Könnte Ransomware den Bitcoin-Preis in die Höhe treiben?

Könnte Ransomware Bitcoin in die Höhe treiben?
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Untersuchungen zufolge ist die Zahl der Betrugsfälle mit sogenannter Erpresser-Software (auch „Ransomware“) im Jahr 2019 deutlich gestiegen. Zahlungsmethode der Wahl für die verantwortlichen Cyberkriminellen: in der Regel Kryptowährungen – und hier meist Bitcoin. Könnten die derzeitigen BTC-Preisschwankungen also womöglich mit der Zunahme dieser Betrugsmasche zusammenhängen?

Bitcoin-Preis und Ransomware

US-Ministerien, öffentliche Einrichtungen, Schulen, Krankenhäuser und Unternehmen werden zunehmend Opfer von Ransomware-Angriffen. Laut einem Bericht von Malwarebytes gab es in der ersten Jahreshälfte 2019 einen Anstieg von 363% gegenüber dem Vorjahr.

Bei der Attacke wird Malware verwendet, um wichtige Dateien auf dem Computer des Opfers zu verschlüsseln. Dann wird ein kleines Lösegeld verlangt, um die Dateien zu entschlüsseln – und hier wird in der Regel Bitcoin verlangt.

Zudem stieg Untersuchungen des Cybersicherheits-Unternehmens Emisoft zufolge das durchschnittliche Lösegeld im ersten Quartal 2019 um 89% auf 12.762 US-Dollar. Bei 98% aller Lösegeldzahlungen wurde Bitcoin verwendet, und 96% der Unternehmen, die das Lösegeld bezahlt haben, erhielten anschließend ein funktionierendes Werkzeug zur Entschlüsselung.

Hauptsächlich geht es bei diesen Angriffen um Bitcoin, bei den restlichen 2% handelt es sich in der Regel um Datenschutz-Coins wie Monero und Dash. So ergibt sich die realistische Möglichkeit, dass die Lösegeld-Zahler die BTC-Nachfrage und damit den Preis nach oben treiben.

Ein Artikel legt diesbezüglich auch nahe, dass der WannaCry-Angriff 2017 Auswirkungen auf den damaligen BTC-Preis gehabt hätte. Der Angriff infizierte mehr als 300.000 Computer weltweit. Emisoft-Sprecher Brett Callow betont ebenfalls, dass es einen Zusammenhang zwischen hochkarätigen Ransomware-Vorfällen und dem Bitcoin-Preis zu geben scheint.

In diesem Jahr erhielten zahlreiche Ransomware-Plattformen größere Lösegeldauszahlungen. Einer von ihnen war Ryuk, der sich laut TrendMicro an Logistik- und Technologieunternehmen sowie kleine Kommunen wandte.

Dem Cybersicherheitsprofessor Alan Woodward zufolge könne Ransomware ein Teil davon sein – der Preis von Bitcoin sei so volatil und hätte eine solche Dynamik, dass viele verschiedene Faktoren infrage kommen. Einer dieser Faktoren könne sein, dass Unternehmen, die einen Ransomware-Angriff erwarten, Bitcoin in Vorbereitung gekauft haben.

Callow:

„Wir wissen, dass eine beträchtliche Anzahl von Unternehmen Bitcoin hortet, falls sie von Ransomware betroffen sind und eine Nachfrage bezahlen müssen. Es scheint sinnvoll zu sein, dass je größer die Anforderungen werden und je mehr hochkarätige Fälle es gibt, desto mehr Unternehmen anfangen werden zu kaufen. Wir vermuten, dass dies der Grund für den Preisanstieg ist und nicht die eigentlichen Lösegeldforderungen selbst.“

Berichten zufolge kommt es in den USA derzeit mit 53% am häufigsten zu Angriffen – und jetzt, da Cyberkriminelle zu höherrangigen Zielen wechseln, könnten zudem mehr Unternehmen anfangen, Bitcoin zu kaufen. Etwas, was sich natürlich auch auf den Preis auswirken wird.

Textnachweis: Bitcoinist, MARTIN YOUNG
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