Circle: Neues Zahlungssystem CPN soll Stablecoin‑Zahlungen revolutionieren
Mit der Einführung des Circle Payments Network (CPN) am 21. April hat Circle ein neues Kapitel im globalen Zahlungsverkehr aufgeschlagen – und gleichzeitig einen direkten Angriff auf Ripples etabliertes System gestartet. Erstmals steht der Stablecoin‑Emittent nun im direkten Wettbewerb mit Ripple, dessen Produkt „Ripple Payments“ (früher On‑Demand Liquidity) über ein Jahrzehnt gewachsen ist.
CPN: Circle will die Infrastruktur selbst betreiben
In einem offiziellen Beitrag auf X stellte Circle das neue Zahlungssystem als „einen optimierten Weg für Finanzinstitute zur globalen Geldbewegung“ vor – vollständig in Echtzeit, rund um die Uhr, basierend auf Stablecoins wie USDC und EURC. Der Dienst richtet sich zunächst an vier Anwendungsbereiche: Rechnungsbegleichung, grenzüberschreitende Überweisungen, Treasury-Management und Gehaltszahlungen.
Obwohl Circle bereits seit Jahren den zweitgrößten Dollar-Stablecoin USDC herausgibt, fehlte bislang eine eigene Zahlungsinfrastruktur. Mit CPN ändert sich das: Das System bildet eine neue Protokollschicht innerhalb eines offenen, internetbasierten Settlement‑Netzwerks, wie das Whitepaper betont.
Die Kontrolle über den Netzwerkzugang bleibt vollständig bei Circle. Nur lizenzierte Finanzinstitute, sogenannte PFIs (Participating Financial Institutions), dürfen teilnehmen – vorausgesetzt, sie erfüllen strenge KYC- und AML/CFT‑Anforderungen. Damit positioniert sich Circle nicht nur als technischer Betreiber, sondern auch als Regulator innerhalb des Netzwerks.
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Technisch ambitioniert: On‑Chain‑Abwicklung in Planung
Zunächst agiert das Netzwerk als Off‑Chain-Orchestrierungsschicht, die signierte Transfers an öffentliche Blockchains sendet. Die Vision geht jedoch weiter: Künftig sollen Smart Contracts die Abwicklung übernehmen, inklusive Undo-Fenstern, On‑Chain‑Devisentausch und vertraulicher Transaktionsweitergabe an Behörden.
Ein zentrales Element von CPN ist die Monetarisierung über drei Säulen: Auszahlungsgebühren, FX‑Spreads und variable Netzwerkgebühren. Circle kündigte an, einen Teil der Einnahmen in Infrastruktur‑Upgrades und Entwickler‑Förderungen zu reinvestieren – ein Ökosystem mit Anreizen für Custody, Fraud‑Detection und Drittmodule soll entstehen.
Direkte Konkurrenz zu Ripple Payments
Die Überschneidungen mit Ripple Payments sind offensichtlich. Unter den ersten Partnern von CPN finden sich mehrere Namen, die auch Ripple-Korridore nutzen – darunter Alfred, BVNK, Coinsph, dLocal, WorldRemit und Yellowcard.
Panos Mekras, Mitgründer von Anodos Finance, kommentierte das offen: „Okay, das ist groß. Circle hat gerade einen direkten Ripple‑Konkurrenten gestartet… Das Spiel beginnt.“ Auch Community‑Mitglied @Mr_Xoom schrieb:
„Circle hat gerade CPN angekündigt, einen Konkurrenten zu Ripple Payments. Das wird spannend. Konkurrenz sorgt für Wachstum und Innovation.“
Ian Lee, Mitgründer von Syndicate DAO, ordnete die Entwicklung strategisch ein:
„Das zielt genau auf das ab, was Ripple und XRP eigentlich erreichen wollten – aber mit Stablecoins. Aufgrund der besseren Kompatibilität mit heutigen Geschäftsmodellen traditioneller Finanzinstitute hat CPN weitaus bessere Chancen auf breite Annahme.“
Mit dem Launch des Circle Payments Network betritt Circle nicht nur den Markt für digitale Zahlungen, sondern fordert Ripple direkt heraus. Der Unterschied liegt in der technologischen Herangehensweise: Ripple setzt auf XRP als Brücken‑Asset, während Circle regulierte Stablecoins wie USDC und EURC nutzt. Beide Systeme zielen auf denselben Markt, doch Circle bringt die Marktmacht eines weltweit akzeptierten Stablecoins und das Vertrauen etablierter Finanzpartner mit.
Ob sich XRP oder Stablecoins im institutionellen Zahlungsverkehr durchsetzen, ist nun keine theoretische Frage mehr – es ist ein offenes Duell, das die Zukunft des digitalen Zahlungsverkehrs maßgeblich prägen könnte.