Binance verschärft Gegenparteien-Kontrolle vor dem 23. August

Tobias Frenzel
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Binance verschärft Gegenparteien-Kontrolle vor dem 23. August

Binance wird ab dem 23. August keine Transaktionen mehr mit HTX und zehn weiteren Krypto-Firmen abwickeln, nachdem die Sanktionsdurchsetzung gegenüber Plattformen mit mutmaßlichen Russland- und Iran-Verbindungen verschärft wurde. Fünf Firmen sind bereits abgeschnitten, darunter Shelbit und Aban Tether Exchange seit dem 7. August sowie A7 Nigeria, A7 Africa und PilotFinance Ltd. seit dem 13. August.

Die Liste: Von kleinen Anbietern bis zur globalen Börse HTX

Elf weitere Unternehmen folgen ab dem 23. August: Rapira, Aifory Pro, ABCeX, WhiteBird, NoOnecrypto, Tradex, Monease, BitPapa, Exnode/Exnode Pay, EXMO Ltd. und HTX. Während die meisten dieser Plattformen klein und regional begrenzt sind, ist HTX – vormals Huobi – eine der größeren zentralisierten Börsen weltweit. Die Börse wurde umbenannt, nachdem TRON-Gründer Justin Sun 2022 über ein Investmentvehikel eine bedeutende Beteiligung erworben hatte. Das macht die Maßnahme für Nutzer mit regelmäßigen Transfers besonders relevant.

3D rendered HTX crypto exchange logo featuring a blue and black stylized flame with orbital rings

Binance begründete den Schritt mit der Einhaltung regulatorischer Vorgaben. Die Maßnahmen seien erforderlich, um die regulatorischen Anforderungen in den Jurisdiktionen zu erfüllen, in denen das Unternehmen tätig ist, und ein sicheres Umfeld für Nutzer und deren Vermögenswerte zu gewährleisten. Transfers, die nach dem jeweiligen Stichtag mit einer der genannten Plattformen versucht werden, sollen einer Compliance-Prüfung unterzogen werden und können zu Wallet-Beschränkungen führen.

EU-Sanktionspaket als Auslöser

Die Beschränkungen folgen unmittelbar auf das 21. EU-Sanktionspaket gegen Russland, das die EU-Behörden im Juli verabschiedet haben. HTX wurde darin vorgeworfen, der russlandnahen A7 Limited Liability Company Finanzdienstleistungen bereitgestellt zu haben – einem Unternehmen für grenzüberschreitende Zahlungen, das offenbar mit den ebenfalls sanktionierten A7 Nigeria und A7 Africa verbunden ist. Nahezu jede Firma auf Binances Sperrliste taucht auch in den EU-Sanktionsmaßnahmen auf; Ausnahmen bilden Shelbit und Aban Tether Exchange, die separat vom US-Finanzministerium wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit iranbezogener Geldwäsche belegt wurden. Mehr zum regulatorischen Hintergrund liefert die Einordnung zu HTX und dem EU-Transaktionsverbot.

European Union flags waving in front of the European Parliament building in Brussels
European Union flags fly outside the European Parliament in Brussels, Belgium.

HTX steht bereits seit Mai unter britischer Beobachtung, nachdem das Vereinigte Königreich Huobi Global S.A. wegen mutmaßlicher Unterstützung Russlands sanktioniert hatte. HTX wies die Vorwürfe zunächst zurück und argumentierte, die Einstufung betreffe nur eine eigenständige juristische Einheit. Das britische Office of Financial Sanctions Implementation stellte später klar, dass es die Börse selbst als betroffen ansieht, weil sie Huobi Global gehört.

Was das für Liquidität und Nutzer bedeutet

Die Kappung der Verbindung zwischen Binance und HTX zwingt HTX nicht zur Einstellung des Betriebs, erschwert aber den direkten Transfer von Vermögenswerten zwischen den beiden Plattformen erheblich. Nutzer, die bislang Krypto-Werte direkt umschichteten, müssen ab dem 23. August möglicherweise auf alternative Börsen, Wallets oder Abwicklungswege ausweichen. Auch indirekte Flüsse über sanktionierte Einheiten können bei Transaktionsüberwachungen weiter auffallen.

Der Fall zeigt exemplarisch, wie geopolitische Sanktionen zunehmend über die Konnektivität zwischen privaten Handelsplätzen wirken, statt eine Börse direkt vom Netz zu nehmen. Einen breiteren Überblick zur Regulierungslage bietet die Analyse zu Krypto-Regulierung zwischen Russland und den USA. Für global operierende Börsen dürfte der 23. August damit weniger ein Einzelfall als der Auftakt einer strengeren Gegenparteien-Kontrolle sein.

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