Zollschock: Wie neue Handelsmaßnahmen Bitcoin und Ethereum belasten
US-Präsident Trump plant eine Anhebung der globalen Zölle auf 15 Prozent, was Risiko-Assets wie Kryptowährungen unter Druck setzt.
Der Schock sitzt tief bei Krypto-Anlegern: Bitcoin und die breite Altcoin-Riege verzeichnen zum Wochenstart massive Verluste. Auslöser für den abrupten Stimmungsumschwung ist eine erneute protektionistische Maßnahme aus dem Weißen Haus, die weltweit die Sorge vor einem Handelskrieg schürt.
Bitcoin notiert am Montagvormittag 3,8 Prozent tiefer bei 64.700 US-Dollar, nachdem die weltweit größte Kryptowährung in einer ersten Panikreaktion sogar kurzzeitig bei 64.400 US-Dollar gehandelt worden war.
- Bitcoin
(BTC) - Preis
$63,837.00
- Marktkapitalisierung
$1.28 T
Noch härter trifft es Ethereum, das um 4,6 Prozent auf 1.880 US-Dollar abrutscht. Die Märkte reagieren damit hochempfindlich auf makroökonomische Störfeuer, welche die Zoll-Deals des vergangenen Jahres allesamt in Frage stellen.
Makro-Lage: Trumps Zollvorstoß als Kursdämpfer
Der unmittelbare Auslöser für den Ausverkauf war eine Ankündigung von Donald Trump am Wochenende via Social Media. Entgegen der Hoffnung vieler Marktteilnehmer erklärte der US-Präsident, den globalen Zollsatz nicht bei zehn Prozent zu belassen, sondern auf 15 Prozent anzuheben.
Diese Nachricht traf den Markt auf dem falschen Fuß. Investoren hatten sich zuletzt in Sicherheit gewiegt, da eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs Trumps Nutzung von Notstandsrechten für Zölle eigentlich eingeschränkt hatte. Dass die Administration nun dennoch die Eskalation sucht, sorgt für massive Verunsicherung.
Die Reaktion des Marktes folgte prompt und heftig: Von den 100 größten Kryptowährungen notieren 95 im Minus. Die gesamte Marktkapitalisierung des Sektors schrumpfte binnen kürzester Zeit um rund drei Prozent auf 2,25 Billionen US-Dollar.
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Korrelation: Warum Krypto auf Zollpolitik reagiert
Viele Anleger fragen sich, warum digitale Währungen so stark auf klassische handelspolitische Maßnahmen reagieren. Die Antwort liegt in der gestiegenen Korrelation zu traditionellen Risiko-Märkten. Zölle bedeuten höhere Kosten für Unternehmen, potenziell steigende Inflation und somit weniger Spielraum für Leitzinssenkungen der Federal Reserve.
In einem Umfeld steigender wirtschaftlicher Risiken ziehen Investoren Kapital aus volatilen Anlageklassen ab. Parallel dazu verschärft sich die Lage bei den Krypto-ETFs drastisch. Daten zeigen, dass Anleger in den vergangenen fünf Wochen rund 3,8 Milliarden US-Dollar aus in den USA gelisteten Spot-Bitcoin-ETFs abgezogen haben.
Allein in der vergangenen Woche beliefen sich die Abflüsse auf 316 Millionen US-Dollar. Besonders betroffen ist der Branchenprimus, der iShares Bitcoin Trust (IBIT) von BlackRock, der innerhalb dieses Zeitraums 2,13 Milliarden US-Dollar an Geldern verlor. Dies verdeutlicht, dass institutionelle Investoren derzeit eher den Rückzug antreten.
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Ethereum im Fokus: Stärker betroffen als Bitcoin?
Während Bitcoin als Marktführer oft den Ton angibt, zeigt sich Ethereum in diesem Abschwung besonders vulnerabel. Mit einem Minus von 4,6 Prozent auf 1.880 US-Dollar hat die zweitgrößte Kryptowährung wichtige psychologische Marken nach unten durchbrochen.
