Microsoft warnt vor neuer Malware StilachiRAT: Krypto-Wallets im Visier
StilachiRAT ist ein neuer Remote-Access-Trojaner (RAT), der auf Krypto-Wallets und Zugangsdaten abzielt
- Die Malware wurde erstmals im November 2024 entdeckt und nutzt Tarnmechanismen zur Vermeidung von Erkennung
- Microsoft hat Sicherheitsmaßnahmen empfohlen, um Infektionen zu verhindern
Microsoft-Forscher haben eine neue Schadsoftware namens StilachiRAT entdeckt, die darauf ausgelegt ist, Kryptowallet-Daten, Zugangsdaten und Systeminformationen zu stehlen. Laut einer Bekanntmachung vom 17. März 2025 ermöglicht der Trojaner den Angreifern außerdem einen dauerhaften Zugriff auf infizierte Geräte.
Die Malware wurde erstmals im November 2024 identifiziert und verfügt über fortschrittliche Tarnmechanismen, um Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen. Obwohl Microsoft den Schädling bisher keinem bekannten Bedrohungsakteur zugeordnet hat, warnen Sicherheitsexperten, dass er eine erhebliche Bedrohung für Krypto-Nutzer darstellen könnte.
Ein hochentwickelter Cyberangriff
StilachiRAT kann Daten von über 20 verschiedenen Krypto-Wallet-Extensions in Google Chrome auslesen, darunter MetaMask, Trust Wallet und Coinbase Wallet. Dadurch erhalten Angreifer Zugriff auf gespeicherte Kryptowährungen.
Zusätzlich ist die Malware in der Lage:
- Gespeicherte Passwörter in Chrome zu entschlüsseln
- Die Zwischenablage zu überwachen, um sensible Finanzdaten zu stehlen
- Über TCP-Ports 53, 443 und 16000 eine Fernverbindung zu den Angreifern herzustellen
- Aktive Remote-Desktop-Protokoll (RDP)-Sitzungen zu überwachen und zu übernehmen
- Sicherheits-Token zu duplizieren, um Benutzer zu imitieren
- Seitliche Bewegungen in Netzwerken durchzuführen, was ihn besonders gefährlich für Unternehmen macht
Um eine permanente Infektion sicherzustellen, modifiziert StilachiRAT Windows-Diensteinstellungen und nutzt sogenannte Watchdog-Threads, um sich nach einer Entfernung automatisch neu zu installieren.
Verschleierung und Anti-Forensik-Techniken
Um einer Entdeckung zu entgehen, setzt die Malware auf mehrere Anti-Forensik-Maßnahmen:
- System-Event-Logs werden gelöscht, um Spuren zu verwischen
- API-Aufrufe werden verschleiert, um die Analyse zu erschweren
- Die Verbindung zu Command-and-Control (C2)-Servern wird um zwei Stunden verzögert, um Sandboxing-Techniken zu umgehen
- Überwachungstools wie tcpview.exe werden erkannt – falls vorhanden, beendet sich der Schädling automatisch
Maßnahmen zur Abwehr und Reaktion
Microsoft empfiehlt Nutzern, folgende Sicherheitsvorkehrungen zu treffen:
- Software nur aus offiziellen Quellen herunterladen, da sich StilachiRAT als legitime Anwendung tarnen kann
- Netzwerkschutz in Microsoft Defender for Endpoint aktivieren, um verdächtige Aktivitäten zu blockieren
- Safe Links und Safe Attachments in Microsoft 365 nutzen, um Phishing-Angriffe zu verhindern
Microsoft hat zudem Microsoft Defender XDR aktualisiert, um StilachiRAT zu erkennen und zu entfernen. Sicherheitsexperten sollten Netzwerkanalysen durchführen, verdächtige Verbindungen prüfen und unautorisierte Service-Installationen überwachen, die auf eine Infektion hinweisen könnten.
Obwohl Microsoft bisher keine großflächige Verbreitung von StilachiRAT beobachtet hat, warnt das Unternehmen, dass Bedrohungsakteure ihre Schadsoftware kontinuierlich weiterentwickeln. Microsoft wird die Lage weiter beobachten und über das Threat Intelligence Blog fortlaufend Updates bereitstellen. Nutzer, insbesondere aus dem Krypto-Bereich, sollten erhöhte Wachsamkeit walten lassen, um sich vor möglichen Angriffen zu schützen.