Donald Trump bringt Bitcoin-Erholung
Die aktuelle Gegenbewegung bei Bitcoin hatte einen klaren Auslöser. Nach einem Treffen mit dem NATO-Präsidenten erklärte Donald Trump, dass geplante Grönland-Zölle nicht umgesetzt werden. Zusätzlich wurden mögliche Strafzölle gegenüber Europa vom Tisch genommen. Die Märkte reagierten prompt. Allein im US-Aktienmarkt flossen innerhalb weniger Stunden wieder über 700 Milliarden US-Dollar zurück, nachdem am Vortag noch massive Abflüsse zu sehen waren. Gold gab leicht nach, Bitcoin zeigte eine moderate Erholung von der unteren Supportzone.

Experte Manuel vom Kanal “Rundumbitcoin” erklärt die aktuellen Ereignisse, Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=nceU-OjaSfkhttps://www.youtube.com/watch?v=nceU-OjaSfk
Trotz dieser positiven Nachrichten bleibt das Gesamtbild angespannt. Seit dem lokalen Hoch bleibt der Bitcoin Kurs weiterhin deutlich tiefer. Die Erholung wirkte eher wie ein technischer Rücklauf als wie der Start einer neuen Aufwärtsphase. Wichtig dabei: Der Kurs schloss zuletzt auch das offene CME-Gap vom Jahresanfang. Dieses Thema hatte über Wochen wie ein Damoklesschwert über dem Markt gependelt. Mit dem Gap-Close ist zumindest ein technischer Unsicherheitsfaktor vom Tisch, die Struktur selbst bleibt jedoch unverändert schwach.
Bitcoin in der technischen Betrachtung
Auf dem Chart dominiert weiterhin eine ausgeprägte Bear-Flag-Formation. Auf der Oberseite zeigt sich eine klare Deckelung. Mehr als fünf Ablehnungen an nahezu identischen Niveaus sprechen eine deutliche Sprache. Gleichzeitig hält die Unterseite bislang stand. Drei saubere Reaktionen aus derselben Supportzone zeigen, dass Käufer dort weiterhin aktiv sind. Genau diese Kombination macht das aktuelle Setup so brisant. Die Formation entstand nach einer starken Abwärtsbewegung und gilt klassisch als Fortsetzungsmuster.

Mario von “Krypto Trading und Investing” zeigt, wie Bitcoin immer wieder abprallt, Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=ljjcoBHV9iU
Aus technischer Sicht ergeben sich daraus klare Projektionen. Bei einem Bruch der aufwärts verlaufenden Unterstützung innerhalb der Flagge würde sich das Abwärtsszenario weiter zuspitzen. Konservative Ableitungen liegen im Bereich um 64.000 US-Dollar, aggressivere Zielzonen sogar näher an 53.000 US-Dollar.
Solche Marken sind keine Garantie, aber sie zeigen, welches Risiko im Raum steht, falls die Struktur nach unten auflöst. Entscheidend bleibt dabei die massive Supportzone, die Bitcoin seit über drei Monaten immer wieder verteidigt hat. Ein Tagesschluss darunter wäre ein klares Warnsignal.
Bitcoin Vergleich zeigt Relationen
Interessant ist der Blick auf das größere Bild. Gold legte seit Ende 2023 um rund 167 Prozent zu, und das bei einer Marktkapitalisierung von etwa 25 Billionen US-Dollar. Bitcoin kommt aktuell auf rund 1,8 Billionen. Allein dieser Vergleich zeigt, welches langfristige Potenzial vorhanden ist, unabhängig von der aktuellen Korrekturphase. Kurzfristig dominiert jedoch Geduld. Seit November bewegt sich Bitcoin in einer zähen Seitwärtsphase, die inzwischen länger als drei Monate andauert. Solche Phasen enden erfahrungsgemäß nicht leise, sondern mit einer klaren Richtungsentscheidung.
Strategisch bleibt daher Zurückhaltung angesagt. Auf der Unterseite könnten Zonen zwischen 76.000 und 66.000 US-Dollar in den nächsten Monaten erreicht werden. Dort liegt auch ein wichtiger Referenzwert: Der durchschnittliche Einstiegspreis der US-Spot-ETFs liegt bei etwa 79.000 US-Dollar. Eine Annäherung an dieses Niveau dürfte das Interesse größerer Akteure erneut erhöhen, denn diese wollen sicher nicht, dass der Kurs unter ihr Einstiegsniveau sinkt. In solchen Bereichen bietet sich ein gestaffeltes Vorgehen an, mit kleineren Einstiegen weiter oben und größeren Volumina bei tieferen Kursen.

Bitcoin Spot ETF’s binden noch immer Bitcoins im Werte von 56,6 Miliarden US-Dollar, Quelle: https://farside.co.uk/btc/
Gleichzeitig baut sich laut Liquidation-Heatmap weiterhin Liquidität auf beiden Seiten auf. Unterhalb warten Cluster im Bereich um 68.000, oberhalb zieht sich ein Band bis in die Region um 110.000 US-Dollar. Genau das erklärt die aktuelle Richtungsunsicherheit. Auch auf dem 12-Stunden-Chart zeigt sich ein erstes tieferes Tief, was das kurzfristige Bild eher bärisch einfärbt.
Unterm Strich bleibt festzuhalten: Die Erholung basierte auf politischen Entlastungssignalen, nicht auf einer strukturellen Trendänderung. Solange Bitcoin keinen klaren Ausbruch aus der Seitwärtszone liefert, kann nicht von einem neuen Top ausgegangen werden. Der Markt sammelt Energie, die Richtung wird kommen. Die Frage ist nicht ob, sondern wann.