Russland friert Krypto-Mining in Moskau bis 2032 ein

Patrick Krauss
Geschrieben von Von
Patrick Krauss
News & Chart Analyst

Wenn Kurse plötzlich springen und die Marktstimmung kippt ist er sofort am Ticker. Seit sechs Jahren beobachtet er Bitcoin sowie Altcoins live und filtert aus dem Lärm der Börsen echte Informationen. Er liefert schnelle Updates und Orientierung damit niemand in volatilen Phasen blind handeln muss.

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Russland friert Krypto-Mining in Moskau bis 2032 ein

Russland hat Krypto-Mining in seiner Hauptstadt untersagt. Moskau, die umliegende Region Moskau und Teile der Region Kursk dürfen laut Regierungsverordnung Nr. 936 bis zum 31. Dezember 2032 weder eigene Mining-Anlagen betreiben noch an Mining-Pools teilnehmen. Die Verordnung wurde am 25. Juli unterzeichnet und am 31. Juli veröffentlicht, wie lokale Medien berichten.

Stromnetz statt Symbolpolitik: Die Begründung des Energieministeriums

Das russische Energieministerium begründet die ganzjährige Beschränkung mit dem Risiko von Kapazitätsengpässen in der Stromversorgung. Energieintensive Mining-Anlagen belasten demnach zunehmend die regionalen Netze. Aktuell verbraucht das Mining rund 1 Gigawatt im Moskauer Stromsystem – laut einem Bericht von Interfax könnte die Kapazität von Rechenzentren in der Region bis 2032 auf 3,6 Gigawatt oder 17 Prozent der Spitzennachfrage anwachsen, sollte nicht gegengesteuert werden.

Rows of industrial server racks filled with crypto mining hardware and dense black cabling

Das ist die eigentliche Rechnung hinter dem Verbot: Ein Netz, das ohnehin an Kapazitätsgrenzen operiert, soll nicht zusätzlich durch spekulatives Rechenlast-Wachstum destabilisiert werden. Wer die wirtschaftlichen Belastungen für Miner in ohnehin engen Margen kennt, weiß, dass staatliche Eingriffe dieser Art die Kalkulation ganzer Betreiber über Nacht verändern können.

Zweitgrößte Mining-Nation der Welt unter Druck

Russland kam im ersten Quartal auf geschätzte 175 Exahashes pro Sekunde, was 16,4 Prozent der globalen Bitcoin-Rechenleistung entspricht, so der Hashrate-Index von Luxor. Damit liegt das Land weltweit auf Platz zwei hinter den USA. Unklar bleibt laut den verfügbaren Daten, welcher Anteil dieser Kapazität tatsächlich in den nun eingeschränkten Gebieten stand – die Region Moskau ist wirtschaftlich zentral, aber nicht zwingend ein Mining-Hotspot im Vergleich zu ressourcenreicheren Regionen wie Irkutsk.

Mining als Sanktionsventil: Der geopolitische Kontext

Das Verbot trifft eine Branche, die für Russland auch geopolitisch relevant ist. Finanzminister Anton Siluanov erklärte bereits im Dezember 2024, dass russische Unternehmen im Inland geschürfte Bitcoin im internationalen Zahlungsverkehr einsetzen, um westliche Sanktionen zu umgehen. Ein im Juli verabschiedetes Gesetz bestätigte zwar das Verbot inländischer Krypto-Zahlungen, ließ jedoch Ausnahmen für Außenhandelsgeschäfte und Transaktionen mit geminten Kryptowährungen bestehen – der Mechanismus bleibt also nutzbar, während konventionelle Zahlungskanäle durch Sanktionen eingeschränkt sind.

Anton Siluanov wearing a navy blue suit and tie, seated at a conference table with a microphone
Russian Minister of Finance Anton Siluanov during an official meeting.

Bereits 2022 hatte das US-Finanzministerium den Miner BitRiver sowie zehn Tochtergesellschaften sanktioniert und argumentiert, russische Mining-Unternehmen würden dem Land helfen, Energieressourcen zu monetarisieren und Sanktionsfolgen abzufedern. Diese Verzahnung von Mining, Energiepolitik und Sanktionsumgehung erklärt, warum das Thema in Vergleichen staatlicher Krypto-Regulierung zwischen führenden Mining-Nationen regelmäßig auftaucht.

Ein Muster seit 2024

Das aktuelle Verbot reiht sich in eine längere Regulierungsserie ein. Russland hatte registriertes Krypto-Mining 2024 legalisiert, kurz darauf aber ein sechsjähriges Verbot in zehn Regionen bis März 2031 verhängt – mit Verweis auf den Strombedarf. Die ganzjährigen Beschränkungen wurden später auf den Süden Irkutsks sowie weite Teile Burjatiens und Transbaikaliens ausgeweitet.

Die neue Frist bis Ende 2032 für Moskau, die Region Moskau und Teile von Kursk ist damit länger angesetzt als die früheren Regionalverbote und markiert das bislang deutlichste Signal, dass die Regierung Mining-Kapazitäten gezielt von Netzknoten mit hoher Grundlast fernhalten will. Wie sich das auf die technologische Weiterentwicklung der Mining-Infrastruktur insgesamt auswirkt, dürfte sich erst zeigen, wenn betroffene Betreiber ihre Anlagen tatsächlich verlagern oder stilllegen müssen.

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Wenn Kurse plötzlich springen und die Marktstimmung kippt ist er sofort am Ticker. Seit sechs Jahren beobachtet er Bitcoin sowie Altcoins live und filtert aus dem Lärm der Börsen echte Informationen. Er liefert schnelle Updates und Orientierung damit niemand in volatilen Phasen blind handeln muss.