42.000 $ als Boden: Terpin erwartet einen Jahr langen Bitcoin-Bärenmarkt
Bitcoin steuert laut Michael Terpin auf eine schmerzhafte Zyklusbereinigung zu, bevor ein neuer Bullenmarkt beginnen kann. In einem Podcast-Interview vom 21. März 2026 skizzierte der Gründer von Transform Ventures einen Bärenmarkt, der historischen Mustern folgt und erst nach rund einem Jahr vom Zyklushoch seinen echten Boden findet – mit einer Untergrenze, die Terpin bei 42.000 $ ansetzt.
Preiskontext: Bitcoin zwischen Rebound und Zyklusfalle
Zum Zeitpunkt des Interviews hatte Bitcoin sein Allzeithoch von rund 126.000 $ bereits hinter sich gelassen und sich nach dem sogenannten „10/10-Ereignis" – einem massiven Ausverkauf am 10. Oktober 2025 – zunächst auf etwa 80.000 $ erholt. Viele Marktteilnehmer interpretierten diesen Rebound als Ende des Bärenmarktes.
Terpin widerspricht dieser Lesart entschieden. Ein Bärenmarkt, der nur sechs Wochen oder vier Monate dauert, würde den Rhythmus der nachfolgenden Marktzyklen empfindlich stören – historisch hat jeder der vergangenen Bärenzyklen rund ein Jahr vom Hoch bis zum Tief gedauert.
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Technische Analyse: Die 42.000-Dollar-Linie als letzte Verteidigung
Terpin erwartet, dass die Korrektur die 50-Prozent-Marke vom Allzeithoch überschreiten wird – beschreibt den Rückgang aber als „etwas moderater" als in früheren Zyklen. Begründung: Das diesjährige Zyklusmaximum blieb selbst hinter seinen eigenen Erwartungen zurück; er hatte eine Verdreifachung vom Post-Halving-Niveau erwartet, tatsächlich wurde nur eine Verdoppelung erreicht.
Als harte Untergrenze nennt Terpin 42.000 $. Unterhalb dieser Marke sieht er keine realistische Grundlage, da der Zyklushöchststand deutlich unter dem Niveau lag, das in früheren Zyklen als Ausgangsbasis für tiefere Einbrüche diente. Den 200-Wochen-Exponential-Moving-Average bezeichnet er dabei als dynamischen Referenzpunkt, an dem Panikverkäufe historisch auslaufen.
Wer den Boden abwarten will, sollte laut Terpin auf ein Muster achten: Wenn Bitcoin in den Bereich von 50.000 $ bis 40.000 $ fällt, beginnen Mainstream-Medien regelmäßig über den „Tod von Bitcoin" zu berichten – und genau dieser Moment markierte in vergangenen Zyklen die beste Kaufgelegenheit.
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Marktstruktur: Institutionen als neue Taktgeber
Terpin sieht im aktuellen Bärenmarkt eine strukturelle Besonderheit: Institutionelle Akteure haben das Handelsmuster fundamental verändert. Der Ausverkauf rund um den 10. Oktober 2025 sei kein spontaner Retail-Panikverkauf gewesen, sondern eine koordinierte Operation – erkennbar an kontinuierlichen Verkaufsorders zwischen 9 und 17 Uhr New Yorker Zeit über mehrere Tage hinweg.
Hinzu kommt, dass Derivate-Positionen heute eine größere Rolle spielen als in früheren Bärenmärkten. Automatisches Deleveraging durch Market Maker kann Preisbewegungen künstlich beschleunigen – und Charts in eine Richtung kippen, die ohne institutionellen Eingriff nicht erreicht worden wäre. Wer diese Dynamik nicht kennt, wird von den Bewegungen regelmäßig auf dem falschen Fuß erwischt.
Als potenziellen Auslöser für ein FTX-ähnliches Ereignis in diesem Zyklus verwies Terpin auf die angekündigte Aussetzung von Auszahlungen durch BlockFills – ein auf Bitcoin-Optionen spezialisiertes Unternehmen mit einem Handelsvolumen von 61 Milliarden Dollar im Vorjahr. Derartige Meldungen haben in der Vergangenheit die finale Kapitulationsphase eingeläutet.
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Szenarien für den weiteren Zyklusverlauf
Terpin skizziert grundsätzlich drei mögliche Verläufe. Im wahrscheinlichsten Verlauf folgt der Markt dem historischen Muster: Bitcoin fällt in den Bereich zwischen 42.000 $ und 50.000 $, begleitet von negativer Medienberichterstattung und einer Welle von Unternehmenspleiten im Krypto-Sektor, woraufhin Whales mit strukturierten Akkumulationskäufen beginnen. Sollte ein systemisches Ereignis – vergleichbar mit dem FTX-Kollaps 2022 – eintreten, könnte der Druck kurzfristig zunehmen; Terpin hält 42.000 $ jedoch für eine extreme Untergrenze und erwartet keinen dauerhaften Rückgang darunter. Umgekehrt könnten starke ETF-Zuflüsse und anhaltende institutionelle Käufe einen tieferen Einbruch abmildern, wobei Terpin selbst dieses Szenario für das weniger wahrscheinliche hält.
Ausblick: Nächstes Halving 2028 als Katalysator
Für den nächsten Bullenzyklus nach dem Halving 2028 erwartet Terpin mindestens eine Verdoppelung des Halving-Preises von 2024 – und hält Kurse nahe 200.000 $ für erreichbar. Das sogenannte Super-Cycle-Argument, wonach das Muster abnehmender Renditen durch eine beschleunigte Adoptionskurve abgelöst werden könnte, hält er für verfrüht, aber nicht für grundsätzlich falsch.
Für langfristig orientierte Anleger bleibt sein Rat klar: DCA ist in fallenden Märkten ungeeignet – sinnvoller ist das gezielte Akkumulieren in der „Winter"-Phase des Zyklus, also nach dem echten Kapitulationstief. Den Zeitpunkt will Terpin nach eigenen Angaben öffentlich kommunizieren, sobald er den Boden als bestätigt betrachtet.
Fazit: Geduld vor dem nächsten Aufwärtszyklus
Terpins Analyse bleibt methodisch konsistent und historisch gut verankert. Die entscheidende Marke bleibt 42.000 $ als selbst definierte Untergrenze – unterschreitet Bitcoin dieses Niveau dauerhaft, wäre das Zyklusmodell in seiner bisherigen Form zu revidieren. Solange kein klares Kapitulationssignal vorliegt und Bitcoin die 100.000-$-Marke nicht zurückerobert, bleibt die Ausgangslage strukturell bärisch.