OCC-Aufsicht für Bitcoin-Verwahrung: Block plant Builders Bank

Patrick Krauss
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Patrick Krauss
News & Chart Analyst

Wenn Kurse plötzlich springen und die Marktstimmung kippt ist er sofort am Ticker. Seit sechs Jahren beobachtet er Bitcoin sowie Altcoins live und filtert aus dem Lärm der Börsen echte Informationen. Er liefert schnelle Updates und Orientierung damit niemand in volatilen Phasen blind handeln muss.

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OCC-Aufsicht für Bitcoin-Verwahrung: Block plant Builders Bank

Jack Dorseys Zahlungsdienstleister Block hat bei der US-Bankenaufsicht Office of the Comptroller of the Currency (OCC) einen Antrag auf eine nationale Trustbank-Lizenz gestellt. Das geplante Institut mit dem Namen Builders Bank & Trust soll Bitcoin und Stablecoins verwahren und dabei unter direkter Bundesaufsicht stehen – ein Schritt, der die institutionelle Krypto-Infrastruktur in den USA weiter formalisiert.

Der zentrale Punkt: Die Bank würde weder Einlagen entgegennehmen noch Kredite vergeben. Sie ist damit kein klassisches Geschäftsbankmodell, sondern eine spezialisierte Verwahrstruktur. Block begründet den Antrag laut eigener Mitteilung damit, dass eine bundesweit einheitliche regulatorische Grundlage nötig sei, um die eigenen Custody-Aktivitäten weiter auszubauen, wie aus der Investorenmitteilung von Block hervorgeht.

Was Blocks Antrag konkret vorsieht

Der Antrag wurde am 8. September 2026 bei der OCC eingereicht, berichtet Cointelegraph. Vorgesehen ist eine sogenannte uninsured national trust bank – ein unversichertes, national lizenziertes Trustinstitut, dessen Geschäftszweck auf Verwahrung und damit verbundene treuhänderische Dienstleistungen beschränkt bleibt.

Sollte die OCC den Antrag genehmigen, würde Builders Bank unter direkter Bundesaufsicht Bitcoin- und Stablecoin-Verwahrung anbieten. Die Betonung liegt bewusst auf dem Konjunktiv: Eine Genehmigung ist bislang nicht erteilt, der Prozess befindet sich in der Antragsphase. Als Präsident und CEO der Bank ist im Genehmigungsfall Lee Woolley vorgesehen, aktuell Blocks Digital Asset Strategy Lead.

Warum Block auf eine spezialisierte Trustbank setzt

Die Logik hinter dem Antrag lässt sich aus Blocks eigener Begründung ableiten: Eine nationale Lizenz würde den Custody-Betrieb aus einem Flickenteppich einzelstaatlicher Regelungen herauslösen und auf eine einheitliche bundesweite Grundlage stellen. Für ein Unternehmen, das seine digitalen Vermögenswerte-Sparte skalieren will, ist das ein struktureller Vorteil gegenüber einer Expansion über mehrere State-Charter hinweg.

Bemerkenswert ist zudem die organisatorische Trennung: Custody und treuhänderische Dienstleistungen werden bewusst von klassischen Bankgeschäften wie Einlagen und Kreditvergabe abgekoppelt. Block verweist dabei auf die eigene Erfahrung mit Square Financial Services, dem bestehenden Industriebank-Ableger des Unternehmens, als Grundlage für den Aufbau von Builders Bank.

Damit reiht sich Block in eine wachsende Gruppe von Fintech- und Krypto-Unternehmen ein, die auf eine föderal überwachte Verwahrstruktur setzen statt auf Exchange-basierte oder einzelstaatliche Lösungen. Ob dies tatsächlich Kapital anzieht oder primär regulatorische Absicherung schafft, lässt sich aus den vorliegenden Fakten nicht ableiten – hier bleibt der Antrag zunächst ein infrastruktureller, kein direkt marktwirksamer Vorgang.

Welche Wettbewerber ebenfalls auf regulierte Krypto-Banken setzen

Block ist bei Weitem nicht der einzige Akteur, der diesen Weg verfolgt. Ripple hat für eine vergleichbare Lizenz bereits eine bedingte Genehmigung erhalten, während Circle und BitGo die finale OCC-Zulassung durchlaufen haben. Kraken-Mutter Payward und der Infrastrukturanbieter Zerohash haben ebenfalls Anträge eingereicht.

Das Feld regulierter, föderal überwachter Verwahrstrukturen für digitale Assets wächst damit spürbar. Ähnliche Entwicklungen bei der Übernahme regulierter Handelsplattformen zeigt der Ausbau institutioneller Krypto-Infrastruktur durch BitGo und NYDIG. Belastbare Daten zu Kapitalzuflüssen, verwalteten Vermögen oder Marktanteilen einzelner Anbieter liegen für Blocks Vorhaben allerdings nicht vor – jede Einschätzung zur konkreten Marktwirkung wäre an dieser Stelle Spekulation.

Die regulatorische Bedeutung des OCC-Antrags

Zuständig für die Prüfung ist die OCC, die Bundesbehörde für die Aufsicht über national lizenzierte Banken und Trustgesellschaften. Im Genehmigungsfall würde Builders Bank direkt dieser Aufsicht unterstehen – ein Unterschied zu Custody-Anbietern, die bislang lediglich einzelstaatlichen Regelungen oder privaten Sicherheitsstandards folgen.

Wichtig für die Einordnung: Aus den vorliegenden Informationen lässt sich nicht ableiten, dass Block die Lizenz bereits besitzt oder die geplanten Dienstleistungen schon anbieten kann. Es handelt sich um einen eingereichten Antrag, dessen Ausgang offen ist. Wie unterschiedlich Staaten und Regulierungsbehörden weltweit mit der Aufsicht über Stablecoins umgehen, zeigt der Überblick zu nationalen Stablecoin-Regeln der G20-Staaten – ein Kontext, der die Relevanz einer einheitlichen US-Bundeslizenz zusätzlich unterstreicht.

Unversichert und ohne Einlagen: die offenen Risiken

Ein zentrales Merkmal des Antrags bleibt kritisch zu betrachten: Builders Bank wäre eine unversicherte Trustbank. Sie würde weder Einlagen entgegennehmen noch Kredite vergeben – die Institution unterscheidet sich damit fundamental von einer klassischen Geschäfts- oder Retailbank mit Einlagensicherung.

Wie genau die Verwahrungsmodelle, treuhänderischen Kontrollmechanismen und finalen Betriebsberechtigungen im Genehmigungsfall aussehen würden, ist derzeit offen, da es sich weiterhin um einen Genehmigungsantrag und nicht um eine erteilte Lizenz handelt. Bis die OCC eine Entscheidung trifft, bleibt Builders Bank ein Projekt auf Papier – ambitioniert in der Struktur, aber ohne bestätigten Zeitplan für den tatsächlichen Betriebsstart.

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Wenn Kurse plötzlich springen und die Marktstimmung kippt ist er sofort am Ticker. Seit sechs Jahren beobachtet er Bitcoin sowie Altcoins live und filtert aus dem Lärm der Börsen echte Informationen. Er liefert schnelle Updates und Orientierung damit niemand in volatilen Phasen blind handeln muss.