Kursanalyse: Bitcoin weiterhin im Make-or-Break-Szenario
Bitcoin befindet sich weiterhin in einem entscheidenden Make-or-Break-Szenario knapp über der 90.000-USD-Unterstützung. Derzeit ist das Risiko einer Baisse oder eines Tests der Unterstützungszone von 80.000–82.000 USD erhöht.
Jüngster Kursverlauf deutet auf Schwäche
Vor zwei Wochen hatte ich in der Bitcoin-Analyse herausgestellt, dass Bitcoin sich in einem Make-or-Break-Szenario befindet. Grundsätzlich ist dies immer noch der Fall. Zwar hat der Kurs bislang einen Breakdown vermieden, konnte gleichzeitig jedoch keine neuen Widerstandszonen erobern.

Der Kurs hält sich derzeit knapp über der wichtigen Unterstützungszone bei 90.000 USD. Seit Anfang dieser Woche zeigt sich dabei eine abwärtsgerichtete Tendenz. Das lokale Hoch nach dem Kurscrash auf rund 85.000 USD liegt derzeit bei rund 93.500 USD am 2. Dezember. Der Kurs konnte dieses selbst bei einem erneuten Retracement nicht wieder zurückerobern und liegt derzeit 89.600 USD. Damit hat der Kurs zwischenzeitlich sogar wieder das psychologische Level von 90.000 USD eingebüßt.
Technische Indikatoren im Überblick
Auf dem Tageschart zeigen die gleitenden Durchschnitte eine klar bärische Anordnung: Die kurzfristigen Linien liegen unter den längeren, und alle weisen ein sinkendes Momentum auf. Der 50-Tage-SMA notiert derzeit bei rund 97.800 USD, der 100-Tage-SMA bei etwa 106.000 USD und der 200-Tage-SMA bei 108.800 USD – letzterer signalisiert langfristig jedoch weiterhin bullisch, da der Preis lediglich eine Korrektur darunter durchläuft.

Beim Relative Strength Index (RSI) bewegt sich der 14-Tage-Wert aktuell bei etwa 45 und hält sich seit über einer Woche im neutralen Bereich. Der gleitende 14-Tage-Durchschnitt liegt bei 43,7. Diese Konstellation bildet eine solide Grundlage für eine potenzielle Trendwende, die entweder bullisch ausfallen oder – bei einem Bruch wichtiger Unterstützungen – als Basis für weitere Abverkäufe dienen könnte. Je länger und stärker der RSI von diesem Niveau aus ansteigt, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit für ein erneutes bullisches Momentum.

Beim MACD hält das bullische Signal trotz der insgesamt bärischen Marktlage seit Wochen an, genauer gesagt seit dem 27. November. Bisher fehlten jedoch starke Ausbrüche nach oben, was das Signal etwas fragwürdig erscheinen lässt. Ein Umschwung zu einem bärischen Signal könnte den Kurs daher erheblich belasten.
Wichtige Level und Szenarien
Zu den wichtigen Kursmarken: Im kurzfristigen Horizont stellen die Zonen bei 93.000 bis 94.000 USD die entscheidenden Widerstände dar. Ein überzeugender Breakout darüber könnte rasch für neue Dynamik sorgen und den Weg in Richtung der psychologisch bedeutsamen 100.000-USD-Marke ebnen.
Auf der Unterseite hält Bitcoin derzeit noch die Marke von 90.000 USD als Unterstützung. Sollte diese brechen, würde das Risiko eines erneuten Tests der nächsten relevanten Zone bei 80.000 bis 82.000 USD deutlich steigen – es wäre bereits der dritte Anlauf an dieser Unterstützung, was die Gefahr eines tieferen Crashs weiter erhöhen könnte.
Solange jedoch kein klarer Ausbruch über die genannten Widerstände gelingt, wächst die Gefahr einer anhaltenden Seitwärtsphase oder sogar einer ausgeprägten Baisse. Je länger sich diese Konsolidierung hinzieht, desto wahrscheinlicher wird ein nachhaltiger Abverkauf.
Ausblick auf die kurzfristige Preisentwicklung
Bitcoin steht an einem Scheideweg: Die aktuelle Neutralität im RSI und das anhaltende bullische MACD-Signal bieten Potenzial für eine Erholung, aber ohne klaren Breakout bleibt die bärische Druck hoch. Ein überzeugender Ausbruch nach oben könnte Zweifel rasch ausräumen und neues bullisches Sentiment entfachen – insbesondere vor dem Hintergrund möglicher makroökonomischer Entwicklungen wie Zinssenkungen.
Trader sollten engmaschig die derzeit geteste 90.000-USD-Unterstützung und die 93.000–94.000-USD-Widerstände beobachten. Die Lage bleibt volatil und erfordert vorsichtiges Risikomanagement.