BTCPay Server: LND-Betreiber müssen sofort handeln

Tobias Frenzel
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BTCPay Server: LND-Betreiber müssen sofort handeln

Eine kritische Sicherheitslücke im BTCPay Server wird aktiv ausgenutzt, um Gelder aus Lightning-Knoten abzuziehen. Betroffen sind Installationen vor Version 2.4.2, wie das Entwicklerteam mitteilte und parallel ein Notfall-Update veröffentlichte.

Macaroon-Diebstahl öffnet Tür zum Lightning-Knoten

Die Schwachstelle erlaubte es einem nicht authentifizierten Angreifer aus der Ferne, sogenannte .macaroon-Dateien für LND (Lightning Network Daemon) auszulesen. Diese Zugangsdaten können weitreichende Kontrolle über den Node erteilen. Wer eine solche Datei besitzt, kann laut BTCPay Server Gelder direkt aus dem betroffenen Lightning-Knoten abziehen.

Das Team bestätigte, dass Angreifer die Lücke bereits ausgenutzt haben und bei Nutzern Gelder gestohlen wurden. Technische Details zur Schwachstelle veröffentlicht BTCPay Server zunächst nicht, damit Betreiber Zeit für die Aktualisierung haben.

Wer BTCPay Server in Kombination mit LND betreibt, muss über das Admin-Dashboard unter Server → Wartung → Update auf Version 2.4.2 aktualisieren und prüfen, dass die Versionskennung 2.4.2 im Footer angezeigt wird. Zusätzlich ist ein Upgrade auf LND 0.21.1 erforderlich; das Update erneuert die Macaroons automatisch.

Wer nicht sofort patchen kann, sollte den Server laut BTCPay Server bis zur Aktualisierung komplett vom Netz nehmen. Betreiber, die LND nicht einsetzen, sind von der Offenlegung dieser Zugangsdaten nicht direkt betroffen. Andere Lightning-Implementierungen und reine On-Chain-Nutzer sollen dennoch aktualisieren. Auch die eigenen On-Chain- und Hot-Wallets von BTCPay Server selbst sind nach Angaben des Projekts nicht betroffen.

Verdächtige Aktivität erkennen

BTCPay Server rät LND-Betreibern zusätzlich, ihre Node-Aktivität auf unbekannte Peers, unerwartete Kanalschließungen und nicht selbst veranlasste Zahlungen zu prüfen. Laut dem Blog Blocktrainer geht aus den Release-Notes von Version 2.4.2 zudem hervor, dass die Aktualisierung eine Umgehung der TOTP-Zwei-Faktor-Authentifizierung über die Greenfield-Basic-Authentication schließt.

Weiterer schwerer Vorfall im Bitcoin-Ökosystem

Der BTCPay-Vorfall folgt auf einen weiteren Sicherheitsvorfall. Galaxy Research bestätigte am Freitag, dass bereits 1.719 BTC – umgerechnet rund 111 Millionen US-Dollar – aus Coldcard-Wallets entwendet wurden. Die Analysten rechnen damit, dass sich die Gesamtschäden auf über 130 Millionen US-Dollar summieren, sobald alle gemeldeten Fälle verifiziert sind.

Beide Vorfälle betreffen nicht das Bitcoin-Protokoll selbst, sondern Schwachstellen in Werkzeugen rund um Wallets und Zahlungsabwicklung. Sie verdeutlichen die Risiken, die entstehen können, wenn Zugangsdaten oder andere Berechtigungen über kompromittierte Software abfließen.

Was jetzt zu tun ist

Für Betreiber öffentlich erreichbarer BTCPay-Instanzen mit LND-Anbindung gibt es aktuell nur zwei Maßnahmen: das sofortige Update oder die befristete Abschaltung. BTCPay Server veröffentlicht technische Details zur Schwachstelle vorerst nicht. Ungepatchte, öffentlich erreichbare Instanzen bleiben einem Risiko aktiver Ausnutzung ausgesetzt.

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