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Bitcoin-Automaten in Deutschland: Ausbau schreitet voran

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Im Essener „Blockchain-Hotel“ gibt es jetzt Bitcoin aus dem Automaten. Laut Coin ATM Radar, soll es in Deutschland somit 30 Anlaufstellen geben, die Menschen aufsuchen können, um vor Ort Bitcoin zu erwerben.

Essens erster Bitcoin-Automat

In einem Beitrag vom 29.05.2019 berichtet die NRZ über Gideon Gallaschan, dem Betreiber eines Bitcoin-ATMs in der Essener Innenstadt. Das Gerät wurde im Unperfekthaus (auch bekannt als Blockchain-Hotel), ein Tagungs- und Treffpunkt für Krypto-Interessierte, aufgestellt.

In einem Video mit dem Bitcoin Informant, erklärt Gallaschan, dass Bitcoin im Wert von bis zu 2.500 Euro ohne Legitimationsprüfung (KYC) gekauft werden können. Wie im Video zu sehen ist, scheint der Kauf relativ unkompliziert zu sein: Man scannt den QR-Code der Wallet, zahlt das Bargeld ein und erhält die Bitcoin in wenigen Momenten gutgeschrieben. Für diesen Dienst erhebt der Betreiber eine Gebühr von 4,5 Prozent des Kaufpreises. Neben dem Kauf von Bitcoin, ist auch der Verkauf der Kryptowährung in Planung, so Gallaschan.

Anzahl der Bitcoin-Geldautomaten weltweit von 2014 bis 2019
Anzahl der Bitcoin-Geldautomaten weltweit von 2014 bis 2019, (Stand: 30.05.2019)

Laut der Tracking-Website Coin ATM Radar, sollen weltweit rund 4.873 Krypto-Geldautomaten in Betrieb sein. In Deutschland finden sich derzeit nur vereinzelt stationäre Verkaufsstellen die digitale Währungen an den Kunden bringen. Nachbarländer wie Österreich und Schweiz sind hier bereits deutlich weiter.

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In Österreich bieten über 400 Postfilialen und 1.300 Postpartner den Kauf von Bitcoin an. Wer in der Schweiz lebt, der kann einen von über 4.000 Fahrkartenautomaten der Bundesbahnen nutzen, um sein Bitcoin-Wallet aufzuladen.

Warum es in Deutschland bislang schleppend voranging

Es konnte bislang nicht zweifelsfrei geklärt werden, ob das Aufstellen von Bitcoin-Automaten ohne entsprechende Genehmigung erlaubt ist. Dabei geht es speziell um die Frage, wie Bitcoin in der Bundesrepublik aus rechtlicher Sicht zu behandeln ist.

In 2013 stufte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Bitcoin als Rechnungseinheit nach dem Kreditwirtschaftsgesetze (KWG) ein. Somit wäre Bitcoin nach Einschätzung der BaFin weder Geld, E-Geld noch gesetzliches Zahlungsmittel. Die digitale Währung wäre eher „eine nicht auf gesetzliche Zahlungsmittel lautende Werteinheit, die mit Devisen vergleichbar ist“.

Daraus ergibt sich, dass der bloße Einsatz von Bitcoin als Ersatzwährung erlaubnisfrei ist, jedoch nicht der gewerbliche Handel mit Kryptowährungen. Seither wurde angenommen, dass Bitcoin-Händler eine BaFin-Lizenz vorlegen müssten, um ihrem Geschäft nachzugehen.

Gegen Ende 2018 hat ein Berliner Kammergerichtsurteil der Einschätzung der BaFin widersprochen. Das Gericht entschied, dass Bitcoin kein Finanzinstrument im Sinne des Kreditwirtschaftsgesetze ist und die BaFin „mit ihrer 2013 erteilten Einstufung des Bitcoins als Rechnungseinheit nach KWG zu weit gegangen sei“.

Seither fühlen sich einige Aufsteller dazu ermutigt, auch in Deutschland Bitcoin-Automaten aufzustellen.

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