SoFi startet Bitcoin-basierte Auslandsüberweisungen über Lightning

Patrik
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Patrik
Marktanalyst & Redakteur

Er macht seit neun Jahren das Fachchinesisch der großen Banken für private Anleger verständlich. Er nimmt komplexe Berichte von Bloomberg und macht daraus klare Analysen zu Bitcoin oder Solana. Sein Fokus liegt auf echtem Hintergrundwissen damit Anleger Marktbewegungen logisch einordnen können.

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SoFi startet Bitcoin-basierte Auslandsüberweisungen über Lightning

Die US-Neobank SoFi steigt in das internationale Zahlungs­geschäft ein – allerdings nicht über die klassischen, teuren Korrespondenzbanken, sondern über Bitcoin und das Lightning Network. Ab Ende dieses Jahres sollen SoFi-Kunden Geld direkt aus ihrer App ins Ausland überweisen können, zunächst nach Mexiko. Damit wird SoFi nach eigenen Angaben – und nach Einschätzung von Lightspark-CEO David Marcus – die erste US-Bank, die Bitcoin in Verbindung mit Universal Money Addresses (UMA) für 24/7, günstige und schnelle globale Zahlungen nutzt.

Die technische Architektur ist klar umrissen: Einzahlungen in Dollar werden in Echtzeit in Bitcoin umgerechnet, über das Lightning-Netzwerk transferiert und auf Empfängerseite sofort wieder in die lokale Währung gewechselt. Für den Nutzer bleibt die Kryptoebene unsichtbar: Geld wird direkt auf das Bankkonto des Empfängers gebucht, ohne dass eine externe Wallet oder Drittanbieter-App notwendig ist. SoFi betont, dass die Gesamtkosten unter dem nationalen Durchschnitt für Remittances liegen werden und dass Gebühren und Wechselkurse transparent vorab angezeigt werden.

Ein Paradigmenwechsel im Bankensektor

Marcus bezeichnete die Integration als einen „sehr wichtigen Meilenstein“ und argumentierte, dass Bitcoin für Banken eine offene, neutrale Alternative zu geschlossenen, privat kontrollierten Zahlungsnetzen darstelle. Sein Argument: Niemand wolle ein weiteres monopolartiges System wie Visa oder PayPal aufbauen – Offenheit werde langfristig gewinnen. SoFi-CEO Anthony Noto wiederum hob die Alltagstauglichkeit hervor: Für viele Mitglieder sei es nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit, sondern eine spürbare Verbesserung der finanziellen Lebensrealität, wenn Überweisungen an Familien im Ausland günstiger und sofort möglich seien.

Diese Haltung markiert eine Abkehr vom üblichen Misstrauen traditioneller Banken gegenüber Bitcoin. Mit der Banklizenz im Rücken bewegt sich SoFi in einem streng regulierten Umfeld, wodurch dieser Schritt besondere Signalwirkung hat. Er zeigt, dass Lightning und UMA nicht mehr nur Nischenlösungen für Krypto-Enthusiasten sind, sondern in den Mainstream-Bankensektor Einzug halten.

Teil einer globalen Lightning-Offensive

SoFi ist nicht das einzige Institut, das auf Lightspark setzt. Der Dienstleister hat in den vergangenen Monaten bereits Partnerschaften mit Revolut (UK, EWR) und Nubank (Brasilien) bekanntgegeben – zwei der größten digitalen Banken weltweit. Das Ziel: der Aufbau eines globalen „Money Grid“, in dem Banken Lightning und UMA wie ein universelles TCP/IP für Geld nutzen.

Ob SoFi nun die „allererste“ US-Bank mit Lightning-Integration ist, hängt von der Definition ab – Lightspark selbst spricht vorsichtiger von „einer der ersten US-Banken“. Klar ist jedoch: In der Kombination aus UMA-Adressen, Bitcoin-Lightning-Routing und direkter Fiat-Ein- und Auszahlung ist SoFi der Vorreiter.

Damit verschiebt sich der Maßstab für internationale Überweisungen. Statt mehrtägiger Abwicklung mit hohen Kosten bietet SoFi künftig ein rund um die Uhr verfügbares, blockchainbasiertes Remittance-System, das direkt im Bank-Frontend läuft. Sollte sich das Modell bewähren, dürfte es schwer für Wettbewerber werden, am klassischen, trägen Korrespondenzbankensystem festzuhalten.

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Er macht seit neun Jahren das Fachchinesisch der großen Banken für private Anleger verständlich. Er nimmt komplexe Berichte von Bloomberg und macht daraus klare Analysen zu Bitcoin oder Solana. Sein Fokus liegt auf echtem Hintergrundwissen damit Anleger Marktbewegungen logisch einordnen können.