Strategy kauft weiter Bitcoin – Bestand erreicht 56 Milliarden US-Dollar
Strategy rutschte am Sonntag erstmals seit Jahren mit seiner Bitcoin-Wette unter den durchschnittlichen Einstandspreis, als der BTC-Kurs zeitweise unter 75.000 US-Dollar fiel.
Das Wichtigste in Kürze:
- Strategy fiel mit seiner Bitcoin-Position kurzzeitig unter den durchschnittlichen Einstandspreis, bevor sich der Kurs wieder erholte.
- Die Aktie reagierte deutlich empfindlicher als Bitcoin selbst, was den Hebel-Effekt des Modells unterstreicht.
- Steigende Finanzierungskosten und neue Marktspekulationen erhöhen den Druck auf die langfristige Strategie.
Einordnung: Warum der Moment für Strategy mehr ist als eine Randnotiz
Der kurzfristige Buchverlust bei Strategy fällt in eine Phase erhöhter Nervosität am Kryptomarkt. Bitcoin hatte zuletzt deutlich korrigiert, während makroökonomische Unsicherheiten und Kapitalabflüsse aus Risikoanlagen zunahmen. Für ein Unternehmen, das sich strategisch nahezu vollständig auf Bitcoin ausgerichtet hat, bekommt jede größere Kursbewegung dadurch eine besondere Bedeutung. Strategys 56 Milliarden US-Dollar schwere Bitcoin-Position prägt den Krypto Markt als institutioneller Gradmesser.
Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob der temporäre Rückfall unter den Einstandspreis lediglich eine Momentaufnahme darstellt oder strukturelle Schwächen des Treasury-Modells offenlegt. Genau diese Unsicherheit macht die Entwicklung von Strategy aktuell besonders relevant für Marktbeobachter.
- Bitcoin
(BTC) - Preis
$64,023.00
- Marktkapitalisierung
$1.28 T
Strategy unter Einstand: Seltene Phase für das Bitcoin-Treasury
Bitcoin fiel am Sonntag zeitweise auf rund 74.600 US-Dollar und damit unter den durchschnittlichen Kaufpreis von etwa 76.000 US-Dollar, den Strategy über mehrere Jahre hinweg aufgebaut hat. Damit war die rund 56 Milliarden US-Dollar schwere Bitcoin-Position des Unternehmens erstmals seit 2023 wieder kurzzeitig „underwater“, also bilanziell im Minus – ein seltenes Ereignis angesichts der konsequenten Akkumulationsstrategie seit 2020.
Bereits einen Tag später drehte das Bild jedoch erneut. Mit Kursen um 78.500 US-Dollar lag der Gesamtbestand wieder leicht im Plus, was den temporären Charakter dieser Phase unterstreicht. Der Vorfall verdeutlicht dennoch, wie eng das Schicksal von Strategy inzwischen an kurzfristige Marktschwankungen gekoppelt ist und wie schnell sich Buchgewinne bei hoher Positionsgröße in bilanzielle Verluste verwandeln können.
Aktienkurs reagiert empfindlicher als Bitcoin
Deutlich stärker als der Bitcoin-Preis reagierte erneut die Aktie von Strategy. In den vergangenen sechs Monaten verlor das Papier rund 60 Prozent an Wert, während Bitcoin im gleichen Zeitraum etwa 30 Prozent nachgab. Damit verdichtet sich das Bild, dass Investoren Strategy weniger als operatives Softwareunternehmen wahrnehmen, sondern zunehmend als gehebeltes Bitcoin-Treasury-Vehikel, dessen Bewertung in volatilen Marktphasen überproportional schwankt.
Diese Asymmetrie wirkt in Abwärtsphasen besonders belastend. Während Bitcoin selbst vergleichsweise stabil blieb, bündelt der Aktienkurs zusätzliche Risikofaktoren wie Fremdfinanzierung, Verwässerung durch Kapitalmaßnahmen und steigende Finanzierungskosten. Hinzu kommt, dass Aktienmärkte solche Unsicherheiten frühzeitig einpreisen, wodurch Treasury-Unternehmen in turbulenten Phasen oft stärker unter Druck geraten als die zugrunde liegende Hauptanlage selbst. Diese Neubewertung findet ausgerechnet in einer Phase statt, in der Treasury-Unternehmen typischerweise versuchen, Marktphasen erhöhter Volatilität für Zukäufe zu nutzen, während sich in Aufwärtsphasen die Kehrseite zeigt: Steigende Kurse verbessern zwar die Buchwerte der Bestände, zugleich wächst jedoch der Druck, weiteres Wachstum zu finanzieren, ohne den Aktienkurs durch zusätzliche Kapitalmaßnahmen zu verwässern.
