Trump-Zölle bremsen Bitcoin – Markt kehrt in die Range zurück

Stefan Haas
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Stefan Haas
Finanz- und Krypto-Redakteur

Die Mechanik hinter den Coins fasziniert ihn seit neun Jahren mehr als jeder kurzfristige Hype. Als Ingenieur blickt er seit 2016 tief in die technische Basis von Krypto Projekten und nutzt seine Erfahrung als ehemaliger Miner um Marktentwicklungen für unsere Leser präzise einzuordnen.

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Trump-Zölle bremsen Bitcoin – Markt kehrt in die Range zurück

Bitcoin hatte zuletzt mehrfach versucht, die seit Wochen bestehende Range nach oben zu verlassen. Drei Anläufe scheiterten, der vierte schien kurzzeitig zu gelingen. Genau in diesem Moment kamen jedoch neue politische Schlagzeilen auf den Tisch. Das Zollthema und Trumps Aussagen rund um Grönland sorgten erneut für Unsicherheit. Der Kurs drehte nach unten und fiel zurück in den bekannten Korridor. Ohne diese politischen Störfeuer wäre aus technischer Sicht wohl mehr drin gewesen. So dominiert wieder Geduld. Politische Börsen haben kurze Beine, wirken aber kurzfristig stark, vor allem bei Risikoassets wie Bitcoin.

Charttechnisch bleibt die Lage überschaubar. Die Range ist weiterhin intakt. Erst ein nachhaltiger Ausbruch nach oben würde das Bild aufhellen. Danach wartet der SMA 50 in der Wochenansicht als nächste Hürde. Wird auch dieser Bereich überwunden, rücken die großen Retracements in den Fokus. Dort entscheidet sich, ob ein Lauf in Richtung neues Allzeithoch realistisch wird oder ob erneut Gegenwehr aufkommt. Kurzfristig ist aber klar: Der Markt steckt fest, und größere Akteure warten auf neue Impulse, bevor sie aggressiv Positionen aufbauen.

Makroseitig kommt wenig Unterstützung. CPI und PPI zeigten kaum Bewegung, im Kern Stillstand. Mehr Aufmerksamkeit bekam Trueflation mit deutlich niedrigeren Inflationswerten um 1,55 bis 1,57. Das klingt zunächst positiv, hat aber eine Kehrseite. Niedrige Inflation kann ein nachlaufender Indikator für eine schwächelnde Wirtschaft sein. Sinkende Nachfrage, vorsichtigere Konsumenten und Druck auf Unternehmensumsätze führen zeitverzögert zu fallenden Preisen.

Ähnlich verhält es sich bei Zinssenkungen. Sie gelten oft als positiv, sind aber meist ein Zeichen dafür, dass die Wirtschaft Unterstützung braucht.

Supreme Court und Zollpolitik als zentrales Risiko

Im Mittelpunkt steht weiterhin die US-Zollpolitik. Sie dient als Druckmittel nach außen und als Einnahmequelle nach innen. Genannt wird ein Anstieg der Zolleinnahmen von 79 Milliarden im Jahr 2024 auf 264 Milliarden im Jahr 2025.

Diese Mittel sind wichtig für geplante Maßnahmen wie Stimuluszahlungen und Steuerentlastungen. Genau hier liegt das Risiko. Sollte der Supreme Court Zölle als rechtswidrig einstufen, bricht diese Finanzierungsbasis weg. Das hätte nicht nur politische Folgen, sondern würde auch die Märkte treffen. Entsprechend nervös reagieren Futures, Dollar und Risikoassets bereits im Vorfeld möglicher Entscheidungen.

Für Bitcoin bedeutet das ein Umfeld, in dem Bewegungen schnell wieder eingefangen werden. Solange unklar ist, wie diese Frage ausgeht, bleibt der Markt defensiv. Positive Entscheidungen könnten dagegen rasch für Erleichterung sorgen und neues Kapital anziehen.

Clarity Act, Banken und gemischte Indikatoren

Ein weiteres Thema ist der Clarity Act. Die Markup-Sitzung wurde verschoben, weil es Streit um Stablecoin-Zinsen gibt. Banken wollen diese begrenzen, Kryptounternehmen sehen darin einen wichtigen Hebel.

Ein neuer Termin ist für den 27. Januar angesetzt. Bereits ein akzeptierter Entwurf könnte als positives Signal gewertet werden, auch ohne finale Verabschiedung.
Bei den Indikatoren zeigt sich ein gemischtes Bild. Der Russell 2000 schreibt Allzeithochs und deutet auf eine höhere Risikobereitschaft hin. Der DXY verliert an Stärke, was traditionell Rückenwind für Krypto bedeutet.

Gleichzeitig bleibt Bitcoin technisch in der Range gefangen. Ein mögliches Gap im Bereich 88.200 bis 88.800 liegt weiter unter dem Markt. Auf der positiven Seite stehen 1,42 Milliarden US-Dollar Zuflüsse in Spot-Bitcoin-ETFs in der letzten Woche sowie eine starke Akkumulation durch Wallets mit 10 bis 1.000 BTC. Trotzdem bleibt entscheidend, ob politische Unsicherheiten bald vom Tisch sind oder weiter als Bremsklotz wirken.

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Die Mechanik hinter den Coins fasziniert ihn seit neun Jahren mehr als jeder kurzfristige Hype. Als Ingenieur blickt er seit 2016 tief in die technische Basis von Krypto Projekten und nutzt seine Erfahrung als ehemaliger Miner um Marktentwicklungen für unsere Leser präzise einzuordnen.