Ripple-IPO rückt wieder in den Fokus – Deaton sieht 100-Milliarden-Dollar-Bewertung in Reichweite

Patrik
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Marktanalyst & Redakteur

Er macht seit neun Jahren das Fachchinesisch der großen Banken für private Anleger verständlich. Er nimmt komplexe Berichte von Bloomberg und macht daraus klare Analysen zu Bitcoin oder Solana. Sein Fokus liegt auf echtem Hintergrundwissen damit Anleger Marktbewegungen logisch einordnen können.

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Ripple-IPO rückt wieder in den Fokus – Deaton sieht 100-Milliarden-Dollar-Bewertung in Reichweite

Der bekannte US-Anwalt und XRP-Befürworter John E. Deaton hat die Diskussion über ein mögliches Börsendebüt von Ripple Labs erneut entfacht. In einem Beitrag auf X (ehemals Twitter) argumentierte er, dass der Zeitpunkt für einen Börsengang „strategisch äußerst relevant“ geworden sei – nicht wegen Kapitalbedarf, sondern wegen Marktchancen. Seine These: Wenn der Stablecoin-Emittent Circle eine Bewertung von bis zu 75 Milliarden US-Dollar erzielen kann, sei für Ripple eine Marktkapitalisierung von 100 Milliarden US-Dollar realistisch.

„Es geht nicht um Geld – es geht um das Timing“

Laut Deaton befindet sich Ripple aktuell nicht unter Druck, Kapital durch einen Börsengang aufzunehmen. CEO Brad Garlinghouse habe in der Vergangenheit betont, dass ein IPO keine Priorität sei. Dennoch betont Deaton:

„Circle hat mit seinem Börsengang die Messlatte gesetzt. Wenn Investoren bereit sind, Circle mit 62–75 Milliarden Dollar zu bewerten, obwohl deren USDC ein reiner Verbindlichkeiten-Posten ist, dann hat Ripple mit 40 Milliarden XRP auf dem Balance Sheet das Potenzial für mehr.“

Tatsächlich liegt der aktuelle Marktwert der XRP-Bestände bei etwa 80 Milliarden US-Dollar, was Deaton zufolge als Anlagewert in eine Gesamtbewertung von 100 Milliarden einfließen könnte.

Private Bewertung steigt rasant – Ripple zahlt 175 US-Dollar pro Aktie

Untermauert wird Deatons These durch jüngste Zahlen: Ripple hat kürzlich ein weiteres Rückkaufangebot für private Aktien gestartet – diesmal zu einem Preis von 175 US-Dollar pro Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von 135 % auf aktuelle Sekundärmarktpreise und fast dem Dreifachen des Preises der Rückkaufaktion vor zwei Jahren (65 USD).

Basierend auf dem aktuellen Angebot ergibt sich eine interne Bewertung von rund 25 Milliarden US-Dollar – bei insgesamt 141 Millionen ausstehenden Aktien. Im Januar lag der Rückkaufpreis noch bei 125 USD.

Zudem geht aus den Angebotsunterlagen hervor, dass Ripple aktuell:

  • 3,7 Milliarden US-Dollar an Barmitteln
  • keine Schulden
  • 41 Milliarden XRP auf der Bilanz hat

Je nach Bewertung (Marktpreis vs. Abschlag von 50 %) ergibt das zusätzliche Vermögenswerte von 47 bis 94 Milliarden US-Dollar.

Regulatorische Hindernisse fallen – SEC-Deal auf dem Tisch

Ein zentraler Grund, warum Ripple bisher nicht an die Börse ging, war der langjährige Rechtsstreit mit der US-Börsenaufsicht SEC. Im März 2024 zog die SEC ihre Berufung gegen das Urteil von Richterin Analisa Torres zurück, das XRP nicht als Wertpapier einstufte. Diese Entwicklung wird von Garlinghouse als „überfällige Kapitulation“ der SEC gewertet.

Daraufhin einigten sich beide Parteien auf einen Vergleichsvorschlag: Ripple soll insgesamt 125 Millionen US-Dollar zahlen, davon gehen 50 Millionen an die SEC, 75 Millionen verbleiben bei Ripple. Dieser Deal liegt seit dem 13. Juni bei Richterin Torres zur Genehmigung.

Sollte sie zustimmen, wäre das juristische Kapitel abgeschlossen – ein entscheidender Meilenstein für einen möglichen Börsengang.

Ripple vs. Circle: Zwei völlig unterschiedliche Geschäftsmodelle

Ein zentrales Argument von Deaton: Während Circle’s USDC-Stablecoins als Verbindlichkeiten zu verstehen sind, gelten Ripples XRP-Bestände als Anlagevermögen – zumindest aus bilanzieller Sicht. Das würde Ripple bei einem IPO strukturell besser aufstellen.

Zur Einordnung: Circle ging am 4. Juni an die New Yorker Börse (NYSE) und sammelte dabei 1,1 Milliarden US-Dollar bei einer Bewertung von 6,9 Milliarden Dollar ein – obwohl der Gesamtwert der im Umlauf befindlichen USDC rund 62 Milliarden beträgt.

Ripple hingegen könnte mit seinen bilanziellen Assets und dem Ausblick auf steigende XRP-Preise eine deutlich höhere Bewertung durchsetzen, sofern die Investoren die Bestände als „Werthaltigkeit“ akzeptieren.

Sollte Ripple tatsächlich zu einer Bewertung von 100 Milliarden US-Dollar an die Börse gehen, würde dies den bisherigen Rekordhalter Coinbase deutlich übertreffen. Das Unternehmen ging im April 2021 mit einer Bewertung von 86 Milliarden US-Dollar per Direct Listing an die NASDAQ.

Ripple könnte damit den größten IPO eines Krypto-Unternehmens weltweit liefern – eine Art Krönung nach fünf Jahren regulatorischem Dauerfeuer.


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Entscheidung rückt näher: Was passiert nach dem 9. Juli?

Obwohl Garlinghouse öffentlich betont hat, dass ein Börsengang nicht oberste Priorität habe, läuft die Frist für das aktuelle Aktien-Rückkaufangebot am 9. Juli 2025 aus. Beobachter gehen davon aus, dass Ripple nach diesem Stichtag möglicherweise weitere Schritte vorbereitet – etwa eine Anmeldung bei der SEC für einen offiziellen IPO.

Analysten und Investoren werden zukünftige Unternehmensmeldungen, insbesondere auf der NASDAQ Private Market Plattform, genau verfolgen. Jede Andeutung einer bevorstehenden Registrierung oder Roadshow könnte als Vorbote für den Börsengang gewertet werden. Der Druck wächst – nicht wegen Kapitalnot, sondern wegen Marktchancen. Ripple ist schuldenfrei, verfügt über riesige liquide Reserven, eine weltweit genutzte Blockchain und eine stark wachsende Community. Wenn der regulatorische Vorhang fällt, könnten Garlinghouse und sein Team rasch aktiv werden.

Deaton bringt es auf den Punkt: Timing ist alles. Sollte XRP weiterhin über 2 US-Dollar notieren und die SEC endgültig Geschichte sein, wäre ein Ripple-IPO eine der spektakulärsten Kapitalmarktgeschichten der nächsten Jahre.

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