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Neue Bitcoin Käufe trotz Schwäche: Strategy bleibt seiner Linie treu
Ungeachtet der Korrektur hat Strategy seine Bitcoin-Bestände zuletzt weiter ausgebaut. In der vergangenen Woche kamen 855 BTC hinzu, zu einem durchschnittlichen Preis von etwa 88.000 US-Dollar - ein gesamtinvestment von rund 75,3 Millionen US-Dollar. Im Vergleich zu früheren Zukäufen fällt das Volumen jedoch deutlich kleiner aus.
Strategy has acquired 855 BTC for ~$75.3 million at ~$87,974 per bitcoin. As of 2/1/2026, we hodl 713,502 $BTC acquired for ~$54.26 billion at ~$76,052 per bitcoin. $MSTR $STRC https://t.co/tYTGMwPPUF
— Michael Saylor (@saylor) February 2, 2026
Der Kauf signalisiert einerseits weiterhin Vertrauen in die langfristige Bitcoin-These. Andererseits deutet das reduzierte Volumen darauf hin, dass Strategy aktuell vorsichtiger agiert und Liquidität sowie Finanzierungskosten stärker abwägt als noch in den Vormonaten.
Finanzierung im Fokus: STRC wird teurer
Ein zentraler Faktor bleibt die Finanzierung der Bitcoin-Strategie. Strategy hat zuletzt den Dividendensatz seiner variabel verzinsten STRC-Vorzugsaktien um 25 Basispunkte auf 11,25 Prozent angehoben, was die Kosten für neue Kapitalaufnahmen weiter erhöht. Damit wird deutlich, dass die Phase günstiger Refinanzierung für zusätzliche Bitcoin-Käufe vorerst vorbei ist und jede weitere Expansion stärker unter Renditegesichtspunkten abgewogen werden muss.
Stretch Dividend Rate increased by 25 bps to 11.25% for February 2026. $STRC pic.twitter.com/IwVI2Xg1qO
— Michael Saylor (@saylor) February 1, 2026
Zwar verfügt das Unternehmen über eine eigens eingerichtete USD-Reserve, die laut eigenen Angaben Dividendenzahlungen für rund 30 Monate abdecken kann und kurzfristig für Stabilität sorgt. Langfristig erhöht das gestiegene Zinsniveau jedoch den Druck auf das Modell, da aggressives Aufstocken der Bitcoin-Position zunehmend mit höheren laufenden Verpflichtungen verbunden ist und die finanzielle Flexibilität von Strategy einschränkt.
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Strategy und die Frage nach möglichem Bitcoin Verkaufsdruck
Erstmals seit Langem wird am Markt offen über die Möglichkeit diskutiert, dass Strategy in diesem Jahr Bitcoin verkaufen könnte. Auf Prognosemärkten stieg die entsprechende Wahrscheinlichkeit zuletzt spürbar an, auch wenn sie weiterhin klar unter 50 Prozent liegt. Auslöser sind vor allem der gestiegene Finanzierungsdruck sowie die hohe Volatilität der Aktie in Korrekturphasen.
Ein tatsächlicher Verkauf würde einen Bruch mit dem bisherigen „Buy-and-hold“-Narrativ darstellen. Schon die Spekulation darüber zeigt jedoch, wie sensibel Investoren auf jede Veränderung der Strategie reagieren und wie stark die Erwartungshaltung inzwischen verankert ist. Selbst ohne konkrete Verkaufsabsichten wirkt allein diese Debatte dämpfend auf das Vertrauen in die langfristige Konsistenz des Modells.
Einordnung zur Person von Michael Saylor
In den vergangenen Tagen wurde auch die Erwähnung von Michael Saylor in der letzten Veröffentlichung der Epstein Files thematisiert. Der Bezug geht auf eine private E-Mail aus dem Jahr 2010 zurück, in der eine PR-Beraterin gegenüber Jeffrey Epstein von einem Gala-Dinner berichtete und Saylor im Zusammenhang mit einer Spende sowie einer persönlichen Begegnung erwähnte, ohne dass daraus ein strafrechtlicher Vorwurf oder ein laufendes Verfahren ersichtlich ist.
Für Strategy selbst hat diese Nennung bislang keine erkennbaren rechtlichen oder unternehmensbezogenen Konsequenzen. Aus Marktsicht bleibt der Vorgang derzeit ohne messbaren Einfluss auf die Bitcoin-Treasury-Strategie, die Finanzierung oder die operative Ausrichtung des Unternehmens.
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Ausblick: Belastungsprobe oder normale Marktphase?
Kurzfristig hängt viel davon ab, ob Bitcoin seine jüngste Stabilisierung behaupten kann. Sollte sich der Kurs oberhalb des Strategy-Einstandspreises etablieren, dürfte der Druck auf Aktie und Finanzierung vorerst nachlassen.
Bleibt die Volatilität jedoch hoch, rückt die Frage nach der Tragfähigkeit des Modells erneut in den Vordergrund. Für Strategy wird die aktuelle Marktphase damit zu einer Bewährungsprobe, die über den kurzfristigen Buchgewinn hinausweist.
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