SEC stoppt überraschend GDLC-ETF mit XRP, Solana und Cardano – Was steckt dahinter?

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SEC stoppt überraschend GDLC-ETF mit XRP, Solana und Cardano – Was steckt dahinter?

Am 1. Juli 2025 hat die US-Börsenaufsicht SEC überraschend die zuvor erteilte Genehmigung für die Umwandlung des Grayscale Digital Large Cap Fund (GDLC) in einen börsengehandelten Fonds (ETF) ausgesetzt. Der Schritt erfolgte weniger als 24 Stunden nach der ursprünglichen Zulassung durch die zuständige Abteilung der Behörde – und sorgt für erhebliche Verunsicherung im Markt.

SEC-Überprüfung stoppt GDLC-Launch

In einem nur einseitigen Schreiben teilte SEC-Vizedirektor J. Matthew DeLesDernier der New Yorker Börse NYSE Arca mit, dass die GDLC-Zulassung gemäß Regel 431 der SEC-Verfahrensordnung „zur Überprüfung durch die Kommission vorgelegt“ werde. Bis zur endgültigen Entscheidung bleibt die Genehmigung damit formell ausgesetzt („stayed“).

Konkret bedeutet das: Obwohl die zuständige Abteilung der SEC – Division of Trading & Markets – bereits am 1. Juli den Regeländerungsantrag nach dem Exchange Act Rule 19b-4 bewilligte, kann GDLC nicht an der NYSE Arca gelistet werden, solange die Kommission keine abschließende Entscheidung trifft.

Was ist der GDLC-Fonds?

Der Grayscale Digital Large Cap Fund ist ein bereits bestehendes Anlagevehikel, das aktuell rund 755 Millionen US-Dollar verwaltet. Die Asset-Allokation besteht überwiegend aus Bitcoin (≈80 %) und Ethereum (≈11 %). Doch die verbleibenden rund 8 % entfallen auf XRP, Solana und Cardano – und genau das könnte der entscheidende Knackpunkt sein.

Denn: Während die SEC Bitcoin und Ethereum inzwischen weitgehend als Commodities einstuft, laufen für XRP, SOL und ADA noch keine endgültigen regulatorischen Anerkennungen. Die SEC hat in verschiedenen Verfahren – etwa gegen Ripple – argumentiert, dass es sich nicht um Wertpapiere im klassischen Sinne handle, aber auch nicht eindeutig ausgeschlossen, dass gewisse Token in den Anwendungsbereich des Wertpapiergesetzes fallen könnten.

Warum der Rückzieher? Zwei Theorien

Die plötzliche Aussetzung kommt überraschend, zumal Grayscales Bitcoin Trust (GBTC) bereits Anfang 2024 problemlos in einen Spot-ETF umgewandelt wurde – nachdem ein Gericht die vorherige Ablehnung der SEC als „willkürlich und unbegründet“ bezeichnet hatte.

Laut Bloomberg-Analyst James Seyffart gibt es derzeit zwei Hauptvermutungen für den Richtungswechsel:

1. Warten auf einheitlichen ETF-Standard für Krypto

Die SEC könnte beabsichtigen, einen übergreifenden regulatorischen Rahmen für Krypto-ETFs zu veröffentlichen, bevor weitere Produkte mit mehreren Tokens zugelassen werden. Ein solches Rahmenwerk („ETF Listing Standards“) könnte Anforderungen an Marktkapitalisierung, Liquidität oder Handelsvolumen enthalten – und damit als Grundlage für zukünftige Zulassungen dienen.

Seyffart vermutet:

„Die SEC möchte keine Produkte auf Basis von Rule 19b-4 starten lassen, bevor sie diesen Rahmen offiziell vorgestellt hat.“

2. Interne Uneinigkeit innerhalb der SEC

Eine andere Theorie besagt, dass innerhalb der Behörde nicht alle Abteilungen mit dem GDLC-Produkt einverstanden sind. Während die Abteilung für Marktstruktur („Trading & Markets“) die Umwandlung bereits genehmigte, könnten andere SEC-Bereiche wie die Rechtsabteilung oder Enforcement Bedenken zur Fondsstruktur, zur Aufbewahrung oder zur Offenlegung haben.

„Vielleicht möchte eine andere Abteilung der SEC weitere Details zu einem spezifischen Aspekt von GDLC klären“, schreibt Seyffart auf X.

Was bedeutet Regel 431 konkret?

Die Berufung auf Rule 431 ist kein Einzelfall: Diese Regel erlaubt es jedem SEC-Kommissar, eine Entscheidung der Fachabteilungen zur umfassenden Überprüfung an die gesamte Kommission zu ziehen.

Wichtig:

  • Die Aussetzung ist verfahrensrechtlich – keine Ablehnung.
  • Es gibt keine gesetzliche Frist für eine Entscheidung.
  • In der Vergangenheit zogen sich ähnliche Überprüfungen mehrere Wochen bis Monate hin.

Bis zur Entscheidung bleibt die GDLC-Umwandlung auf Eis gelegt. In der Zwischenzeit können Grayscale, Investoren oder andere Parteien Stellungnahmen und Rechtsmeinungen einreichen, um die ursprüngliche Genehmigung zu verteidigen.


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Analysten: Das ist nur ein Aufschub – keine endgültige Absage

Trotz des Rückschlags zeigen sich Analysten optimistisch. Bloomberg-ETP-Experte Eric Balchunas glaubt, dass die SEC schlicht noch nicht bereit für einen Markteintritt von ETFs mit „nicht anerkannten“ Coins ist:

„Ich vermute, sie wollen die neuen Krypto-ETP-Standards veröffentlichen, bevor sie ’33-Act-Produkte mit anderen Coins zulassen.“

Auch Seyffart geht davon aus, dass GDLC letztlich doch konvertieren darf:

„TL;DR: Es kann noch nicht umgewandelt werden – aber es wird.“

Die Aussetzung betrifft nicht nur Grayscale, sondern sendet ein Signal an alle Marktteilnehmer, die sich auf eine breitere ETF-Zulassung von Altcoins wie XRP, SOL oder ADA vorbereiten. Erst vor wenigen Tagen hatten mehrere Experten die Wahrscheinlichkeit für Einzel-ETFs auf 95 % geschätzt. Diese Einschätzung muss nun revidiert oder zumindest zeitlich angepasst werden – denn offenbar ist der politische oder regulatorische Konsens in der SEC noch nicht vollständig.

Die SEC hat ihre Zustimmung zur Umwandlung von GDLC in einen ETF vorerst gestoppt, aber nicht widerrufen. Der Vorgang unterstreicht, wie sensibel und komplex die Integration neuer Krypto-Produkte in den regulierten Kapitalmarkt ist – insbesondere, wenn nicht-Bitcoin-Assets beteiligt sind. Für Grayscale ist der Vorgang ein Rückschlag, für Anleger bleibt er ein Unsicherheitsfaktor. Doch solange kein formeller Widerruf erfolgt, bleibt das Projekt technisch am Leben – und könnte bald wieder Fahrt aufnehmen.

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Er macht seit neun Jahren das Fachchinesisch der großen Banken für private Anleger verständlich. Er nimmt komplexe Berichte von Bloomberg und macht daraus klare Analysen zu Bitcoin oder Solana. Sein Fokus liegt auf echtem Hintergrundwissen damit Anleger Marktbewegungen logisch einordnen können.