- Ethereum
(ETH) - Preis
$1,741.77
- Marktkapitalisierung
$209.94 B
Analysten hatten zuvor gewarnt, dass ein Bruch der 2.000-Dollar-Marke weiteren Verkaufsdruck auslösen könnte. Die Volatilität bei Ethereum war bereits 2025 hoch, mit Spitzenwerten nahe 4.900 US-Dollar, gefolgt von einer Korrektur.
Trotz der aktuellen Kursschwäche halten einige Experten an langfristig positiven Szenarien fest. So sieht das Digital Assets Research Team von Standard Chartered Ethereum bis Ende 2026 potenziell bei 7.500 US-Dollar, wenngleich diese Prognose kürzlich nach unten korrigiert wurde.
Das aktuelle Marktumfeld bestraft jedoch insbesondere Assets mit höherem Beta – also solche, die stärker schwanken als der Gesamtmarkt. Solana traf es noch härter mit einem Verlust von über sieben Prozent, was die Risikoaversion der Anleger unterstreicht.
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Gold vs. Bitcoin: Wer profitiert vom Schock?
In Phasen geopolitischer oder handelspolitischer Unsicherheit richtet sich der Blick oft auf sogenannte „Safe Haven“-Assets. Das Narrativ von Bitcoin als „digitalem Gold“ wird in Momenten wie diesen auf die Probe gestellt. Während klassisches Gold oft von Unsicherheit profitiert, verhält sich Bitcoin aktuell eher wie eine Tech-Aktie im Nasdaq.
Die Divergenz ist auffällig: Während Bitcoin fällt, suchen Anleger Sicherheit in weniger volatilen Werten oder halten Cash-Reserven. Die Korrelation von Bitcoin zu Gold hat sich kurzfristig wieder entkoppelt, was für Anleger bedeutet, dass BTC im Portfolio derzeit eher als Risiko-Asset denn als Krisenabsicherung funktioniert.
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Technische Analyse: Wichtige Marken im Blick
Der Kursrutsch löste laut Daten von Coinglass eine Welle von Zwangsliquidationen aus. Long-Positionen im Umfang von rund 500 Millionen US-Dollar wurden binnen kürzester Zeit aufgelöst. Dieser Kaskadeneffekt beschleunigt Abwärtsbewegungen oft überproportional, da automatisierte Verkaufsorders den Preis weiter drücken.

Quelle: Coinglass
Aus charttechnischer Sicht ist für Bitcoin nun die Verteidigung der Zone um 65.000 US-Dollar essenziell. Ein nachhaltiger Rutsch darunter könnte den Weg in Richtung 60.000 US-Dollar ebnen.
Bei Ethereum sieht die Lage kritischer aus. Nachdem die Unterstützung bei 2.000 US-Dollar gefallen ist, richten sich die Blicke auf Bereiche um 1.800 US-Dollar. Prognosen gehen davon aus, dass sich der Kurs in den kommenden Wochen stabilisieren muss, um nicht in einen längerfristigen Bärenmarkt abzugleiten.
Ausblick und Portfoliostrategie für deutsche Anleger
Die Situation bleibt angespannt. Der „Zollschock“ hat gezeigt, wie sensibel der Kryptomarkt auf Nachrichten aus Washington reagiert, selbst wenn fundamentale Daten des Netzwerks intakt scheinen. Für deutsche Anleger bedeutet dies vor allem eines: Vorsicht bei gehebelten Positionen.
Die hohen Liquidationen verdeutlichen das Risiko im aktuellen Umfeld. Wer langfristig orientiert ist, könnte die tieferen Kurse für einen gestaffelten Einstieg nutzen, sollte jedoch weitere Volatilität einplanen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Markt den Schock verdauen kann oder ob die Zollpolitik eine längere Phase der Unsicherheit einleitet.
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