Institutionelle Anleger bleiben bis Jahresende bullish auf Krypto – Sygnum warnt vor Abkühlung 2026
Institutionelle Investoren zeigen sich weiterhin optimistisch gegenüber Kryptowährungen – zumindest kurzfristig. Laut dem aktuellen „Future Finance 2025 Report“ der Schweizer Sygnum Bank planen viele Vermögensverwalter, Family Offices und professionelle Anleger, ihre Krypto-Allokationen im vierten Quartal 2025 zu erhöhen.
Doch die Studie deutet auch auf ein mögliches Stimmungsumschwung im Jahr 2026 hin: Während das Interesse an Bitcoin, Ethereum und tokenisierten Vermögenswerten stark bleibt, rechnen Experten mit einem Wachstumsrückgang und nachlassender Risikobereitschaft.
Institutionen erhöhen Krypto-Allokationen im Q4
Sygnum, mit Hauptsitzen in Zürich und Singapur, hat über 1.000 professionelle Investoren aus 43 Ländern befragt. Das Ergebnis zeigt ein klares Bild:
- 61 % der Befragten wollen ihre Investitionen in digitale Vermögenswerte weiter ausbauen,
- 38 % planen, ihre Positionen noch im vierten Quartal 2025 zu erhöhen.
Bemerkenswert ist der Wandel in der Anlagestrategie. Während früher Spekulation und kurzfristige Rendite im Vordergrund standen, ist heute Diversifikation der Hauptgrund für Engagements im Krypto-Sektor.
Lucas Schweiger, leitender Autor des Berichts, fasst den Wandel so zusammen:
„Institutionen denken weniger über Krypto als Absicherung nach – und mehr über ihre aktive Teilnahme an der strukturellen Evolution des globalen Finanzsystems.“
Damit positioniert sich Krypto zunehmend als fester Bestandteil professioneller Portfolios, ähnlich wie Gold, Private Equity oder alternative Fondsstrategien.
Aktive Strategien und ETFs gewinnen an Bedeutung
Die Studie zeigt zudem, dass sich institutionelle Anleger stärker auf aktive Managementstrategien konzentrieren:
- 42 % bevorzugen aktiv verwaltete Mandate,
- 39 % setzen auf Indexprodukte,
- während klassische „Single-Token“-Investments an Bedeutung verlieren.
Dieser Trend verdeutlicht, dass Anleger auf flexible Strategien setzen, die auf regulatorische Änderungen und Marktschwankungen reagieren können.
Parallel dazu wächst das Interesse an Krypto-ETFs, die über Bitcoin und Ethereum hinausgehen. Mehr als 80 % der Befragten wünschen sich breitere ETF-Angebote, insbesondere mit Staking-Funktionen, die passives Einkommen ermöglichen. Besonders gefragt seien Produkte auf Solana und Multi-Asset-Portfolios, so die Analysten.
Diese Entwicklung spiegelt sich in den jüngsten Marktdaten wider: Laut The Block verzeichneten die neuen Spot-Solana-ETFs in den USA innerhalb von zehn Handelstagen über 200 Millionen US-Dollar an Nettokapitalzuflüssen – ein deutliches Zeichen institutionellen Interesses und ein weiterer Beleg für das wachsende Vertrauen in Solanas Zukunft. Eine detaillierte Einschätzung zur möglichen Kursentwicklung bietet die aktuelle Solana Prognose, die Chancen und Risiken des Projekts im aktuellen Marktumfeld beleuchtet.
Tokenisierung als Zukunftstrend
Ein weiteres Kernthema des Berichts ist der Aufstieg sogenannter tokenisierter Real-World Assets (RWA). Diese Entwicklung beschreibt die digitale Abbildung klassischer Anlageformen wie Anleihen, Fonds oder Immobilien auf der Blockchain.
Das Interesse daran ist laut Sygnum massiv gestiegen – von 6 % im Jahr 2024 auf 26 % im Jahr 2025. Tokenisierte Vermögenswerte gelten als einer der zentralen Wachstumstreiber des nächsten Krypto-Zyklus, da sie regulatorische Sicherheit mit Blockchain-Transparenz verbinden.
Sygnum selbst bietet institutionellen Kunden entsprechende Lösungen im Bereich Tokenisierung, Verwahrung und Handel an und sieht darin eine der größten Chancen, den Krypto-Sektor stärker in die traditionelle Finanzwelt zu integrieren.
Ausblick: Verlangsamung der Dynamik im Jahr 2026 erwartet
Trotz der positiven Stimmung im Jahr 2025 bleiben die Experten der Bank vorsichtig für das kommende Jahr. Die Mehrheit der Befragten rechnet ab der zweiten Jahreshälfte 2026 mit einer Abschwächung der Marktaktivität.
Sygnum beschreibt 2025 als ein Jahr „gemäßigten Risikos mit starken Nachfragetriggern“, warnt jedoch vor einer möglichen Abkühlung, sobald kurzfristige Impulse – etwa regulatorische Klarheit oder geldpolitische Lockerungen – nachlassen.
Hauptfaktoren für eine mögliche Verlangsamung sind:
- das Ende der Zinssenkungszyklen,
- eine abnehmende Liquidität auf den globalen Märkten,
- sowie die zunehmende Regulierungsdichte, die Innovation bremsen könnte.
Trotzdem bleibt die langfristige Zuversicht groß.
- 91 % der befragten vermögenden Anleger betrachten Kryptowährungen als wichtigen Baustein zur Vermögenserhaltung,
- 81 % sehen Bitcoin als legitimen Bestandteil institutioneller Treasury-Strategien,
- und 70 % halten es für einen Fehler, in den kommenden fünf Jahren Bargeld statt Bitcoin zu halten.
Schweiger fasst die Erkenntnisse mit klaren Worten zusammen:
„Disziplin hat die Euphorie ersetzt, aber nicht die Überzeugung. Die Anleger sind informierter, strukturierter und besser vorbereitet – doch sie rechnen mit einer Verlangsamung, sobald die kurzfristigen Treiber abgeklungen sind.“
Fazit: Krypto wird zum festen Bestandteil institutioneller Portfolios
Die Ergebnisse der Sygnum-Studie zeigen, dass Kryptowährungen im Jahr 2025 ihren Platz in der institutionellen Finanzwelt gefestigt haben. Was einst als spekulatives Randphänomen galt, ist heute ein strategisches Diversifikationsinstrument geworden.
Auch wenn 2026 eine Phase der Konsolidierung bringen könnte, gilt der Sektor für viele Investoren als langfristiger Wertaufbewahrungsspeicher mit großem Zukunftspotenzial. Der Übergang von spekulativem Interesse zu struktureller Integration markiert einen wichtigen Schritt auf dem Weg in eine neue Ära der digitalen Vermögensverwaltung.