US-Börsenaufsicht verschiebt Entscheidung zu XRP- und Dogecoin-ETFs
Die US-Börsenaufsicht SEC hat am 20. Mai 2025 eine Reihe von wichtigen Krypto-Anträgen vorerst auf Eis gelegt. Betroffen sind unter anderem geplante ETFs auf XRP und Dogecoin sowie ein Änderungsantrag für Ethereum-Staking im Bitwise-ETF. Die SEC hat formelle Prüfverfahren eingeleitet – was Verzögerung bedeutet, aber keine Ablehnung.
XRP und Dogecoin: Entscheidung vertagt
In den am späten Abend veröffentlichten Anordnungen kündigte die SEC die Einleitung formeller Untersuchungsverfahren für folgende Produkte an:
- 21Shares Core XRP Trust (Release No. 34-103080)
- Grayscale XRP Trust (34-103090)
- Grayscale Dogecoin Trust (34-103079)
Ein weiterer Beschluss (34-103086) betrifft Bitwise, das eine Genehmigung zur Aufnahme von Ethereum-Staking in seinen bereits verzögerten Ethereum-ETF beantragt hat.
In allen Fällen betont die SEC, dass die Einleitung eines Prüfverfahrens keine Vorentscheidung darstellt. Es soll lediglich Raum geschaffen werden, um „betrugs- und manipulationsbezogene Risiken“ zu bewerten und die Auswirkungen auf den Anlegerschutz zu analysieren.
Diese Entwicklung könnte auch Einfluss auf die Ripple XRP Prognose haben, da regulatorische Unsicherheiten weiterhin eine zentrale Rolle für die Kursentwicklung spielen.
Langer Zeithorizont: Entscheidungen frühestens im Herbst
Die Prüfverfahren basieren auf Abschnitt 19(b)(2)(B) des US-Börsengesetzes. Dieser erlaubt der SEC eine Frist von bis zu 240 Tagen ab Erstantrag, um über Regeländerungen zu entscheiden. Daraus ergibt sich, dass die endgültigen Entscheidungen frühestens im Oktober 2025 zu erwarten sind.
Nach Veröffentlichung im Federal Register läuft eine 21-tägige Frist für öffentliche Stellungnahmen, gefolgt von 35 Tagen für Gegenargumente. Trotz der Verzögerungen sehen Marktbeobachter die Entwicklung nicht als negatives Signal:
- James Seyffart, ETF-Analyst bei Bloomberg Intelligence, nannte die Verschiebung „erwartet“ und „routinemäßig“:
„Die SEC nimmt sich bei solchen Anträgen regelmäßig die maximale Zeit. Eine Entscheidung vor Juli wäre ohnehin sehr unwahrscheinlich.“
- Auch Nate Geraci, Präsident von The ETF Store, äußerte sich gelassen:
„SEC verschiebt heute Entscheidungen zu XRP-, Dogecoin- und ETH-Staking-ETFs. Kein Grund zur Panik. Ich glaube weiter, dass alle letztlich genehmigt werden.“
Geraci betonte jedoch, dass noch eine klare steuerliche Einstufung durch den Internal Revenue Service (IRS) fehle – insbesondere für Staking-Erträge in sogenannten Grantor Trusts (steuerlich durchgereichte Fondsstrukturen).
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CME startet XRP-Futures – wichtige Voraussetzung für Spot-ETFs
Am 19. Mai startete die CME Group (Chicago Mercantile Exchange) standardisierte und Mikro-Futures auf XRP. Diese sind CFTC-reguliert und bieten institutionellen Anlegern erstmals gehebelten Zugang zu XRP in einem regulierten Umfeld.
Obwohl die ersten Handelsvolumina mit rund 1,5 Millionen US-Dollar noch moderat ausfielen, werten Analysten dies als wichtigen Meilenstein. Denn die zugrunde liegenden Referenzpreise der Futures könnten der SEC helfen, Überwachungs- und Transparenzanforderungen für Spot-ETFs zu erfüllen.
Was bedeutet das für Ethereum-Staking und andere ETFs?
Der Änderungsantrag von Bitwise zum Ethereum-ETF zielt darauf ab, Staking als Bestandteil der Fondsstrategie zuzulassen – ein sensibler Punkt für die SEC. Denn Staking beinhaltet Erträge, die regulatorisch wie Zinsen oder Dividenden behandelt werden könnten. Die steuerliche und aufsichtsrechtliche Einordnung ist derzeit nicht abschließend geklärt.
ETF-Analyst Seyffart äußerte sich auch zur Lage bei Litecoin:
„Ich denke, dass auch der Litecoin-ETF zunächst in der Warteschleife bleibt – allerdings hat er im Vergleich zu anderen Altcoins die besseren Chancen auf Genehmigung.“
Die aktuelle Entscheidung der SEC ist kein Nein, sondern ein "Noch nicht". Die Anträge zu XRP, Dogecoin und Ethereum-Staking werden intensiver geprüft, was den Zeitplan in Richtung viertes Quartal 2025 verschiebt.
Früheste Termine für mögliche Genehmigungen wären laut Seyffart Ende Juni oder Juli – wahrscheinlicher sei jedoch ein Beschluss im Oktober oder später. Trotzdem bleibt der Trend positiv:
- Die CME-Futures auf XRP eröffnen regulatorisch neue Wege.
- Das institutionelle Interesse wächst weiter.
- ETFs bleiben ein zentraler Hebel für breite Marktakzeptanz.
Die nächsten Wochen werden zeigen, wie sich das öffentliche Kommentierungsverfahren entwickelt – und ob weitere Marktakteure neue Produkte nachreichen.