Was ist nur los mit dem Bitcoin Kurs?!
Der Bitcoin Kurs hat in den letzten Tagen eine Phase der Stagnation erlebt, die Anleger und Analysten nach den Ursachen suchen lässt. Drei Schlüsselfaktoren können als Erklärung für den aktuellen Seitwärtstrends von Bitcoin angesehen werden:
Nr. 1: ETF-Zuflüsse werden durch GBTC-Verkäufe kompensiert, aber wie lange noch?
Die Bitcoin-ETFs sind weiterhin das beherrschende Thema auf dem Markt, und insbesondere Grayscale mit seinem GBTC bleibt im Fokus der Analysten. Während die ETF-Zuflüsse weiterhin rekordverdächtig sind, stagniert der Bitcoin-Preis. Einer der Hauptgründe dafür sind vermutlich die Abflüsse beim GBTC, der mit seiner Gebühr von 1,5 % pro Jahr (im Vergleich zu 0,25 %) bei anderen Emittenten als überteuert angesehen wird.
Thomas Fahrer von Apollo wies auf die erheblichen Diskrepanzen bei den Abflüssen auf dem Markt hin:
"In drei Handelstagen. IBIT +16K BTC, FBTC +12K BTC, BITB +6.7K BTC, ARKB +5.3K BTC, GBTC -27K BTC. GBTC BTC fließt, aber nicht genug, um die anderen ETFs zu stützen. Supply shock inbound imo."
Alessandro Ottaviani gab weitere Einblicke und erklärte:
"Bitcoin-Zufluss in den ETFs: +47k, Bitcoin-Abfluss aus Grayscale: -27k, Nettozufluss: 20k. […] Früher oder später erwarte ich, dass der Abfluss von Grayscale gestoppt oder deutlich reduziert wird. Diejenigen, die Grayscale GBTC besitzen, waren bereits in Bitcoin investiert und haben daher meiner Meinung nach bereits die Entscheidung getroffen, zu verkaufen, was nicht viel später als bei der Einführung der ETFs geschehen sollte."
Die Bloomberg-Analysten James Seyffart und Eric Balchunas gehen davon aus, dass ein Teil der GBTC-Abflüsse in andere Bitcoin-ETFs abwandern wird, wobei sie auf die Komplexität der Fondsbuchhaltung und die Abwicklungsverzögerungen bei der Verfolgung dieser Bewegungen hinweisen. Sie bemerkten:
"GBTC hat 1,1 Milliarden Dollar an Abflüssen überschritten… Wir erwarten, dass ein bedeutender Prozentsatz dieser Vermögenswerte ihren Weg zurück in Bitcoin-Engagements finden wird, hauptsächlich in andere ETFs."
Nr. 2: Bitcoin Miner verkaufen
Ali Martinez hat die verstärkten Verkaufsaktivitäten von Bitcoin-Minern als weiteren Faktor für die aktuelle Preisstagnation hervorgehoben. Jüngste On-Chain-Daten zeigen, dass die Miner ihre Bitcoin-Verkäufe erheblich gesteigert haben. Martinez kommentierte auf X (früher Twitter),
"Bitcoin Miners in Selling Mode: Jüngste On-Chain-Daten von Cryptoquant deuten auf einen erheblichen Anstieg der Verkaufsaktivitäten von BTC-Minern hin."
Bemerkenswert ist, dass die Verschiebung im Verhalten der Miner mit historischen Trends übereinstimmt, bei denen Miner ihre Bestände verkaufen, um den Cashflow zu verwalten oder von Preissteigerungen während Marktrallyes zu profitieren.
Nr. 3: Konsolidierungsphase nach der ETF-Manie
Nach der Euphorie um Bitcoin-ETFs, die zu einer 82%igen Rallye führte, befindet sich der Markt derzeit in einer Konsolidierungsphase. Eine solche Phase wird als natürlich angesehen und spiegelt historische Muster wider, die in anderen Märkten zu beobachten sind, wie z. B. der erste Gold-ETF.
Obwohl Gold zunächst einen Anstieg von rund 6 % verzeichnete, dauerte es dann volle neun Monate, bis die eigentliche Rallye einsetzte, die den Preis fast verfünffachte. Das Gleiche gilt für die Bitcoin-ETFs. Es wird einige Zeit dauern, bis die Marketingmaschine der Vermögensverwalter anspringt und neue institutionelle Anleger von der neuen Anlageklasse überzeugt werden können.
Analyst Skew lieferte eine technische Perspektive und erklärte:
"BTC 4H: Bleibt flexibel bis zur Trendbestätigung, aber es sieht nicht gut aus für die Bullen ohne 4H 200EMA Rückeroberung & RSI unter 50. Die Jahreseröffnung [ist] immer noch sehr wichtig für die Gesamtrisikoprämie. Oberhalb ist gut mit bullischen Bestätigungen. Unterhalb ist schlecht für das Risiko und führt bei bärischen Bestätigungen zu einem Abwärtstrend (Hedge-Modus). Dreh- und Angelpunkt für den 1H - 4H Trend ~ $42.5K"