Kirgistan plant staatliche Bitcoin-Reserve und eigenes Mining

Patrik
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Patrik
Marktanalyst & Redakteur

Er macht seit neun Jahren das Fachchinesisch der großen Banken für private Anleger verständlich. Er nimmt komplexe Berichte von Bloomberg und macht daraus klare Analysen zu Bitcoin oder Solana. Sein Fokus liegt auf echtem Hintergrundwissen damit Anleger Marktbewegungen logisch einordnen können.

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Kirgistan plant staatliche Bitcoin-Reserve und eigenes Mining

Die kirgisische Regierung hat einen entscheidenden Schritt in Richtung einer staatlichen Krypto-Reserve gemacht – mit klarem Schwerpunkt auf Bitcoin. Bei einer Anhörung im Parlament am 9. September stellte Wirtschafts- und Handelsminister Bakyt Sydykov Änderungen zum Gesetz „Über virtuelle Vermögenswerte“ vor. Diese sehen die Einführung von „staatlichem Mining“ und einer staatlichen Kryptowährungsreserve vor.

Der Minister erklärte, die Reserve solle über verschiedene Kanäle aufgebaut werden: Mining, die Tokenisierung realer Vermögenswerte sowie die Emission nationalwährungsbesicherter Stablecoins. Ziel sei es, die finanzielle Stabilität des Landes zu stärken und neue Möglichkeiten der Wertaufbewahrung zu schaffen.

Energieverbrauch im Fokus

Besonders kontrovers war die Frage nach der Energieversorgung. Abgeordneter Dastan Bekeshev warnte, dass für das Mining von einem Bitcoin rund 800.000 Kilowattstunden nötig seien – genug, um etwa 1.200 Wohnungen einen Monat lang zu versorgen. Angesichts des herannahenden Winters stellte er die Frage, ob sich ein solches Risiko rechtfertigen lasse.

Sydykov betonte, dass Mining in Kirgistan eigenen Stromtarifen unterliege und keine Mining-Farmen an großen Kraftwerken wie den thermischen TPPs oder dem im Bau befindlichen Kambar-Ata-1-Staudamm entstehen sollen. Stattdessen solle die Energie kleiner Wasserkraftwerke genutzt werden: 17 sind bereits in Betrieb, 15 weitere in Planung.

Strengere Regeln für Börsen

Das Gesetzespaket verschärft auch die Anforderungen für Krypto-Börsen. Ab dem 1. Januar 2026 müssen Anbieter mindestens 10 Milliarden Som (rund 113 Millionen USD) an genehmigtem Kapital nachweisen, um in Kirgistan operieren zu dürfen. Damit will die Regierung Vertrauen schaffen und die Branche professionalisieren.

Die Definition von „staatlichem Mining“ sieht vor, dass der Staat eigene Infrastruktur, Energie und Technologie einsetzt, um digitale Vermögenswerte zu erzeugen. Die Reserve soll sich sowohl aus Mining-Erträgen als auch aus Token-Emissionen und staatlich gehaltenen Krypto-Assets speisen.

Konkurrenz mit Kasachstan

Die Debatte in Bischkek konzentrierte sich zwar auf „Krypto-Reserven“ allgemein, doch inhaltlich steht klar Bitcoin im Mittelpunkt. Der Energievergleich von Bekeshev und die vorgesehene Versorgungsquelle – Mining – weisen direkt auf BTC hin. Diese Linie ist konsistent mit früheren Signalen: Bereits im April unterzeichnete die kirgisische Investitionsagentur ein Memorandum mit Binance-Mitgründer Changpeng Zhao, der als nationaler Blockchain-Berater auftritt. Zhao hatte bei einem Besuch im Mai offen vorgeschlagen, Bitcoin und BNB als erste Reservewerte einzusetzen.

Parallel verfolgt auch Kasachstan ein ähnliches Ziel. Präsident Tokajew hat in seiner „State of the Nation“-Rede einen nationalen Krypto-Reservefonds angekündigt, flankiert von Projekten wie einer geplanten „CryptoCity“ und neuer Gesetzgebung bis 2026. Damit entsteht in Zentralasien ein Wettbewerb um die Rolle des regionalen Vorreiters in der staatlichen Krypto-Adoption.

Geopolitische Dimension

Die Dynamik ist nicht nur wirtschaftlich, sondern auch geopolitisch aufgeladen. Kirgistan hat zuletzt wegen angeblicher Verstrickungen in ein rubelgestütztes Stablecoin-Netzwerk und Sanktionsumgehung für Russland internationalen Druck aus Großbritannien und den USA erfahren. Präsident Sadyr Japarov wies die Vorwürfe zurück und betonte die staatliche Kontrolle über kryptobezogene Bankgeschäfte.

Analyst Daniel Batten hob auf X hervor, dass sich Kirgistan und Kasachstan in einem Punkt von Staaten wie El Salvador oder Argentinien unterscheiden: Sie haben keine aktiven IWF-Kredite, die solche Pläne blockieren könnten. Damit könnten die Projekte ungehindert umgesetzt werden – und Zentralasien würde zu einem neuen Hotspot staatlicher Krypto-Reserven.

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Er macht seit neun Jahren das Fachchinesisch der großen Banken für private Anleger verständlich. Er nimmt komplexe Berichte von Bloomberg und macht daraus klare Analysen zu Bitcoin oder Solana. Sein Fokus liegt auf echtem Hintergrundwissen damit Anleger Marktbewegungen logisch einordnen können.