Institutionelle Investoren reduzieren Bitcoin-ETF-Anteile
Laut einem neuen Bericht von CoinShares ziehen sich institutionelle Investoren teilweise aus US-basierten Bitcoin-ETFs zurück. Der Bericht vom 5. Juni basiert auf offiziellen 13-F-Meldungen von Vermögensverwaltern mit mindestens 100 Millionen US-Dollar an verwaltetem Kapital.
Zum Stichtag 31. März hielten diese Investoren noch 21,2 Milliarden US-Dollar in Bitcoin-ETFs – ein deutlicher Rückgang gegenüber 27,4 Milliarden zum Ende des Vorquartals. Das entspricht einem Minus von 23 %, während der Gesamtmarkt der Bitcoin-ETFs im gleichen Zeitraum nur 12 % verloren hat. Der Bitcoin-Preis fiel im ersten Quartal um 11 %.
Hedgefonds waren die Hauptverkäufer. Sie reduzierten ihre Bestände um fast ein Drittel, vor allem wegen schrumpfender Gewinne aus dem sogenannten Basis-Trade – also der Arbitrage zwischen Spot- und Futures-Preisen. Dieser hatte sich 2024 stark gelohnt, verliert aber nun an Attraktivität.
Finanzberater legen nach, Hedgefonds verkaufen
Nicht alle Investoren zogen sich zurück. Finanzberater weiteten ihre Positionen aus – zumindest, wenn man in Bitcoin rechnet. Zwar sank der Wert ihrer Bestände in US-Dollar, aber die Menge der gehaltenen BTC stieg. Dadurch stieg ihr Anteil auf 50 % aller gemeldeten ETF-Bestände.
- Hedgefonds hielten nur noch 32 %,
- Brokerhäuser rund 10 %.
Bei der Anzahl der Investoren dominierten ebenfalls die Berater: 81 % der 755 meldenden Firmen gehörten in diese Kategorie. Trotz des Rückgangs halten professionelle Investoren insgesamt noch rund 23 % aller Bitcoin-ETF-Vermögenswerte – ein leichter Rückgang gegenüber den 26,3 % im vierten Quartal 2024.
CoinShares sieht den Rückzug als taktisch, nicht strukturell. Viele Institute hätten weiterhin nur geringe Allokationen in Bitcoin (weniger als 1 % der Portfolios). Man rechnet mit steigenden Engagements, sobald klare Regeln vorliegen, interne Genehmigungen erfolgen und Bildungslücken geschlossen werden.
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IBIT von BlackRock bleibt Favorit – Rückzug und Neueinstiege
Drei große ETFs dominierten die Investments:
- BlackRock IBIT führte mit 12,7 Milliarden US-Dollar aus professionellen Quellen.
- Fidelitys FBTC lag bei 3,6 Milliarden,
- Grayscale GBTC bei 2,2 Milliarden.
Diese drei Produkte vereinten zusammen 85 % des institutionellen Kapitals. Einige Investoren stiegen ein, andere zogen sich zurück:
- Goldman Sachs und Macquarie investierten neu oder erhöhten ihre Anteile um 206 Mio. USD bzw. 136 Mio. USD.
- Millennium Management, einer der größten Hedgefonds, verkaufte für 980 Mio. USD.
- Bracebridge Capital liquidierte 335 Mio. USD.
- Der Pensionsfonds von Wisconsin stieg komplett aus (323 Mio. USD),
- während der souveräne Fonds Abu Dhabis auf 411 Mio. USD aufstockte.
Im Gegensatz dazu kauften viele Unternehmen weiter BTC auf ihre Bilanzen. CoinShares schätzt, dass Firmen-Bestände im Jahr 2025 bisher um 18,7 % gestiegen sind – auf 1,98 Millionen Bitcoin Mitte Mai.
Diese Unternehmen orientieren sich offenbar an der Strategie von MicroStrategy (heute: Strategy), die Bitcoin als Bilanzreserve nutzen. Institutionelle Verwalter hingegen nahmen Gewinne mit, nachdem der Bitcoin-Kurs im Februar 2025 über 100.000 US-Dollar gestiegen war.
Institutionelle Anleger schichten um. Während Hedgefonds Gewinne sichern und sich vorübergehend zurückziehen, bauen Finanzberater und Unternehmensbilanzen ihre BTC-Bestände weiter aus. Die strukturelle Nachfrage bleibt bestehen – das institutionelle Interesse verlagert sich, nicht aber der Trend.