NYDIG: Premiums von Bitcoin-Treasury-Unternehmen brechen ein – Zyklussignal für BTC?

Patrik
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Patrik
Marktanalyst & Redakteur

Er macht seit neun Jahren das Fachchinesisch der großen Banken für private Anleger verständlich. Er nimmt komplexe Berichte von Bloomberg und macht daraus klare Analysen zu Bitcoin oder Solana. Sein Fokus liegt auf echtem Hintergrundwissen damit Anleger Marktbewegungen logisch einordnen können.

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NYDIG: Premiums von Bitcoin-Treasury-Unternehmen brechen ein – Zyklussignal für BTC?

NYDIG schlägt Alarm: Während Bitcoin Mitte August ein neues Allzeithoch markierte, haben die „Digital Asset Treasury“ (DAT) Unternehmen – also börsennotierte Firmen, die Bitcoin strategisch in ihre Bilanzen aufnehmen – massiv an Bewertungsaufschlägen verloren. Diese „Premiums“, also der Abstand zwischen Aktienkurs und dem inneren Wert pro Bitcoin (NAV), schrumpfen quer durch die Branche. Laut Greg Cipolaro, Global Head of Research bei NYDIG, ist dies kein Stimmungsrauschen, sondern eine strukturelle Neubewertung – und möglicherweise ein Makro-Signal für den Bitcoin-Zyklus selbst.

Ursachen: Angebotsschock, Kapitalerhöhungen und schwaches Vertrauen

NYDIG nennt mehrere Gründe für den Druck auf die Aktienkurse:

  • Anleger fürchten Sekundär-Angebote, da viele Firmen frische Kapitalerhöhungen oder Fusionen abgeschlossen haben, deren Aktien noch für den freien Handel registriert werden müssen. In vielen Fällen sind über 95 % der neuen Aktien an solche Deals gebunden – was absehbar massiven Verkaufsdruck auslösen kann.
  • Die Geschäftsstrategien der DATs ähneln sich stark, echte Differenzierung fehlt.
  • Gewinnmitnahmen nach dem starken Lauf der Branche drücken ebenfalls.
  • Hinzu kommt, dass die Kurse der DAT-Aktien teilweise bereits unter den Platzierungspreisen vergangener Kapitalerhöhungen notieren. Beispiele: Twenty One liegt unter dem Juni-PIPE von $21 (aber noch über dem April-PIPE von $10); Nakamoto notiert unter dem $5-PIPE, wenn auch über dem $1,12-PIPE.

Fallen Aktien unter diese Ankerpreise, steigt die Gefahr, dass neue Investoren nach Ablauf der Sperrfristen mit Verlust verkaufen – was den Abwärtsdruck verstärken würde.

Kaum Buybacks, stattdessen neue Aktien

Eine Lösung wäre klar: Aktienrückkäufe zur Stützung des NAV. Doch die meisten DATs haben keine Programme autorisiert. Ausnahme ist Empery Digital, das bei einem Abschlag von rund 24 % auf NAV immerhin ein Buyback angekündigt hat. Im Gegensatz dazu setzt Nakamoto sogar auf eine ATM-Emission von $5 Milliarden, also frische Aktienverkäufe in den Markt – ein Vorgehen, das Premiums verwässert, statt sie zu verteidigen.

NYDIGs Empfehlung: Firmen sollten Liquidität für Rückkäufe zurückhalten, um Vertrauen zu stabilisieren.

Langfristig skizziert NYDIG ein Szenario, in dem M&A und sogar Aktionärsaktivismus eine Rolle spielen könnten. Sobald ein DAT mit höherem Premium einen Wettbewerber mit niedrigerem Premium übernimmt, steigt der Bitcoin-Bestand pro Aktie automatisch – ein Mechanismus, der Firmen mit stabilen Aufschlägen zu Konsolidierern machen könnte.

Was bedeutet das für den Bitcoin-Zyklus?

NYDIG verweist auf das einzige historische Beispiel: MicroStrategy. Deren Premium auf NAV erreichte im Februar 2021 den Höhepunkt – zwei Monate vor dem Bitcoin-Hoch bei $64.000 im April und lange vor dem finalen Top bei $69.000 im November 2021. In dieser Zyklus-Runde peakte MicroStrategys Premium bereits im November 2024. Laut NYDIG könnte das ein Hinweis sein, dass sich auch diesmal ein Top vorbereitet – selbst wenn die Datenlage dünn ist.

Begleitend zeigt das Markt-Update: Bitcoin gab zuletzt nach, während US-Aktien seitwärts liefen. Gold und Silber legten nach Jackson Hole deutlich zu, da fallende Nominalzinsen und hohe Inflationserwartungen die Realrenditen drückten. NYDIG argumentiert, dass dieses Umfeld eigentlich auch Bitcoin stützen sollte – vor allem im Hinblick auf den CPI-Print und die FOMC-Sitzung am 17. September.

Die Euphorie um DATs ist verflogen: Premiums schrumpfen, Sekundär-Angebote drohen, und die Aktienkurse geraten unter Druck. Firmen müssten strategisch umdenken – von aggressiven Kapitalerhöhungen hin zu defensiven Rückkäufen. Für Bitcoin-Investoren wichtiger noch: Wenn sich das Muster von 2021 wiederholt, könnte die Entwicklung der DAT-Premiums ein Frühindikator für das Stadium des Bullenmarktes sein. 

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Er macht seit neun Jahren das Fachchinesisch der großen Banken für private Anleger verständlich. Er nimmt komplexe Berichte von Bloomberg und macht daraus klare Analysen zu Bitcoin oder Solana. Sein Fokus liegt auf echtem Hintergrundwissen damit Anleger Marktbewegungen logisch einordnen können.