VanEck-CEO: Tokenisierung von Real-World-Assets steht vor 2 großen Hürden
Jan van Eck, CEO der bekannten globalen Vermögensverwaltungsfirma VanEck, glaubt, dass es zwei große Hürden gibt, die die Tokenisierung von Real-World-Assets (RWAs) behindern. Der CEO teilte seine Erkenntnisse zu diesem Thema in einem kürzlich geführten Interview mit Raoul Pal. Seine Bemerkungen kommen im Zuge der jüngsten Errungenschaft von VanEck, zu den 11 Unternehmen zu gehören, die von der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC die Genehmigung erhalten haben, einen börsengehandelten Spot-Bitcoin-ETF aufzulegen.
Die Tokenisierung von realen Vermögenswerten wie Immobilien, Kunst oder Rohstoffen hat das Potenzial, Anlagestrategien zu revolutionieren, indem sie für mehr Liquidität, Transparenz und Bruchteilseigentum sorgt. Die von van Eck genannten Herausforderungen stellen jedoch erhebliche Hürden dar, die es zu überwinden gilt.
Die Bereitstellung von Liquidität erfordert ausgeklügelte Market-Making-Mechanismen, und das regulatorische Umfeld muss sich weiterentwickeln, um klare Richtlinien und einen unterstützenden Rahmen für diese Innovationen zu schaffen.
Das Liquiditätsproblem
Laut van Eck ist das erste und wichtigste Hindernis bei der Tokenisierung von realen Vermögenswerten die Liquidität - insbesondere die Beantwortung der Frage "Wer stellt die Liquidität bereit?"
Durch die Tokenisierung, d. h. die Umwandlung von Rechten an einem Vermögenswert in einen digitalen Token auf einer Blockchain, kann theoretisch jeder Vermögenswert tokenisiert werden. Allerdings sagte van Eck, dass das Vorhandensein eines Käufers und eines Verkäufers nicht ausreichend ist. Er merkte an:
"Jemand muss einen Markt für ihn [den tokenisierten RWA] schaffen, und jemand muss damit Geld verdienen. Es geht also nicht nur darum, dass [jemand] einen tokenisierten realen Vermögenswert von irgendetwas schaffen kann, sondern darum, wer die Marktstruktur um die Liquidität herum bereitstellt."
Dies unterstreicht die Notwendigkeit eines Market-Makers, der nicht nur die Preise für den Vermögenswert festlegt, sondern auch vom Market-Making-Prozess profitiert. Dieser Aspekt wirft die Frage auf, wer diese Rolle übernehmen würde und könnte, insbesondere bei Vermögenswerten, die nicht so einfach zu bepreisen sind wie große Aktienindizes wie der S&P 500.
Regulierung
Das zweite Haupthindernis für die Tokenisierung von RWAs ist die Regulierungslandschaft. Laut van Eck gibt es keine klare Antwort auf die Frage, wo man einen Markt für tokenisierte Vermögenswerte etablieren kann, ohne auf erhebliche regulatorische Herausforderungen zu stoßen.
Der CEO sagte, dass die USA derzeit ein komplexes regulatorisches Umfeld für solche Unternehmungen darstellen und es unwahrscheinlich ist, dass sie zum Hauptstandort für solche Märkte werden, bis sich die Landschaft ändert. Er fügte hinzu, dass sich die Regulierungsbehörden zwar für die Tokenisierung zu erwärmen beginnen, dass aber das Fehlen klarer Vorschriften für die Branche bedeutet, dass der Fortschritt gedämpft bleiben wird.
Auf der anderen Seite sagte van Eck, dass Europa aufgrund der Kombination aus einem großen Einzelhandelsmarkt und einem entgegenkommenderen regulatorischen Rahmen für Krypto-Investitionen und -Handel ein besserer Kandidat für diese Entwicklungen ist.
Die EU hat aktiv an einem umfassenden Rahmen für Krypto-Assets gearbeitet, der als Markets in Crypto-Assets (MiCA) bekannt ist und darauf abzielt, die Vorschriften zwischen den Mitgliedsstaaten zu harmonisieren und Innovationen zu fördern, während gleichzeitig der Anlegerschutz gewährleistet wird.