EU listet HTX im 21. Sanktionspaket: Transaktionsverbot ab August 2026

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EU listet HTX im 21. Sanktionspaket: Transaktionsverbot ab August 2026

Die Europäische Union hat die Krypto-Börse HTX in ihr 21. Sanktionspaket gegen Russland aufgenommen. Ab dem 23. August 2026 sind EU-Bürger und Unternehmen aus dem Block gesetzlich daran gehindert, direkt oder indirekt Transaktionen mit der Plattform abzuwickeln – Ein- und Auszahlungen eingeschlossen.

Transaktionsverbot: Was genau gilt ab dem 23. August?

Das Verbot basiert auf der Ratsverordnung, die am 23. Juli 2026 verabschiedet wurde und im Amtsblatt der EU veröffentlicht ist. Die EU identifizierte die Börse unter der Bezeichnung „HTX (HUOBI GLOBAL SA)" als Drittland-Krypto-Dienstleister, der erheblich zur Umgehung westlicher Sanktionen beiträgt.

Wichtig für Betroffene: Es handelt sich nicht um eine vollständige Vermögenssperre. Die Guthaben auf HTX selbst werden nicht eingefroren. EU-Bürger, Personen im Europäischen Wirtschaftsraum sowie Schweizer Staatsbürger können eine Genehmigung beantragen, um Gelder abzuheben oder Konten zu schließen – dieser Antrag muss jedoch innerhalb von drei Monaten nach Inkrafttreten des Verbots gestellt werden.

Für Unternehmen mit aktiven Geschäftsbeziehungen zu HTX ist die Lage unmittelbarer: Wer nach dem Stichtag weiter Transaktionen abwickelt, riskiert einen Verstoß gegen EU-Sanktionsrecht. Banken, Zahlungsdienstleister und Custodians müssen ihre HTX-Exposure bis dahin prüfen und bereinigen.

HTX, Huobi Global S.A. und die Namensfrage

Die EU-Benennung als „HTX (HUOBI GLOBAL SA)" wirft eine rechtliche Detailfrage auf. Nach der britischen Sanktionierung von Huobi Global S.A. im Mai 2026 hatte ein HTX-Sprecher gegenüber dem Fachmedium The Block erklärt, Huobi Global S.A. sei eine von HTX zu unterscheidende juristische Person. Die EU-Verordnung setzt diese Entitäten nun ausdrücklich gleich – ein Widerspruch, den die Börse bislang nicht öffentlich kommentiert hat.

Zwei Tage vor der EU-Entscheidung hatte das Blockchain-Intelligence-Unternehmen TRM Labs zudem berichtet, HTX habe nach den britischen Sanktionen seine Hot Wallets und Finanzierungsadressen auf TRON, Ethereum, BNB Smart Chain und Solana rotiert. Solche Rotationen können statische Sanktionslisten unterlaufen, da Compliance-Abteilungen auf tagesaktuelle Adressdaten angewiesen sind. HTX wies die Darstellung zurück und bezeichnete die Wallet-Bewegungen als routinemäßige, sicherheitsbedingte Plattformoperationen.


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Hintergrund: 21. Sanktionspaket und der neue Ländermechanismus

HTX ist nicht isoliert betroffen. Das 21. EU-Paket – das größte seit vier Jahren mit 218 gelisteten Einzelpersonen und Entitäten – erfasst mehrere Krypto-Unternehmen. Neben HTX stehen auf der Liste unter anderem EXMO, Rapira, BitPapa, Aifory Pro, WhiteBird, NoOnecrypto und Exnode; alle Beschränkungen treten ebenfalls am 23. August in Kraft.

Vier weitere Benennungen betreffen das sogenannte A7-Netzwerk, das als Auffangstruktur für Geldflüsse entstand, die früher über die russische Börse Garantex liefen. Garantex wurde im März 2025 von US-amerikanischen und alliierten Behörden zerschlagen; erhebliche Teile der Transaktionsströme verlagerten sich daraufhin zu A7 und dem rubelgebundenen Stablecoin A7A5.

Bemerkenswert ist ein neuer Mechanismus im Paket: Die EU schafft damit die Rechtsgrundlage, Transaktionen mit Krypto-Dienstleistern ganzer Drittstaaten zu untersagen, wenn diese „systematisch und beharrlich" versäumen, Sanktionsumgehung zu unterbinden. Der zugehörige Anhang mit solchen Ländern ist derzeit leer – die Eskalationsoption steht aber bereit.

HTX wurde 2013 in China als Huobi gegründet und ist eng mit Tron-Gründer Justin Sun verbunden, der als Berater der Börse geführt wird. Mit der EU-Listung steht HTX nun in zwei großen westlichen Rechtsräumen auf einer Sanktionsliste. Wie weit das die operative Substanz der Plattform trifft, hängt davon ab, wie konsequent europäische Finanzdienstleister den Stichtag als harte Trennlinie behandeln – und ob HTX selbst europäische Nutzer vor dem 23. August proaktiv ausschließt. Eine offizielle Reaktion auf die EU-Maßnahme steht vonseiten HTX noch aus.

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