Ripple-CTO David Schwartz: Blockchains gehen weit über Kryptowährungen hinaus

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Patrik
Marktanalyst & Redakteur

Er macht seit neun Jahren das Fachchinesisch der großen Banken für private Anleger verständlich. Er nimmt komplexe Berichte von Bloomberg und macht daraus klare Analysen zu Bitcoin oder Solana. Sein Fokus liegt auf echtem Hintergrundwissen damit Anleger Marktbewegungen logisch einordnen können.

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Ripple-CTO David Schwartz: Blockchains gehen weit über Kryptowährungen hinaus

David „JoelKatz“ Schwartz, Chief Technology Officer von Ripple, hat in einem aktuellen Statement betont, dass Blockchains nicht allein auf Kryptowährungen reduziert werden dürfen. Vielmehr sieht er in der Technologie ein universelles Werkzeug zur Lösung unterschiedlichster Probleme im Bereich von Vertrauen und Zusammenarbeit.

Als Ursprung der Ripple-Vision verweist Schwartz auf die Arbeit von Ryan Fugger, der bereits 2004 das Konzept der sogenannten Trust Lines entwickelte. Dieses Modell basierte auf der Idee, dass Menschen und Institutionen Netzwerke des Vertrauens aufbauen können, ohne dass dabei zwangsläufig Bargeld oder Münzen im Zentrum stehen müssen. Für Schwartz war dies der eigentliche Startpunkt von Ripple – eine Grundlage, die später in die Entwicklung der heutigen Ripple-Technologie und insbesondere des Interledger Protocols (ILP) einfloss.

Das ILP verknüpft unterschiedliche Zahlungssysteme weltweit und ermöglicht damit eine reibungslose Abwicklung über institutionelle Grenzen hinweg. Nach Ansicht des CTO funktioniert diese Art von Infrastruktur in vielen Szenarien sogar besser als klassische Kryptowährungen. Sein Argument:

„Für jene Anwendungsfälle, in denen ILP überlegen ist, gibt es keinen Grund, warum sich Nutzer für eine Kryptowährung entscheiden sollten.“

Blockchain als Infrastruktur für Institutionen

Schwartz stellt klar, dass Kryptowährungen nur einen kleinen Teil des Potenzials abdecken, das Blockchains insgesamt bieten. Gerade wenn es um Vertrauen und Zusammenarbeit zwischen etablierten Marktteilnehmern geht, seien Distributed-Ledger-Systeme wie ILP praktischer und effizienter als rein kryptobasierte Lösungen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Kryptowährungen überflüssig wären – vielmehr zeigt es, dass Blockchain in unterschiedlichen Rollen wirken kann. Für ihn liegt die Stärke der Technologie gerade in ihrer Vielseitigkeit: Während Kryptowährungen in bestimmten Szenarien unverzichtbar sind, können Enterprise-Lösungen die Technologie in einem anderen Kontext zur Entfaltung bringen.

Schwartz formuliert es so: Blockchains werden langfristig dann relevant bleiben, wenn sie mehrere Rollen gleichzeitig bedienen können – als offene, zensurresistente Kryptowährungen und als verbindende Infrastruktur für Finanz- und Zahlungsnetzwerke.

Wo Kryptowährungen ihre klare Rolle haben

Der Ripple-CTO hob außerdem hervor, dass Kryptowährungen dort unersetzlich sind, wo ihre Kerneigenschaften gebraucht werden: digitale Assets ohne Gegenparteien, ohne nationale Gerichtsbarkeit, mit hohem Maß an Zensurresistenz – und ja, auch mit Volatilität. Diese Merkmale seien zwar nicht in jedem Fall hilfreich, aber genau dann unverzichtbar, wenn Nutzer ein unabhängiges, nicht manipulierbares Wertaufbewahrungsmittel oder Zahlungsmittel benötigen.

Beispiele sind grenzüberschreitende Zahlungen ohne Zwischeninstanzen, Absicherung gegen staatliche Eingriffe oder Situationen, in denen es auf offene Zugänglichkeit und Unabhängigkeit von zentralen Akteuren ankommt. In solchen Szenarien verwandeln sich die vermeintlichen Schwächen von Kryptowährungen – etwa die hohe Volatilität – in echte Stärken.

Schwartz plädiert dafür, Kryptowährungen und Enterprise-Lösungen nicht als Konkurrenten zu betrachten, sondern als komplementäre Bausteine eines größeren Ökosystems. Distributed Ledgers können für etablierte Institutionen praktikablere Werkzeuge bieten, während Kryptowährungen in spezifischen Nischen unschlagbar bleiben.

Die eigentliche Stärke der Blockchain-Technologie liegt aus seiner Sicht darin, sowohl für Unternehmen als auch für Endnutzer Lösungen zu schaffen – mal mit, mal ohne Kryptowährung im engeren Sinne. Nur so könne sichergestellt werden, dass Blockchain auch langfristig relevant, nützlich und breit akzeptiert bleibt.

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Er macht seit neun Jahren das Fachchinesisch der großen Banken für private Anleger verständlich. Er nimmt komplexe Berichte von Bloomberg und macht daraus klare Analysen zu Bitcoin oder Solana. Sein Fokus liegt auf echtem Hintergrundwissen damit Anleger Marktbewegungen logisch einordnen können.