VanEck ChainCheck im Dezember: Bitcoin schwächelt, doch unter der Oberfläche tut sich etwas

Stefan Haas
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Stefan Haas
Finanz- und Krypto-Redakteur

Die Mechanik hinter den Coins fasziniert ihn seit neun Jahren mehr als jeder kurzfristige Hype. Als Ingenieur blickt er seit 2016 tief in die technische Basis von Krypto Projekten und nutzt seine Erfahrung als ehemaliger Miner um Marktentwicklungen für unsere Leser präzise einzuordnen.

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VanEck ChainCheck im Dezember: Bitcoin schwächelt, doch unter der Oberfläche tut sich etwas

Innerhalb eines Monats gab der Bitcoin Kurs um rund 9 Prozent nach, gleichzeitig schoss die kurzfristige Volatilität nach oben. Mit Werten jenseits von 45 Prozent erreichte sie den höchsten Stand seit dem Frühjahr 2025. Der lokale Tiefpunkt lag Ende November bei etwa 80.700 US-Dollar. Technische Indikatoren zeigten eine stark abgekühlte Marktphase, begleitet von spürbar sinkender Risikobereitschaft. Genau in diesem Umfeld setzt der aktuelle ChainCheck von VanEck an und bewertet weniger den Preis selbst, sondern den Zustand des Netzwerks und der Marktstruktur.

Bloomberg GEO Einschätzung, Quelle: https://www.vaneck.com/us/en/blogs/digital-assets/matthew-sigel-vaneck-mid-december-2025-bitcoin-chaincheck/

Das GEO-Modell von VanEck liefert aktuell ein gemischtes, aber insgesamt konstruktives Bild für Bitcoin. Auf der Makroseite sorgt die globale Liquidität für Unterstützung. Die Geldmenge der größten Zentralbanken wächst wieder moderat, China speist zusätzlich Liquidität ins System ein, während die USA zwar weiter straffen, diesen Effekt jedoch teilweise kompensieren.

Gleichzeitig ist die Hebelwirkung im Krypto-Markt deutlich zurückgegangen. Das offene Interesse bei Futures liegt auf dem niedrigsten Niveau seit dem Frühjahr 2025, die Finanzierungsraten bewegen sich nahe historischen Tiefs. Der massive Abbau von spekulativen Positionen aus dem Herbst wirkt noch nach und hat viel Risiko aus dem Markt gespült.

Schwach bleibt dagegen die Onchain-Aktivität. Transaktionsgebühren, Mempool-Auslastung und neue Nutzung bewegen sich nahe Mehrjahrestiefs, zudem verkaufen mittelfristige Holder weiter ihre Bestände. In der Gesamtschau überwiegen dennoch die stabileren Rahmenbedingungen, weshalb VanEck die Lage trotz des aktuellen Verkaufsdrucks als vorsichtig positiv einstuft.

Unterschiedliche Signale bei institutionellen Investoren

Spannend ist die Entwicklung bei größeren Marktteilnehmern. Während Investoren in Bitcoin-ETPs ihre Bestände reduzierten und Kapital abzogen, zeigten sich Unternehmens-Treasuries deutlich aktiver.

Verteilung der Bitcoin Bestände unter den Unternehmen, Quelle: https://coinmarketcap.com/charts/bitcoin-treasuries/

Zwischen Mitte November und Mitte Dezember stockten diese Akteure ihre Bitcoin-Reserven um rund 42.000 BTC auf. Damit wuchsen die gesamten Bestände auf etwa 1,09 Millionen BTC. Es war der stärkste monatliche Zukauf seit dem Sommer.

Besonders auffällig war die Rolle von Strategy, die trotz schwacher Kurse weiter kauften, teils finanziert über Kapitalmaßnahmen. Parallel dazu deutet sich bei anderen Gesellschaften ein Strategiewechsel an, weg von klassischen Aktienemissionen hin zu alternativen Finanzierungsformen. Der Kontrast zwischen vorsichtigen ETP-Investoren und langfristig orientierten Treasuries zeigt, wie unterschiedlich die Marktteilnehmer den aktuellen Rückgang bewerten.

Bewegungen bei den Haltefristen

Ein genauer Blick auf die Altersstruktur der Coins liefert weitere Hinweise. Bestände mit einer Haltedauer von ein bis fünf Jahren nahmen zuletzt deutlich ab. Besonders stark waren die Abflüsse bei Coins aus dem Bereich von zwei bis drei sowie drei bis fünf Jahren. Gleichzeitig blieben sehr alte Bestände weitgehend stabil. Coins, die seit mehr als fünf oder sogar zehn Jahren nicht bewegt wurden, zeigten kaum Veränderungen. Das deutet auf eine klare Trennung hin.

Bitcoin mit mehr als 180 Tagen Haltedauer, Quelle: https://www.vaneck.com/us/en/blogs/digital-assets/matthew-sigel-vaneck-mid-december-2025-bitcoin-chaincheck/

Kurz- bis mittelfristig orientierte Akteure reduzieren ihre Positionen, während überzeugte Langfrist-Halter ruhig bleiben. Zwar ist auch bei Coins mit einer Haltedauer von über sechs Monaten ein leichter Rückgang zu sehen, doch die ältesten Gruppen halten weiter an ihren Beständen fest. Für VanEck ergibt sich daraus kein klares Warnsignal, sondern eher ein Bild selektiver Gewinnmitnahmen.

Miner geraten stärker unter Druck

Zusätzliche Spannung kommt aus dem Mining-Sektor. Sinkende Preise und die strukturellen Effekte der Halvings belasten die Wirtschaftlichkeit. Die Stromkosten, bei denen ältere Geräte wie der S19 XP gerade noch profitabel arbeiten, sind im Jahresvergleich deutlich gesunken. Gleichzeitig ging die Netzwerk-Hashrate auf 30-Tage-Sicht um rund 4 Prozent zurück, der stärkste Rückgang seit über einem Jahr.

Neben der schwachen Profitabilität spielten auch externe Faktoren eine Rolle, etwa Abschaltungen in Teilen Chinas. Historisch betrachtet waren solche Phasen jedoch nicht automatisch negativ. Analysen zeigen, dass Zeiträume mit fallender Hashrate häufiger mit positiven Bitcoin-Renditen in den folgenden Monaten einhergingen als Phasen mit steigender Rechenleistung.

Zwischenfazit: Gedämpfte Stimmung, aber kein struktureller Bruch

Der Dezember-ChainCheck von VanEck zeichnet ein nüchternes Bild. Der Markt bleibt angeschlagen, Onchain-Aktivität und Preisentwicklung liefern wenig Anlass für Euphorie. Gleichzeitig verbessern sich Liquidität und Marktstruktur, da spekulative Übertreibungen abgebaut wurden.

Unternehmens-Treasuries kaufen weiter, langfristige Halter zeigen kaum Nervosität, während der Druck bei Minern zunimmt. Unter dem Strich wirkt Bitcoin derzeit weniger dynamisch, aber auch stabiler, als es der reine Blick auf den Kurs vermuten lässt.

 

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Die Mechanik hinter den Coins fasziniert ihn seit neun Jahren mehr als jeder kurzfristige Hype. Als Ingenieur blickt er seit 2016 tief in die technische Basis von Krypto Projekten und nutzt seine Erfahrung als ehemaliger Miner um Marktentwicklungen für unsere Leser präzise einzuordnen.