Ripple-CEO dementiert Übernahmegerüchte um Circle
Ripple-Chef Brad Garlinghouse hat am 1. Juni in Las Vegas klargestellt, dass Ripple niemals eine Übernahme von Circle angestrebt habe. Die Aussage fiel während eines Live-Interviews mit dem Georgetown-Juraprofessor Chris Brummer bei einer geschlossenen Veranstaltung. Garlinghouse sagte laut Brummer:
„Wir haben Circle nicht kaufen wollen, das Thema stand für uns nicht zur Debatte.“
Zuvor hatte es Gerüchte gegeben, dass Ripple Circle für 4 bis 5 Milliarden US-Dollar übernehmen wollte. Diese Meldung stammte von anonymen Quellen und erschien am 30. April in mehreren Medien. Laut den Berichten soll Circle das Angebot abgelehnt haben, aber offen für künftige Gespräche geblieben sein. Circle bereitet sich derzeit auf einen Börsengang in den USA vor, hat sich zu Bewertung und Zeitpunkt aber bisher nicht geäußert.
Garlinghouse wünschte Circle ausdrücklich „alles Gute“ und machte deutlich, dass deren Geschäftsmodell nicht mit Ripples aktuellen Plänen vereinbar sei. Es ist das erste Mal, dass Ripple öffentlich auf die Gerüchte um eine mögliche Übernahme reagiert.
Fokus auf RLUSD-Stablecoin und Tokenisierung
Im selben Interview sprach Garlinghouse auch über Ripple’s Strategie, mit dem kommenden RLUSD-Stablecoin ein neues Zahlungssystem zu schaffen. Dieser Coin soll als On-Chain-Kollateral auf dem XRP-Ledger fungieren, um Transaktionen effizienter und transparenter abzuwickeln.
Darüber hinaus betonte er, dass Ripple mit dem Kauf des Prime-Brokerage-Dienstes Hidden Road die Grundlagen schafft, um klassische Finanzmärkte mit tokenisierten Vermögenswerten zu verbinden. Als Beispiel nannte er Pilotprojekte in den Vereinigten Arabischen Emiraten, bei denen Immobilien digitalisiert und auf der Blockchain gehandelt werden sollen.
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Brücke zwischen traditioneller Finanzwelt und Krypto
Garlinghouse sieht Ripple in einer Vermittlerrolle zwischen der alten und der neuen Finanzwelt. Er sprach sich ausdrücklich gegen öffentliche Streitigkeiten in der Branche aus, da sie dem Ruf der gesamten Kryptoindustrie schaden könnten. Als symbolisches Zeichen für Zusammenarbeit erwähnte er die Schenkung des sogenannten „Satoshi-Schädels“ an ein Blockchain-Museum – ein Artefakt mit Bezug zur Bitcoin-Geschichte.
Abschließend reflektierte er die laufenden rechtlichen Auseinandersetzungen mit der US-Börsenaufsicht SEC. Er schilderte, wie unterschiedlich engagiert die Mitarbeiter der Behörde in Gesprächen aufgetreten seien und machte deutlich, dass der jahrelange Rechtsstreit auch persönlich belastend gewesen sei.
Trotz regulatorischer Hürden bleibt Garlinghouse optimistisch. Ripple arbeite an einer vernetzten Zukunft, in der Banken, Stablecoins und digitale Vermögenswerte nahtlos miteinander kommunizieren. Ziel sei es, ein belastbares Finanzsystem zu schaffen, das auf Transparenz, Effizienz und globaler Interoperabilität basiert.