Linqto-Skandal erschüttert Ripple-Investoren: Tausende bangen um ihre Pre-IPO-Anteile

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Patrik
Marktanalyst & Redakteur

Er macht seit neun Jahren das Fachchinesisch der großen Banken für private Anleger verständlich. Er nimmt komplexe Berichte von Bloomberg und macht daraus klare Analysen zu Bitcoin oder Solana. Sein Fokus liegt auf echtem Hintergrundwissen damit Anleger Marktbewegungen logisch einordnen können.

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Linqto-Skandal erschüttert Ripple-Investoren: Tausende bangen um ihre Pre-IPO-Anteile

Was einst als demokratischer Zugang zu vielversprechenden Krypto-Investments gefeiert wurde, droht nun in einem regulatorischen Albtraum zu enden. Die Investmentplattform Linqto, die Privatkunden frühzeitig den Einstieg in sogenannte „Pre-IPO“-Beteiligungen an Unternehmen wie Ripple versprach, steht vor dem Zusammenbruch. Der Fall zieht Kreise bis zur US-Börsenaufsicht SEC und dem Justizministerium. Die Konten von über 13.000 Anlegern sind eingefroren, und eine drohende Insolvenz nach Chapter 11 könnte sie rechtlich zu ungesicherten Gläubigern degradieren.

Ermittlungen gegen Ex-CEO: Ripple-Anteile überteuert verkauft?

Der Auslöser für das Chaos: massive Vorwürfe gegen den früheren Linqto-Chef William Sarris. Interne Recherchen, über die zuerst das Wall Street Journal berichtete, zeigen: Sarris soll Ripple-Anteile um über 60 % aufgeschlagen haben, ohne Kunden darüber zu informieren. Zudem soll er Aktien ohne Erlaubnis verkauft und nicht-akkreditierte Anleger für Investitionen in sogenannte SPVs (Special Purpose Vehicles) zugelassen haben.

Die neue Geschäftsleitung gestand im März in einer Pressemitteilung selbst „umfassende Verstöße gegen Wertpapiergesetze“ ein. Der Handel wurde ausgesetzt, die Hälfte der Belegschaft entlassen. Aktuell prüft ein unabhängiges Team, ob die Kundengelder tatsächlich in den SPVs liegen, wie offiziell behauptet wird.

Tausende Anleger betroffen – prominenter Anwalt kritisiert Linqto scharf

Der prominente Krypto-Anwalt John E. Deaton spricht von einem “absoluten Chaos”. Über 11.500 Nutzer sollen Anteile an SPVs gekauft haben, die wiederum Ripple-Aktien halten sollten. Davon seien laut Deaton mindestens 5.000 Investoren nicht als akkreditierte Anleger registriert, was einen erheblichen Rechtsverstoß darstellen würde.

Deaton will die Öffentlichkeit in einem Livestream über den laufenden SEC-Vollstreckungsfall informieren. Besonders brisant: Eine einfache Rückzahlung der Einlage könnte für viele Investoren bedeuten, auf Buchgewinne in Höhe von sechs- bis siebenstelligen Beträgen zu verzichten – eine bittere Aussicht für jene, die früh in Ripple investiert hatten.

CTO von Ripple stellt klar: „Ihr besitzt keine Ripple-Aktien“

Für zusätzliche Unsicherheit sorgte eine Stellungnahme von David Schwartz, dem Chief Technology Officer (CTO) von Ripple. Auf X (ehemals Twitter) erinnerte er Investoren daran: „Ihr besitzt keine Ripple-Aktien direkt.“ Vielmehr halte man Anteile an einem juristischen Vehikel, das wiederum Ripple-Aktien halte. Diese Struktur sei zwar üblich bei SPVs, aber vielen Investoren offenbar nicht bewusst gewesen.

Diese Aussage wirft die Frage auf, was mit diesen Konstruktionen im Falle einer Insolvenz von Linqto passiert. Schwartz meint, die SPVs seien formal unabhängig und nicht direkt von Linqtos Finanzproblemen betroffen – allerdings könnten operative Risiken wie die Insolvenz von Treuhändern, Verwahrstellen oder Verwaltern zu Verzögerungen oder Komplikationen führen.


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Gerüchte um Soros-Investment bei Ripple entkräftet

Inmitten des Chaos kam ein weiteres Gerücht auf: Hält George Soros Anteile an Ripple? David Schwartz verneinte dies und stellte klar, dass Soros Fund Management lediglich in PolySign investiert sei – ein separates Unternehmen, in das ebenfalls viele Linqto-Kunden investiert haben. PolySign hatte 2022 den Fondsadministrator MG Stover übernommen, was das Investment plausibel macht. Eine Verbindung zu Ripple besteht laut Schwartz aber nicht.

Wie geht es weiter? Drei Faktoren entscheiden über das Schicksal der Anleger

Ob und wie Anleger ihre Gelder zurückerhalten, hängt nun von drei entscheidenden Faktoren ab:

  1. Restrukturierung von Linqto: Ob ein gerichtlicher Insolvenzplan die Interessen der Kunden berücksichtigt oder ob die SPVs mit in die Insolvenzmasse fallen, ist noch unklar.
  2. Ermittlungen der SEC: Die Behörde könnte nicht nur Linqto, sondern auch Partnerunternehmen und SPV-Strukturen auf rechtliche Mängel untersuchen – mit ungewissem Ausgang.
  3. Nachweis der Eigentumsrechte an den Ripple-Aktien: Falls die SPVs nicht korrekt errichtet wurden oder Aktien nicht ordnungsgemäß eingebucht sind, könnten Anleger jahrelang um ihr Eigentum kämpfen.

Was als visionäre Plattform begann, droht für Tausende Anleger im Fiasko zu enden. Der Linqto-Skandal offenbart einmal mehr, wie fragil viele Angebote im Graubereich zwischen Krypto und traditionellem Finanzmarkt sind. Für viele Ripple-Investoren steht nicht weniger als der Totalverlust ihrer Anteile im Raum.

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Er macht seit neun Jahren das Fachchinesisch der großen Banken für private Anleger verständlich. Er nimmt komplexe Berichte von Bloomberg und macht daraus klare Analysen zu Bitcoin oder Solana. Sein Fokus liegt auf echtem Hintergrundwissen damit Anleger Marktbewegungen logisch einordnen können.