SEC nähert sich Strukturwandel bei Krypto-ETFs – In-Kind-Abwicklung für Bitcoin und Ethereum in Sicht

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Marktanalyst & Redakteur

Er macht seit neun Jahren das Fachchinesisch der großen Banken für private Anleger verständlich. Er nimmt komplexe Berichte von Bloomberg und macht daraus klare Analysen zu Bitcoin oder Solana. Sein Fokus liegt auf echtem Hintergrundwissen damit Anleger Marktbewegungen logisch einordnen können.

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SEC nähert sich Strukturwandel bei Krypto-ETFs – In-Kind-Abwicklung für Bitcoin und Ethereum in Sicht

Ein koordinierter Vorstoß von fünf großen Krypto-ETF-Anbietern deutet auf eine bevorstehende Regeländerung der US-Börsenaufsicht SEC hin, die Bitcoin- und Ethereum-ETFs eine sogenannte „In-Kind“-Abwicklung erlauben könnte – eine Änderung mit potenziell tiefgreifenden Auswirkungen auf Marktstruktur und Effizienz dieser Anlageprodukte.

Fünf Anbieter beantragen Wechsel zu In-Kind-Modell

Am 22. Juli reichten ARK 21Shares, 21Shares Core Ethereum, WisdomTree, Fidelity Wise Origin und Fidelity Ethereum Änderungsanträge bei der SEC ein. Diese sehen vor, die bislang vorgeschriebene „Cash-Only“-Abwicklung (d.h. Käufe und Verkäufe gegen US-Dollar) durch ein wahlweises Modell aus „Cash oder In-Kind“-Transaktionen zu ersetzen.

Konkret geht es darum, dass sogenannte Authorized Participants (APs) – typischerweise große Market Maker oder Investmentbanken – künftig direkt Bitcoin oder Ether an den ETF liefern bzw. bei Rückgabe der ETF-Anteile Krypto statt Bargeld erhalten. Die zugrundeliegenden Vorschriften stammen aus den Genehmigungen der ETFs Anfang 2024 und waren als Kompromiss gedacht, um die regulatorischen Bedenken der SEC (insbesondere unter Chairman Gary Gensler) hinsichtlich Verwahrung und Abwicklung zu adressieren.

ETF-Experten sehen klare Signale der Öffnung

ETF-Analyst James Seyffart (Bloomberg) bewertete die Anträge als „deutlich positives Zeichen“, dass sich die SEC nun aktiv mit In-Kind-Mechanismen für Krypto-ETFs beschäftigt. Gleichzeitig stellte er klar:

„Das betrifft ausschließlich autorisierte Teilnehmer – nicht Kleinanleger. Für diese wird sich operativ vorerst nichts ändern.“

Langfristig hält Seyffart aber eine direkte Krypto-Ein- und -Auszahlung durch Retail-Anleger in ETFs für denkbar, ähnlich wie es bei einigen Gold-ETFs (z. B. SPDR Gold Shares) über Brokermodelle bereits möglich ist.

Das derzeitige Cash-Modell zwingt ETF-Verwalter, Käufe und Verkäufe im offenen Markt abzuwickeln – was in illiquiden Phasen zu Spread-Ausweitungen, NAV-Abweichungen und höherem Steueraufwand führen kann. Zudem entstehen Liquiditätsengpässe bei Settlement am Tagesende, wenn Market Maker auf einmal große Krypto-Mengen beschaffen oder liquidieren müssen.

Ein In-Kind-Modell löst diese Probleme:

  • APs liefern BTC oder ETH direkt ins ETF-Wallet (T+0)
  • Kein Verkauf innerhalb des Fonds → bessere Steuertransparenz
  • Engere Spreads und geringere NAV-Abweichungen
  • Effizienteres Risikomanagement für Market Maker

Diese Struktur ist im traditionellen ETF-Sektor Standard – etwa bei Rohstofffonds wie dem SPDR Gold Trust, wo institutionelle Anleger 100.000 Anteile gegen physisches Gold tauschen können. Krypto-Emittenten argumentieren daher, dass sie regulatorische Gleichbehandlung mit klassischen ETPs verdienen.

Die elf seit Januar 2024 zugelassenen Spot-Bitcoin-ETFs haben mittlerweile rund 55 Milliarden USD an Nettozuflüssen verbucht. Mit zunehmendem Volumen wächst auch der operative Druck auf Handels-Desks und Emittenten. Die Umstellung auf ein flexibles Abwicklungsmodell wird zunehmend zu einer Frage der Marktstabilität und Kosteneffizienz.


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Nächster Meilenstein für institutionelle Krypto-Infrastruktur

Sollte die SEC die Änderungen genehmigen, wäre dies ein bedeutender Schritt in Richtung Gleichstellung von Krypto- und traditionellen Rohstoff-ETFs. In der Praxis könnten In-Kind-Prozesse zu niedrigeren Gebühren, engeren Spreads und steuerlichen Vorteilen führen – ein klarer Pluspunkt für institutionelle Investoren.

Für Kleinanleger bleibt die Änderung vorerst theoretisch – doch mittelfristig könnte sie den Weg für neue Produktdesigns öffnen, etwa ETFs mit direkter Ein-/Auszahlung in Krypto. Die regulatorische Weichenstellung steht damit symbolisch für die fortschreitende Institutionalisierung des Kryptomarkts in den USA.

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Er macht seit neun Jahren das Fachchinesisch der großen Banken für private Anleger verständlich. Er nimmt komplexe Berichte von Bloomberg und macht daraus klare Analysen zu Bitcoin oder Solana. Sein Fokus liegt auf echtem Hintergrundwissen damit Anleger Marktbewegungen logisch einordnen können.