Bitcoin Kurs fällt auf 4-Monats-Tief – Investoren sichern sich gegen weitere Verluste ab
- BTC erreicht mit 81.000 USD den tiefsten Stand seit vier Monaten.
- Hohe Nachfrage nach Put-Optionen mit einem Strike-Preis von 70.000 USD.
- ETF-Abflüsse verstärken die negative Marktstimmung.
Bitcoin fällt um 20 % seit Trumps Amtseinführung
Gestern stürzte der Bitcoin-Kurs (BTC) auf ein Vier-Monats-Tief von 81.000 USD ab, da der erwartete "Trump-Effekt" auf den Märkten ausblieb. Dies veranlasste Investoren dazu, sich gegen weitere Rückgänge abzusichern, wobei insbesondere Put-Optionen mit einem Strike-Preis von 70.000 USD stark nachgefragt wurden.
Laut Daten von Deribit, der größten Krypto-Optionsbörse, weist dieser Strike-Preis das zweithöchste Open Interest aller am 28. Februar auslaufenden Verträge auf. Insgesamt laufen bis Freitag Optionen im Wert von 4,9 Milliarden USD aus.
Seit Präsident Donald Trumps Amtseinführung im Januar hat Bitcoin rund 20 % von seinen Höchstständen eingebüßt.
Gründe für den Abverkauf: Geopolitik, Inflation und ein Ethereum-Hack
Marktanalysten führen den Rückgang auf mehrere Faktoren zurück, darunter Trumps "aggressive geopolitische" Haltung und anhaltende Sorgen über eine hohe Inflation. Chris Newhouse, Forschungsdirektor bei Cumberland Labs, erklärte:
„Zollpolitiken dämpfen die Marktstimmung weiter, und anhaltend hohe kurzfristige Inflationserwartungen verstärken die Vorsicht.“
Zusätzlich hat der jüngste Ethereum-Hack bei Bybit nicht nur den Bitcoin-Kurs belastet, sondern auch die allgemeine Marktstimmung negativ beeinflusst.
ETF-Abflüsse und sinkendes Anlegerinteresse
Der Markt hat in den letzten drei Tagen erhebliche Liquidationen erlebt, wobei rund 2 Milliarden USD aus bullischen Positionen verloren gingen, so Daten von Coinglass. Auch Bitcoin-Perpetual-Futures, die häufig von Offshore-Investoren zur Hebelung genutzt werden, verzeichneten in diesem Zeitraum einen starken Rückgang der Long-Positionen.
Darüber hinaus ist die Nachfrage nach Bitcoin-ETFs erheblich gesunken. Allein in den letzten sechs Tagen verzeichneten diese Fonds Abflüsse in Höhe von etwa 2,1 Milliarden USD. Am Dienstag wurden über 1 Milliarde USD aus Spot-Bitcoin-ETFs abgezogen – der höchste Tagesabfluss seit ihrer Einführung im Januar des Vorjahres. Besonders betroffen waren der Fidelity Bitcoin Fund (FBTC) und der BlackRock iShares Bitcoin Trust ETF (IBIT).
Bohan Jiang, Leiter des OTC-Optionenhandels bei Abra, kommentierte:
„Dies ist eine Kombination aus Spot-Verkäufen und der Auflösung von Basispositionen. Meiner Meinung nach stammt fast alles davon aus ETF-Abflüssen von Tradern mit direktionalen Wetten.“
Ethereum und Solana ebenfalls unter Druck
Der Ethereum-Kurs wurde ebenfalls durch den Bybit-Hack belastet, was die Volatilität erhöhte. Gleichzeitig hat Solana (SOL) in den letzten Wochen erzielte Gewinne wieder abgegeben, da das Interesse an Memecoins zurückgeht.
Die Unsicherheit am Markt führt dazu, dass viele Investoren an der Seitenlinie bleiben und sich aus risikobehafteten Krypto-Assets zurückziehen.
Ravi Doshi, Co-Leiter des Marktes bei FalconX, fasste zusammen:
„Der Kryptomarkt sucht weiterhin nach einem neuen Katalysator, um die bärische Stimmung umzukehren.“