RISC‑V-Vorschlag für Ethereuem: Vitalik Buterin und Charles Hoskinson überraschend einig
- Vitalik Buterin schlägt langfristige RISC‑V-Integration für Ethereum vor
- Charles Hoskinson unterstützt den Ansatz – Cardano nutzt RISC‑V bereits
- Architektur könnte Zero-Knowledge-Proofs massiv beschleunigen und Cross‑Chain‑Funktionalität verbessern
Buterin will Ethereum auf RISC‑V bringen
Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin hat eine grundlegende Neuerung für die Ethereum-Blockchain vorgeschlagen: Die Ethereum Virtual Machine (EVM) soll langfristig durch eine RISC‑V-basierte Architektur ersetzt werden.
In einem Beitrag auf dem Forum „Ethereum Magicians“ beschreibt Buterin seinen Vorschlag als ebenso ambitioniert wie den Beam-Chain-Ansatz für das Konsenslayer. Ziel sei es, die Effizienz der Ethereum-Ausführungsschicht drastisch zu verbessern und Skalierungsengpässe zu beseitigen – ohne dabei das Account-Modell oder bekannte Opcodes wie SLOAD, SSTORE oder CALL zu verändern.
Der Clou: Diese Befehle würden künftig als RISC‑V-Systemaufrufe (Syscalls) interpretiert. Alte EVM‑Verträge blieben vollständig kompatibel mit neuen RISC‑V‑Verträgen.
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Zero-Knowledge-Proofs im Fokus
Im Zentrum von Buterins Motivation steht die ineffiziente Integration der EVM in Zero-Knowledge-Proof-Systeme. Daten von Succincts ZK‑EVM zeigen, dass die Ausführung von Blöcken etwa die Hälfte der gesamten Proof-Rechenzeit beansprucht. Buterin argumentiert, dass ein direkter Zugriff auf eine RISC‑V‑basierte VM diese Belastung dramatisch senken könnte – theoretisch um den Faktor 100 oder mehr.
Selbst wenn andere Bestandteile, wie Precompiles, dann zum Flaschenhals würden, könnte Ethereum massive Effizienzgewinne erzielen. Cardano-Gründer Charles Hoskinson reagierte umgehend auf Buterins Vorschlag mit den Worten: „It makes sense, we are using RISC V with BitVMX. It’s the future.“ Damit zeigt sich eine seltene Einigkeit zwischen zwei Persönlichkeiten, die sonst als Rivalen gelten.
Tatsächlich baut Cardano schon länger auf RISC‑V. Die Plattform kombiniert ihr Extended-UTXO-Modell mit BitVMX FORCE – einem Framework, das dezentrale Apps auf Cardano ermöglicht, direkt mit Bitcoin-Liquidität zu arbeiten. Über RISC‑V lassen sich Cardano-Verträge in Plutus oder Aiken effizient für Bitcoin-Interaktionen kompilieren.
Ziel ist es, Zero-Knowledge-Beweise zu vereinfachen und Cross-Chain‑Funktionalität zu ermöglichen – ohne die Risiken zentralisierter Brücken.
Warum RISC‑V?
RISC‑V ist eine offene, modulare CPU-Architektur, die sich durch Einfachheit, Erweiterbarkeit und Lizenzfreiheit auszeichnet. Diese Offenheit ist besonders attraktiv für Blockchain-Ökosysteme, die auf Transparenz und Auditierbarkeit angewiesen sind. Zudem ist die Architektur deutlich besser für Zero-Knowledge-Anwendungen geeignet als die EVM mit ihrer komplexen, historisch gewachsenen Befehlspalette.
Während Bitcoin auf ein extrem reduziertes Script-System setzt und Ethereum in Opcode-Komplexität versinkt, bietet RISC‑V einen modernen, standardisierten Mittelweg. Ob Buterins Vorschlag von der Ethereum-Core-Entwicklergemeinschaft angenommen wird, ist derzeit offen. Die Ethereum-Roadmap ist bereits voll: Die Beacon-Chain-Fusion, das Cancun/Deneb-Upgrade und das Ziel der „Stateless Clients“ beanspruchen enorme Ressourcen.
Doch die Tatsache, dass sowohl ein führender Vertreter des Account-basierten Ethereum-Modells als auch der UTXO-basierte Herausforderer Cardano auf RISC‑V setzen, könnte ein Signal für die gesamte Branche sein. Buterins Fazit ist klar: Wenn Ethereum wirklich verschlankt und modernisiert werden soll, braucht es einen „radikalen Wandel“ – und RISC‑V könnte genau dieser Wandel sein.