XRP-Klage: Bringt ein unerwarteter Antrag „entscheidende Beweise“ und Millionenverluste ans Licht?

Patrik
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Patrik
Marktanalyst & Redakteur

Er macht seit neun Jahren das Fachchinesisch der großen Banken für private Anleger verständlich. Er nimmt komplexe Berichte von Bloomberg und macht daraus klare Analysen zu Bitcoin oder Solana. Sein Fokus liegt auf echtem Hintergrundwissen damit Anleger Marktbewegungen logisch einordnen können.

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XRP-Klage: Bringt ein unerwarteter Antrag „entscheidende Beweise“ und Millionenverluste ans Licht?
  • Unabhängiger Antragsteller will angeblich „entscheidende Beweise“ zu Gunsten von Ripple einreichen

  • US-Bürger Justin W. Koerner beruft sich auf physische Investmentverträge und historische Rechtstexte

  • Filing erscheint kurz vor Abschluss der SEC-Ripple-Klage – beide Parteien warten auf finales Urteil

Im langjährigen Verfahren zwischen der US-Börsenaufsicht SEC und Ripple Labs hat eine ungewöhnliche Wendung für Aufsehen gesorgt: Am 2. April 2025 reichte ein Mann namens Justin W. Koerner überraschend einen Antrag beim zuständigen US-Gericht ein. Er fordert, „entscheidende Beweise“ zugunsten von Ripple und der „Freiheit des amerikanischen Volkes“ präsentieren zu dürfen.

Wer ist Justin W. Koerner?

Die Nachricht wurde zuerst von FOX Business-Journalistin Eleanor Terrett auf X (ehemals Twitter) geteilt. Koerner beschreibt sich selbst als Sammler historischer Investmentverträge, die seiner Ansicht nach wertvolle Einblicke in die Definition von Wertpapieren bieten.

„Ich besitze wahrscheinlich die einzige kuratierte Sammlung physischer Investmentverträge weltweit“, schreibt Koerner in seinem Antrag an Richterin Analisa Torres.

Laut Terrett ist Koerner selbst kürzlich von der SEC verklagt worden, weil er angeblich nicht registrierter Penny-Stock-Händler war. Ein Gericht verurteilte ihn zu einer Strafe von über 10 Millionen US-Dollar. In seinem Schreiben erklärt Koerner, dass seine Erkenntnisse – gewonnen aus verlorenen Vertragsunterlagen der letzten 50–60 Jahrewichtige Unterschiede im Verständnis des US-Wertpapierrechts offenlegen könnten. Konkret erwähnt er:

  • das Wertpapiergesetz von 1933 und 1934

  • den berüchtigten Howey-Test, der zur Definition eines „Security“ dient

  • seine eigene Datenbank „The Mainframe“, die Informationen automatisiert analysiert

„Wir würden fünf bis zehn Seiten mit Definitionen, Bulletpoints, Artikeln und Bildern einreichen – alles zertifiziert und real“, so Koerner.
„Das Material ist kugelsicher.“

Koerner ist überzeugt: Seine Sammlung könne helfen, die rechtliche Definition eines Wertpapiers präziser zu klären – mit potenziellen Auswirkungen weit über den XRP-Fall hinaus.

Ripple-Klage kurz vor Abschluss

Das Gesuch kommt zu einem späten Zeitpunkt im Prozess: Die SEC hat vor zwei Wochen ihre Berufung gegen Ripple zurückgezogen. Im Gegenzug zahlt Ripple:

  • eine reduzierte Strafe von 50 Mio. US-Dollar

  • statt der ursprünglich geforderten 125 Mio. USD

  • weitere 75 Mio. USD sollen von der SEC zurückgezahlt werden

Beide Seiten haben sich auf einen vergleichsweise milden Abschluss geeinigt, der aktuell noch Richterin Torres zur finalen Zustimmung vorliegt. Koerner kritisiert in seinem Schreiben die immensen Kosten, die Ripple aufbringen musste: mindestens 175 Mio. USD an Verteidigungskosten, schätzt er, plus 50 Mio. USD an Strafe – in Summe also über 225 Mio. USD. Auch seine eigene Verteidigung habe ihn 15 Mio. USD gekostet, betont er.

Ob Koerners Eingabe juristisch überhaupt berücksichtigt wird, ist fraglich – dennoch sorgt sie für neue Schlagzeilen rund um das Verfahren. Mit seiner Sammlung alter Investmentverträge und jahrzehntelanger Markterfahrung sieht sich Koerner als Schlüssel zu einer gerechteren Auslegung des US-Wertpapierrechts. Ob das Gericht dem stattgibt, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: Kurz vor dem vermuteten Finale der XRP-Klage kommt noch einmal Bewegung in ein bereits historisch bedeutendes Verfahren.

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Er macht seit neun Jahren das Fachchinesisch der großen Banken für private Anleger verständlich. Er nimmt komplexe Berichte von Bloomberg und macht daraus klare Analysen zu Bitcoin oder Solana. Sein Fokus liegt auf echtem Hintergrundwissen damit Anleger Marktbewegungen logisch einordnen können.