Wird XRP Ethereum überholen? Analysten streiten über Führungsrolle in der kommenden Altcoin Season
Mit dem möglichen Beginn einer neuen Altcoin Season gewinnt die Diskussion an Fahrt, ob XRP in der Lage ist, Ethereum (ETH) zu überholen – zumindest temporär. Während Arthur Hayes, Gründer von BitMEX, Ethereum als klaren Marktführer sieht, prognostiziert der frühere Goldman-Sachs-Analyst Dom Kwok ein „Flippening“ zugunsten von XRP – und das schon in naher Zukunft.
Arthur Hayes: „Es ist Ethereum-Season“
Arthur Hayes äußerte sich auf X (ehemals Twitter) eindeutig: Ethereum werde XRP klar outperformen, sobald der Altcoin-Zyklus startet. Seiner Einschätzung nach habe Bitcoin bereits erfolgreich ein neues Allzeithoch durchbrochen, und Ethereum ziehe nun mit – was typischerweise zu einer überproportionalen Performance im ETH-Ökosystem führe.
I was slightly bearish in my last essay due to TGA refill. What changed?$BTC busted through ATH on good volume$ETH is following and will outperform, get ready for a monster alt szn.
Mrkt thinks Trump will TACO on tariffs, so fuck it: @MaelstromFund is backing up the truck!— Arthur Hayes (@CryptoHayes) July 11, 2025
Hayes:
„Bitcoin ist durch sein ATH gebrochen. ETH folgt. Es wird eine Monster-Altcoin-Season. Bereitet euch vor.“
Er sieht auch makroökonomische Treiber im Spiel – etwa die erwartete Verlängerung der US-Zollfristen durch Donald Trump am 1. August, was sich positiv auf die Märkte auswirken könnte. In einem weiteren Post verdoppelte Hayes seinen Fokus auf Ethereum und betonte, dass es „ETH-Season“ sei – XRP kam in seiner Einschätzung nicht vor.
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Dom Kwok: XRP wird ETH überholen – und zwar bald
Dom Kwok, Gründer eines Krypto-Startups und Ex-Goldman-Sachs-Analyst, vertritt die gegenteilige These. Schon zu Jahresbeginn habe er prognostiziert, dass XRP Ethereum überholen könne – inzwischen glaube er, dass dies noch schneller passieren werde als ursprünglich angenommen.
Sein bullisches Szenario für XRP stützt sich auf zwei zentrale Argumente:
1. RLUSD und USDC auf dem XRP Ledger: Nachfrage-Booster
Ripple hatte Ende 2024 den Stablecoin RLUSD eingeführt. Kwok sieht darin einen strukturellen Treiber für XRP, da RLUSD-Nutzer den nativen Token benötigen, um auf dem XRP Ledger zu transagieren. Hinzu kommt die kürzlich erfolgte Integration von USDC – ein weiterer möglicher Nachfragetreiber für XRP.
2. XRP-ETFs stehen kurz vor dem Start
Kwok nennt die bevorstehende Zulassung von XRP-ETFs als zweiten Kurstreiber. Diese Produkte könnten ähnliche Effekte entfalten wie die Bitcoin-ETFs Anfang des Jahres. Laut dem ETF-Experten Nate Geraci hat Ripples Verzicht auf eine Gegenklage im SEC-Verfahren den Weg für die Zulassung weiter geebnet.
Das einfache Argument: XRP ist „die letzte günstige Top-Krypto“
In einem weiteren Beitrag beschrieb Kwok das aus seiner Sicht „einfachste, aber mächtigste“ bullische Argument für XRP:
„Retail-Investoren sind bei Bitcoin und Ethereum längst ausgepreist. XRP ist die drittgrößte Kryptowährung – kostet aber nur rund 3,20 US-Dollar. Für neue Anleger ist das extrem attraktiv.“
Dieses psychologische Preisargument – trotz begrenzter Aussagekraft im Hinblick auf die Marktkapitalisierung – sei oft entscheidend für neue Investoren. Kwok sieht darin einen unterschätzten Faktor, der XRP helfen könnte, schneller Kapitalzuflüsse zu generieren als Ethereum.
Status Quo: ETH vorne – aber XRP mit Momentum
Derzeit liegt Ethereum in puncto Marktkapitalisierung noch deutlich vor XRP. Doch XRP hat im Zuge des jüngsten Krypto-Rallys kräftig zugelegt und notiert aktuell bei etwa 3,20 US-Dollar – das entspricht einem Wochenzuwachs im zweistelligen Prozentbereich.
Die entscheidende Frage ist: Reicht ein starkes Narrativ, ETF-Fantasie und breiter Retail-Zugang, um Ethereum zu überholen – oder wird das ETH-Ökosystem mit Layer-2s, DeFi, Staking und institutioneller Infrastruktur das Zepter behalten?
Die Fronten sind klar: Hayes setzt auf Ethereum als dominanten Motor der Altcoin Season, Kwok sieht XRP als überraschenden Herausforderer mit ETF-Fantasie, Stablecoin-Nutzung und psychologischem Vorteil. Die Realität dürfte – wie so oft – zwischen beiden Extremen liegen. Sicher ist nur: Der Wettbewerb um die Altcoin-Krone ist eröffnet.