Mike Novogratz: Bitcoin auf dem Weg zu 1 Million USD – aber bitte ohne Crash-Rallye

Patrik
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Patrik
Marktanalyst & Redakteur

Er macht seit neun Jahren das Fachchinesisch der großen Banken für private Anleger verständlich. Er nimmt komplexe Berichte von Bloomberg und macht daraus klare Analysen zu Bitcoin oder Solana. Sein Fokus liegt auf echtem Hintergrundwissen damit Anleger Marktbewegungen logisch einordnen können.

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Mike Novogratz: Bitcoin auf dem Weg zu 1 Million USD – aber bitte ohne Crash-Rallye

Mike Novogratz, CEO von Galaxy Digital, sieht den langfristigen Weg von Bitcoin in Richtung 1 Million USD durch zwei Haupttriebwerke angetrieben: globale Adaption und ein ungünstiges makroökonomisches Umfeld. In einem Interview mit Natalie Brunell am 12. August betonte er, dass er einen langsamen, nachhaltigen Anstieg bevorzuge – ein plötzlicher Preissprung wäre für ihn eher ein Zeichen wirtschaftlicher Schieflagen als gesunder Marktentwicklung.

Zwei Motoren für den Bitcoin-Preis

Für Novogratz beginnt die Geschichte mit der kulturellen und institutionellen Akzeptanz der vergangenen zehn Jahre. Auf gesellschaftlicher Ebene habe sich ein selbsttragender Konsens gebildet: „Eine Mischung aus zuerst schrägen Leuten und dann weniger schrägen Leuten hat genug Menschen orange-gepillt, damit Bitcoin Wert hat – weil wir sagen, dass er es hat.“

Institutionell sei der Wendepunkt erreicht worden, als Larry Fink, CEO des weltgrößten Vermögensverwalters BlackRock, Bitcoin als seriöse Anlageklasse öffentlich anerkannte. „Es gibt ein vor Larry Fink und ein nach Larry Fink. Er hat es als echtes Asset abgesegnet – und jetzt steht es auf jedem Screen eines Makro-Traders weltweit.“

Der zweite Motor ist das makroökonomische Umfeld. Novogratz rechnet mit dauerhaft hohen Haushaltsdefiziten und einer fortschreitenden Entwertung von Fiat-Währungen, was den Wert von Bitcoin als knappes, inflationsgeschütztes Asset stärkt. „Regierungen können ihre Hosen nicht oben behalten – sie geben mehr aus, als sie sollten. Die Defizite werden steigen, nicht sinken“, sagte er. Bitcoin sei in diesem Kontext sowohl „Zeugnis“ als auch „Korrektiv“ für wirtschaftspolitisches Fehlverhalten.

Langsamer Aufstieg statt Krisen-Sprint

Für Novogratz steht das Ziel – 1 Million USD pro Bitcoin – außer Frage, aber der Weg dorthin sollte nicht durch Panik oder Zusammenbruch geprägt sein. „Wer auf einen Millionenpreis im nächsten Jahr hofft, sollte wissen: Das passiert nur, wenn wir uns in einer richtig schlechten Lage befinden.“ Sein Ideal: ein stetiges Zusammenspiel aus wachsender Adoption und makroökonomischem Rückenwind.

Er plädiert dafür, dass Bitcoin „in seiner Spur bleibt“ – als digitales Gold, also als „Blockchain, die speziell für Geld gemacht ist“. Diese klare Narrative erleichtere es Institutionen und Privatanlegern gleichermaßen, das Asset zu verstehen und zu akzeptieren. Die Marktinfrastruktur – etwa Spot-ETFs und Anbindung an traditionelle Handelsplattformen – sei mittlerweile so robust, dass selbst große Transaktionen kaum Preisschwankungen verursachen. Als Beispiel nannte er den Verkauf von 80.000 BTC, den Galaxy abwickelte: „Der Markt hat das sehr gut absorbiert – kaum ein Ausschlag.“

Zyklus, Marktstruktur und Portfolio-Strategie

Trotz steigender Aktivität im Markt – „Wir bekommen derzeit fünf Anfragen pro Woche von neuen Unternehmen, die Bitcoin in ihre Bilanz nehmen wollen“ – sieht Novogratz noch mindestens eine Aufwärtsbewegung in diesem Zyklus. Ein möglicher Katalysator: die Erwartung einer dovishen US-Notenbank im weiteren Jahresverlauf.

Sein eigenes Krypto-Portfolio hält er seit Jahren konservativ: 70 % Bitcoin, 30 % andere Assets. Für Anleger außerhalb der Kryptoszene sei heute eine höhere Allokation vertretbar als früher, da die Branche gereift und liquider geworden ist. Dennoch bleibe Bitcoin für ihn der Kern jeder Strategie – getragen von der Adoption neuer Nutzer und der fortgesetzten Schwäche des Fiat-Systems.

„Je mehr Menschen wir ins Zelt holen, desto höher geht der Preis“, fasste er zusammen. In Kombination mit einem makroökonomischen Umfeld, das kaum Entspannung verspricht, sei das der doppelte Motor, der Bitcoin letztlich zu siebenstelligen Kursen führen werde – im Idealfall als stetiger Aufstieg statt Krisenflucht.

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Er macht seit neun Jahren das Fachchinesisch der großen Banken für private Anleger verständlich. Er nimmt komplexe Berichte von Bloomberg und macht daraus klare Analysen zu Bitcoin oder Solana. Sein Fokus liegt auf echtem Hintergrundwissen damit Anleger Marktbewegungen logisch einordnen können.