Bitcoin: Nächster Bullenlauf hängt weniger am Halving – mehr am Fed-Chef

Patrik
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Patrik
Marktanalyst & Redakteur

Er macht seit neun Jahren das Fachchinesisch der großen Banken für private Anleger verständlich. Er nimmt komplexe Berichte von Bloomberg und macht daraus klare Analysen zu Bitcoin oder Solana. Sein Fokus liegt auf echtem Hintergrundwissen damit Anleger Marktbewegungen logisch einordnen können.

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Bitcoin: Nächster Bullenlauf hängt weniger am Halving – mehr am Fed-Chef

Der Ökonom und Krypto-Analyst Alex Krüger stellt die gängige Halving-Theorie erneut infrage. In einer Marktanalyse vom 18. August schrieb er, dass die Dauer des aktuellen Bitcoin-Zyklus nicht durch ein festes Vierjahresmuster bestimmt werde, sondern durch die politischen Personalentscheidungen in Washington. Konkret sieht er den entscheidenden Faktor in der Ernennung des Nachfolgers von Jerome Powell als Vorsitzendem der US-Notenbank.

Krüger betont, dass er „ein hohes Maß an Vertrauen“ habe, dass der Zyklus noch nicht vorbei sei, da er mit einem deutlich lockereren geldpolitischen Kurs nach einem Führungswechsel rechne – ein Szenario, das bislang kaum eingepreist sei.

„Das würde sich sofort in den Märkten widerspiegeln, sobald Trump seinen Nominierten bekannt gibt“, so Krüger.

Gleichzeitig wies er darauf hin, dass viele Anleger fälschlicherweise bei jeder Korrektur von neuen Allzeithochs an ein Zyklusende glauben: „Bemerkenswert, wie viele sofort in Panik verfallen – immer und immer wieder.“ Für ihn endete der letzte Zyklus nicht wegen interner Bitcoin-Faktoren, sondern weil die Fed im Januar 2022 „ultra-hawkish“ wurde.

Die Uhr tickt für Powell – Kandidaten im Fokus

Powells aktuelle Amtszeit endet am 15. Mai 2026. Doch nach jüngsten Medienberichten hat das Weiße Haus bereits eine Shortlist mit „drei bis vier“ Namen erstellt, und eine frühere Ankündigung sei durchaus möglich. Unter den gehandelten Kandidaten tauchen Namen wie Kevin Warsh (ehemaliger Fed-Gouverneur) und Kevin Hassett (ehemaliger NEC-Direktor) auf. Beide gelten als signalstark für die Märkte, da sie im Spektrum unterschiedlich dovish oder restriktiv eingeordnet werden.

Für Bitcoin bedeutet das: Sollte ein deutlich dovisher Kandidat nominiert werden, könnte der Markt vorzeitig eine Lockerung der Geldpolitik einpreisen – noch bevor die Fed die erste Maßnahme ergreift. Umgekehrt würde ein eher restriktiver Nachfolger das Liquiditätsszenario dämpfen, das seit den ETF-Zuflüssen im Januar 2024 als treibender Faktor gewirkt hat.

Technische Lage und kurzfristige Makro-Katalysatoren

Charttechnisch befindet sich Bitcoin nach neuen Allzeithochs im Juli und Mitte August in einer Abkühlungsphase. Die Marke bei 112.000 US-Dollar gilt als erste Unterstützungszone, psychologisch entscheidend bleibt der Bereich um 100.000 US-Dollar. Auf der Oberseite fungiert die Zone zwischen 122.000 und 124.000 US-Dollar als Widerstand.

Krüger merkt an, dass Bitcoin aktuell „ohne Hebel und ohne Trigger“ kaum Aufwärtsdynamik entfaltet. Options- und Futures-Daten stützen diese Beobachtung:

  • Implizite Volatilität (DVOL/BVIV) notiert nahe Zweijahrestiefs.
  • Open Interest auf institutionellen Plattformen liegt deutlich unter den Juli-Höchstständen.
  • Die Futures-Basis ist zurückgegangen – ein klassisches Signal für nachlassenden Überschwang.
  • Optionen zeigen verstärkte Nachfrage nach Absicherung gegen Kursrückgänge.

Kurzfristig rücken die bekannten Makro-Termine in den Vordergrund. Powells letzte Rede in Jackson Hole (21.–23. August) könnte den Ton für die Märkte bis zur September-Sitzung setzen. Krüger rechnet mit einer „leicht bärischen“ Wirkung, da Powell vermutlich hawkish auftreten wird, um sich geldpolitische Flexibilität zu bewahren. Direkt danach folgen die großen US-Datenpunkte – PCE, NFP, CPI und PPI – die den Markt in Richtung des FOMC am 17. September leiten werden.

2025 braucht einen Auslöser – und der könnte ein Name sein

Für Krüger ist klar: Bullenmärkte enden nicht wegen Überbewertungen oder zu großer Euphorie, sondern durch große externe Auslöser. 2022 war es die Fed mit ihrer Zinswende. 2025 könnte es der Name sein, den Präsident Trump als Powell-Nachfolger nominiert.

Ob Bitcoin den nächsten großen Sprung macht, hängt damit weniger von Halving-Mythen ab, sondern davon, ob die US-Geldpolitik einen dovisheren Kurs einschlägt. Bis dahin bewegt sich BTC in einer klar definierten Handelsspanne mit gedämpfter Volatilität – ein Markt, der auf das nächste Signal wartet.

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Er macht seit neun Jahren das Fachchinesisch der großen Banken für private Anleger verständlich. Er nimmt komplexe Berichte von Bloomberg und macht daraus klare Analysen zu Bitcoin oder Solana. Sein Fokus liegt auf echtem Hintergrundwissen damit Anleger Marktbewegungen logisch einordnen können.