ein ehemaliger Anwalt der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC hat durchblicken lassen, dass die Behörde möglicherweise das Urteil von Richterin Analisa Torres aus dem Juli 2023 zur Berufung bringen könnte. Dies wurde von FOX Business-Journalistin Eleanor Terrett enthüllt, die von einer zuverlässigen Quelle erfahren haben soll, dass die SEC mit der Entscheidung unzufrieden ist und eine Berufung plant.
Die Berufung soll zeitnah stattfinden, da die Widerspruchsfrist am 07.10.2024 endet, wie kryptorevolution.de zuletzt berichtete.
Die SEC hält das Urteil für fehlerhaft
Im Juli 2023 entschied Richterin Torres, dass Ripples programmatische Verkäufe von XRP keine Investitionsverträge darstellen. Die SEC versuchte unmittelbar nach der Entscheidung, eine Berufung einzulegen, doch die Richterin entschied, dass dies erst nach Beendigung aller Verfahren im Rahmen des Rechtsstreits möglich sei.
Da der Fall nun in der Bezirksgerichtsbarkeit abgeschlossen ist und die Berufungsfrist am 7. Oktober abläuft, könnte die SEC den nächsten Schritt in Betracht ziehen. Laut der Quelle ist die SEC der Ansicht, dass das Urteil von Richterin Torres nicht den rechtlichen Standards entspricht und eine Korrektur durch das Berufungsgericht des zweiten Bezirks erforderlich ist.
Expertenmeinungen: Eine Berufung wäre unnötig
Die potenzielle Berufung hat bei vielen Rechtsexperten, darunter auch beim Senatskandidaten von Massachusetts, John Deaton, Reaktionen ausgelöst. Deaton, der bei Ripple's Sieg über die programmatischen Verkäufe eine entscheidende Rolle spielte, äußerte seine Überzeugung, dass das Berufungsgericht die Entscheidung nicht aufheben werde.
Laut Deaton müssen alle drei Kriterien des Howey-Tests erfüllt sein, um eine Transaktion als Investitionsvertrag zu klassifizieren. In ihrem Urteil berief sich Richterin Torres jedoch nur auf das dritte Kriterium des Tests, das eine Gewinnerwartung durch die Anstrengungen anderer erfordert. Deaton betonte, dass das Berufungsgericht die Entscheidung nicht in Frage stellen werde, da 3.800 XRP-Inhaber bezeugten, dass sie keine Profiterwartung aufgrund der Anstrengungen von Ripple hatten.
Selbst wenn das Gericht das dritte Kriterium anders auslege, würde die SEC laut Deaton am zweiten Kriterium – dem „Common Enterprise“ (gemeinschaftlichen Unternehmen) – scheitern, da dies der schwächste Teil der Argumentation der Behörde sei. Eine Berufung würde somit die SEC erneut in eine schwierige Lage bringen.
Missverständnisse um programmatische und sekundäre Verkäufe
Der renommierte Anwalt Fred Rispoli klärte zudem Missverständnisse im Zusammenhang mit einer möglichen Berufung auf. Einige in der Krypto-Community, darunter die bekannte YouTuberin Wendy O, hatten befürchtet, dass eine Berufung negative Auswirkungen auf den gesamten Krypto-Sektor haben könnte, da das Urteil die Sicherheit von XRP auf dem Sekundärmarkt in Frage stellen könnte.
Rispoli stellte jedoch klar, dass die SEC nur bei den programmatischen Verkäufen verloren habe, die sekundären Marktverkäufe hingegen nicht Teil des Urteils waren. Das bedeutet, dass die SEC nur gegen die programmatischen Verkäufe von XRP, die auf Handelsplattformen über Algorithmen abgewickelt werden, vorgehen könnte. Sekundäre Verkäufe, die von der Öffentlichkeit auf Krypto-Börsen getätigt werden, sind nicht betroffen.
Die Frist für eine mögliche Berufung endet am 7. Oktober, bis dahin muss die SEC eine Entscheidung treffen.