XRP-Käufer nutzen den Dip – doch warum fällt der Kurs weiter?

Niko Klement
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Niko Klement
Krypto-Marktanalyst & Redakteur

Sein Fokus liegt auf institutioneller Adoption und Altcoin-Ökosystemen wie XRP, Solana und Ethereum. Vor seinem Wechsel in den Journalismus arbeitete er über zehn Jahre in Logistik und Prozessoptimierung. Er schreibt für Leser, die Substanz statt Hype suchen.

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XRP-Käufer nutzen den Dip – doch warum fällt der Kurs weiter?

Der XRP-Kurs befindet sich weiter unter Druck. In der vergangenen Woche fiel der Preis um fast acht Prozent, und obwohl sich der Kurs in den letzten 24 Stunden stabil zeigte, lässt sich daraus keine nachhaltige Stärke ableiten. On-Chain-Daten und technische Indikatoren deuten darauf hin, dass sich hinter der Seitwärtsbewegung ein anhaltender Abwärtstrend verbirgt – vor allem, weil sich kurzfristige Käufer und langfristige Investoren derzeit in entgegengesetzte Richtungen bewegen.

Kurzfristige Anleger kaufen, während Langzeitinvestoren verkaufen

Daten der sogenannten „HODL Waves“ – einer Kennzahl, die zeigt, wie viel Angebot in den Händen verschiedener Haltezeitgruppen liegt – offenbaren, dass zwei Gruppen kurzfristiger Anleger XRP weiterhin akkumulieren.

Kurzfristige Anleger kaufen, während Langzeitinvestoren verkaufen
Quelle: Glassnode

Am 16. Oktober hielten Wallets, die XRP zwischen einem und drei Monaten besitzen, rund 8,94 Prozent des zirkulierenden Angebots. Bis zum 14. November stieg dieser Anteil auf 9,17 Prozent. Noch deutlicher zeigt sich die Aktivität bei den kurzfristigsten Anlegern: Wallets, die XRP zwischen einer Woche und einem Monat halten, erhöhten ihren Anteil im selben Zeitraum von 3,74 auf 5,53 Prozent.

Trotz eines Kursrückgangs von 7,8 Prozent im letzten Monat nutzen diese Anleger die Gelegenheit, um günstiger zuzukaufen – offenbar in der Hoffnung auf kurzfristige Erholungen. Doch die Daten zeigen auch, dass diese Käufe nicht ausreichen, um den Abwärtstrend zu stoppen.

Langfristige Halter belasten den Markt

Der entscheidende Grund für den anhaltenden Preisverfall liegt in den Verkäufen der Langzeitinvestoren. Der Indikator „Hodler Net Position Change“, der misst, wie viel XRP von langfristigen Wallets bewegt wird, zeigt ein klares Muster zunehmender Abverkäufe.

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Quelle: Glassnode

Am 3. November verzeichneten On-Chain-Daten einen Abfluss von 102,5 Millionen XRP aus langfristigen Wallets – ein deutliches Zeichen für Gewinnmitnahmen oder Risikoabbau. Bis zum 14. November stieg diese Zahl auf 181,5 Millionen XRP, was einer Zunahme der langfristigen Verkaufsaktivität um 77 Prozent innerhalb von weniger als zwei Wochen entspricht.

Diese massive Umverteilung bedeutet, dass die Käufe der kurzfristigen Anleger von den Verkäufen der Langzeitinvestoren überlagert werden. Dadurch fehlt dem Markt die nötige Nachfrage, um den Preis nachhaltig zu stützen.

Nachlassende Geldflüsse und technische Schwäche

Auch die technischen Indikatoren zeichnen ein trübes Bild. XRP hat es bisher nicht geschafft, den Widerstand bei 2,26 US-Dollar zu durchbrechen, der durch das 0,618-Fibonacci-Niveau gestützt wird. Der Versuch einer Erholung wurde zusätzlich durch eine deutliche Verschlechterung der Kapitalflüsse behindert.

Nachlassende Geldflüsse und technische Schwäche
Quelle: Tradindview

Der sogenannte Chaikin Money Flow (CMF), der das Verhältnis von Kauf- zu Verkaufsdruck misst, ist seit dem 10. November stark gefallen und liegt nun bei –0,15. Damit zeigen sich deutliche Nettoabflüsse aus dem Markt.

Noch problematischer ist, dass der CMF unter eine wichtige Trendlinie gefallen ist – ein Signal dafür, dass institutionelle Anleger Kapital aus dem Markt abziehen. Solange dieser Indikator negativ bleibt und kein neues Kaufinteresse aufkommt, dürfte XRP Schwierigkeiten haben, sich zu erholen.

Sollte der Kurs die Unterstützung bei 2,17 US-Dollar verlieren, droht ein weiterer Rückgang auf 2,06 US-Dollar. Ein Unterschreiten dieses Niveaus würde sämtliche kurzfristig bullischen Signale zunichtemachen und die Bären wieder voll ins Spiel bringen.

Was XRP jetzt braucht, um sich zu erholen

Um den Trend umzukehren, muss XRP auf Tagesschlussbasis über 2,38 US-Dollar steigen. Dieses Preisniveau hat sich in den vergangenen Wochen mehrfach als starker Widerstand erwiesen. Gelingt der Ausbruch darüber, könnte sich die Marktstruktur kurzfristig ins Positive drehen – mit möglichen Kurszielen bei 2,57 US-Dollar.

Bis dahin bleibt die Lage jedoch angespannt. Solange Langzeitinvestoren weiter Gewinne realisieren und das Marktvolumen abnimmt, dürften kurzfristige Erholungen nur von kurzer Dauer sein.

Für langfristig orientierte Anleger bleibt entscheidend, ob sich die Fundamentaldaten und die On-Chain-Dynamik stabilisieren. Wer die aktuellen Entwicklungen im Blick behalten möchte, findet in der XRP Prognose eine ausführliche Analyse zur weiteren Kursentwicklung sowie Einschätzungen zu fundamentalen Faktoren.

Fazit: Käufer aktiv, aber Verkaufsdruck überwiegt

Der aktuelle XRP-Markt zeigt ein klassisches Bild gegensätzlicher Interessen. Während kurzfristige Anleger versuchen, den Kursrückgang auszunutzen, dominiert der Verkaufsdruck der langfristigen Halter. Die Kombination aus fallendem Geldfluss, negativer Marktstimmung und mangelndem institutionellem Interesse verhindert bisher eine nachhaltige Erholung.

Erst ein signifikanter Bruch über 2,38 US-Dollar könnte neue Dynamik bringen. Bis dahin bleibt XRP anfällig für weitere Rücksetzer – und zeigt, dass selbst aktive Dip-Käufer gegen strukturelle Abverkäufe wenig ausrichten können.

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Krypto-Marktanalyst & Redakteur

Sein Fokus liegt auf institutioneller Adoption und Altcoin-Ökosystemen wie XRP, Solana und Ethereum. Vor seinem Wechsel in den Journalismus arbeitete er über zehn Jahre in Logistik und Prozessoptimierung. Er schreibt für Leser, die Substanz statt Hype suchen.