Bitcoin und globale Liquidität: Ein Sommerziel bei $130.000 – oder nur heiße Luft?

Patrik
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Marktanalyst & Redakteur

Er macht seit neun Jahren das Fachchinesisch der großen Banken für private Anleger verständlich. Er nimmt komplexe Berichte von Bloomberg und macht daraus klare Analysen zu Bitcoin oder Solana. Sein Fokus liegt auf echtem Hintergrundwissen damit Anleger Marktbewegungen logisch einordnen können.

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Bitcoin und globale Liquidität: Ein Sommerziel bei $130.000 – oder nur heiße Luft?

Ein viel diskutierter Chartvergleich sorgt derzeit für Gesprächsstoff auf Crypto-X: Bill Barhydt, Gründer der Krypto-Banking-Plattform Abra, teilte eine Collage verschiedener Bitcoin-vs.-M2-Diagramme – ursprünglich populär gemacht vom Makro-Investor Raoul Pal und dem Analysten Julien Bittel. Diese Diagramme setzen den Bitcoin-Preis in Beziehung zur globalen Geldmenge (M2) und zeigen eine frappierende Korrelation: Steigt M2, zieht Bitcoin meist mit Verzögerung nach. Barhydts ironisch-realistische Einordnung dazu:

„Die meisten dieser Charts prognostizieren einen Dip in den nächsten Tagen auf rund $100.000 und dann ein neues Allzeithoch bei $130.000 im August oder September … oder das alles ist kompletter Quatsch. Wie auch immer.“

Bitcoin als "Liquiditätsschwamm" – Theorie mit Substanz?

Im Kern basiert diese Theorie auf der Idee, dass Bitcoin als Reflexion globaler Liquidität fungiert – ein Asset, das überschüssiges Fiat absorbiert, sobald Zentralbanken ihre Bilanzen ausweiten. Barhydt formulierte es so:

„Bitcoin ist der Mutter-Schwamm für Liquidität – besonders bei Fiat-Entwertung.“

Die Argumentation: Wenn Regierungen und Notenbanken Geld ins System pumpen, sucht Kapital nach knappen Gütern mit Angebotsobergrenze – und genau da komme Bitcoin ins Spiel. Pal behauptet, dass bis zu 90 % der Bitcoin-Preisbewegungen direkt mit M2-Wachstum korrelieren. Bittel zufolge liegt die globale M2 derzeit bei rund 111 Billionen US-Dollar – ein historischer Höchststand.

Barhydt sieht eine typische Kaskade: Zuerst Bitcoin, dann andere L1-Projekte wie Ethereum oder Solana, dann schließlich Spekulations-Coins im Altcoin-Segment. Das könnte den sogenannten „Alt-Season“-Effekt auslösen – vorausgesetzt, der erste Bitcoin-Sprung kommt wie erwartet.


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Realitätscheck: Modell, Momentum oder Makulatur?

Trotz aller Euphorie warnt Barhydt vor Selbstüberschätzung. Der erwartete Dip könne mild oder abrupt ausfallen – etwa bis auf $95.000, bevor sich das bullische Szenario fortsetzt. Besonders Trader mit hoher Hebelwirkung seien anfällig für Liquidationen. Seine Mahnung:

„Passt auf euren Hebel auf, geht auch mal raus an die frische Luft und bleibt bitte zivilisiert.“

Auf Kritik, das M2-Modell sei zu populär und damit ineffektiv, entgegnete er: „Wir reden hier von Billionen Dollar und Milliarden Menschen. Das Modell ist keineswegs überlaufen.“ Auch zur Genauigkeit äußerte er sich nüchtern:

„Das Modell hat keinen Anspruch auf Tagesprognosen. Es funktioniert – wenn überhaupt – auf Wochenebene.“

Fazit: Das Zusammenspiel zwischen Liquidität und Bitcoin-Preis bleibt ein faszinierender Ansatz mit wachsender Anhängerschaft. Doch ob es Bitcoin tatsächlich bis $130.000 im Sommer katapultiert oder sich als „horseshit“ entpuppt, wie Barhydt selbst es nennt, hängt maßgeblich davon ab, wie rasch Notenbanken wieder expansive Maßnahmen ergreifen – und wie spekulativ sich Marktteilnehmer in den kommenden Wochen positionieren.

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Er macht seit neun Jahren das Fachchinesisch der großen Banken für private Anleger verständlich. Er nimmt komplexe Berichte von Bloomberg und macht daraus klare Analysen zu Bitcoin oder Solana. Sein Fokus liegt auf echtem Hintergrundwissen damit Anleger Marktbewegungen logisch einordnen können.