Eric Trump sorgt für Aufsehen mit möglichem Geheimkauf von 200.000 Bitcoin
Am zweiten Tag des Wyoming Blockchain Symposiums sorgte Eric Trump für die bislang spektakulärste Aussage der Veranstaltung. Auf der Hauptbühne deutete er an, dass ein Staat – möglicherweise die USA selbst – in aller Stille eine gewaltige Menge Bitcoin erworben haben könnte. „Oder, wissen Sie, unser Land hat gerade 200.000 Bitcoin gekauft, und wir haben es sehr leise getan“, sagte Trump. „Wir wollen nicht, dass jemand davon erfährt, aber so sehr glauben wir an dieses Asset.“
Konkrete Belege nannte er nicht, weder den Namen des Landes noch einen Zeitpunkt oder offizielle Dokumentationen. Dennoch schlug die Zahl von 200.000 BTC – aktuell rund 22 Milliarden US-Dollar wert – sofort hohe Wellen in sozialen Medien und Krypto-Trading-Kreisen.
Vom Skeptiker zum „Bitcoin Maxi“
Trump stellte die Andeutung in einen größeren persönlichen Kontext. Er beschrieb seinen Wandel vom traditionellen „Hard-Asset“-Anhänger, der lange auf greifbare Werte setzte, hin zum überzeugten Bitcoiner. Ausschlaggebend sei die Erfahrung mit Debankings gewesen, die sowohl seine Familiengeschäfte als auch Teile der Kryptoindustrie getroffen hätten.
„Ich verbringe wahrscheinlich mehr als 50 % meiner Zeit mit Krypto“, erklärte er. Er bezeichnete die derzeitige regulatorische Lage als die beste aller Zeiten und sprach von einer unmittelbar bevorstehenden Wachstumsphase: Bitcoin sei „auf der Ein-Yard-Linie“, mit „explosivem“ Potenzial in den kommenden sechs Monaten und „fantastischen“ Aussichten für das nächste Jahrzehnt. Seine Preisziele wiederholte er klar: 175.000 US-Dollar bis Ende 2025 und langfristig 1 Million US-Dollar pro BTC.
Digitale Landnahme durch Staaten und Unternehmen
Neben dem vermeintlichen Staatskauf skizzierte Trump eine geopolitische Dynamik: eine „digitale Landnahme“, in der Staatsfonds und Konzerne Bitcoin in ihre Reserven aufnehmen. Diese Entwicklung sei deutlich weiter fortgeschritten, als die Öffentlichkeit wahrnehme.
Zur Veranschaulichung verglich er die Effizienz von Bitcoin mit dem traditionellen Finanzsystem: „Wir könnten in zwei Sekunden 100 Millionen US-Dollar in Bitcoin transferieren“, sagte er, und stellte dies dem über ein Jahr dauernden Abwicklungsprozess eines Immobilienverkaufs gegenüber.
Die Zahl von 200.000 BTC ist dabei brisant, weil sie an bereits bekannte Schätzungen erinnert: auch die US-Regierung wird seit Langem mit beschlagnahmten Bitcoin-Beständen in ähnlicher Größenordnung in Verbindung gebracht. Trumps Äußerung wirkt damit wie ein bewusst gesetzter Hinweis, ohne eine klare Bestätigung zu liefern.
American Bitcoin: Mining und Treasury in Kombination
Neben geopolitischen Spekulationen stand auch das neue Projekt American Bitcoin im Fokus – ein von Trump unterstütztes Joint Venture mit Hut 8. CEO Asher Genoot präsentierte die Wirtschaftlichkeit:
- Energiekosten pro BTC: ca. 37.000 US-Dollar
- Gesamtkosten inkl. Infrastruktur: ca. 57.000 US-Dollar
- Spotmarktpreis: weit darüber, womit Mining aktuell günstiger sei als Zukäufe.
Hut 8 verfüge über rund 1 Gigawatt Kapazität sowie eine mehrstufige Pipeline für neue Standorte. Genoot betonte Disziplin statt blindem Wachstum und verglich die Kapitalallokation mit Öl- und Gasprojekten: Neue ASICs würden nur gekauft, wenn sie über ihre Lebensdauer hinweg günstiger als Spotkäufe seien.
Darüber hinaus bestätigte er die Börsenpläne: American Bitcoin soll unter dem Ticker ABTC an die Nasdaq gehen, über eine Fusion mit Gryphon Digital Mining. Die Abstimmungen dazu sind für Ende August angesetzt, das Closing für Anfang September. Bereits im zweiten Quartal hat das Unternehmen 1.726 BTC gekauft und damit den Aufbau seiner Treasury-Strategie begonnen.