Peter Schiff warnt vor Bitcoin-Crash auf 10.000 US-Dollar – Wie realistisch ist das Szenario?
Der bekannte Bitcoin-Skeptiker Peter Schiff warnt vor einem Bitcoin-Absturz auf 10.000 US-Dollar und sieht durch die massive Verschuldung von Michael Saylors Strategy ein systemisches Risiko für den gesamten Kryptomarkt.
Das wichtigste in Kürze
- Peter Schiff prognostiziert anhand langfristiger Charts eine mögliche Unterstützung erst bei 10.000 US-Dollar.
- Der Gold-Befürworter kritisiert das hebelbasierte Geschäftsmodell von Strategy (ehemals MicroStrategy) scharf.
- Steigende Short-Positionen gegen Strategy und ein sinkendes NAV-Multiple setzen das "Bitcoin-Imperium" unter Druck.
Der Kryptomarkt befindet sich nach dem Erreichen des Allzeithochs von über 126.000 US-Dollar in einer schmerzhaften Korrekturphase. Während viele Anleger auf eine Bodenbildung hoffen, sorgt der bekannte Gold-Investor und Bitcoin-Kritiker Peter Schiff erneut für Aufsehen. Mit einer drastischen Prognose warnt er vor einem noch tieferen Fall und nimmt dabei insbesondere Michael Saylors Unternehmen ins Visier. Doch ist ein Absturz auf 10.000 US-Dollar ein fundiertes Risikoszenario oder gewohnte Polemik?
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Wer ist Peter Schiff und warum ist seine Warnung relevant?
Peter Schiff ist in der Finanzwelt kein Unbekannter. Als Chefökonom von Euro Pacific Capital hat er sich einen Ruf als unverblümter Kritiker ungedeckter Papierwährungen und glühender Verfechter von Gold erarbeitet. Seine Haltung gegenüber Bitcoin ist seit Jahren konstant negativ. Bereits seit 2013 hat Schiff den Untergang der Kryptowährung mehrfach prophezeit, oft zu Zeitpunkten, an denen der Markt tatsächlich zur Schwäche neigte.
Obwohl seine langfristigen Preisziele für Bitcoin in der Vergangenheit oft durch die Realität widerlegt wurden, trifft Schiff mit seiner Kritik am traditionellen Finanzsystem oft einen Nerv. Seine aktuelle Warnung ist deshalb relevant, weil sie nicht nur auf den Bitcoin-Kurs zielt, sondern auf das systemische Risiko, das durch hochgradig gehebelte Akteure wie Strategy im Markt entstanden ist. Wenn Schiff spricht, hören konservative Investoren zu – und das kann die Stimmung in einem ohnehin nervösen Markt zusätzlich belasten.
Die Argumente für einen Crash auf 10.000 US-Dollar
Schiffs These stützt sich auf zwei Hauptpfeiler: die technische Analyse und die Fundamentalkritik am Geschäftsmodell von Strategy (ehemals MicroStrategy). Mit Blick auf den langfristigen Chart identifiziert Schiff eine erste massive technische Unterstützung erst im Bereich von 10.000 US-Dollar. Dies würde einem Wertverlust von rund 94 Prozent gegenüber dem Rekordhoch entsprechen.
Besonders kritisch sieht er die Situation um Michael Saylor. Strategy hält inzwischen über 700.000 Bitcoin und ist damit der größte institutionelle Halter. Finanziert wurde dieses massive Portfolio zunehmend durch Schulden. Schiff argumentiert, dass dieses Modell nur in einem Bullenmarkt funktioniert. Aktuell liegt das "Multiple to Net Asset Value" (MNAV) – also der Aufschlag der Aktie auf den reinen Bitcoin-Bestand – nur noch bei etwa 1,18. Fällt dieser Wert unter 1,0, könnten Aktionäre Druck ausüben, Bitcoin zu verkaufen, um Aktien zurückzukaufen.
Dies könnte eine Abwärtsspirale auslösen: Sinkende Bitcoin-Kurse führen zu Margin Calls oder Refinanzierungsproblemen bei Strategy, was wiederum Verkäufe erzwingt und den Kurs weiter drückt. Shortseller haben ihre Positionen gegen Strategy seit September bereits deutlich erhöht, was darauf hindeutet, dass institutionelle Leerverkäufer genau auf dieses Szenario wetten.
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Gegenargumente: Warum das Szenario unwahrscheinlich sein könnte
Trotz der logisch klingenden Warnung gibt es gewichtige Argumente gegen einen derart tiefen Fall. Zum einen hat sich Bitcoin als Anlageklasse seit den frühen Tagen, auf die sich Schiffs 10.000-Dollar-Support bezieht, massiv weiterentwickelt. Die Einführung von Spot-ETFs in den USA und die Akzeptanz durch institutionelle Investoren haben eine neue Marktstruktur geschaffen. Ein Rückfall auf das Preisniveau von 2020 scheint angesichts der heutigen weltweiten Adoption und der in Bitcoin gebundenen Kapitalmengen für viele Analysten unrealistisch.
Zudem liegen andere Expertenprognosen deutlich höher. Während Schiff den totalen Kollaps sieht, gehen Banken wie Standard Chartered zwar von Korrekturen aus, sehen den Boden aber eher im Bereich von 50.000 US-Dollar, bevor es wieder aufwärts geht. Auch Michael Saylor hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er Volatilität aussitzen kann.
Historisch gesehen war der Markt oft gut beraten, Schiffs Warnungen als Kaufsignal zu interpretieren – seine extremen "Crash-Calls" markierten häufig das Ende einer Korrekturphase und nicht deren Anfang.
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Was bedeutet das für Anleger?
Für Anleger ist die Situation ein zweischneidiges Schwert. Schiffs 10.000-Dollar-Szenario mag ein Extremfall ("Tail Risk") sein, doch die Abhängigkeit des Marktes von der Gesundheit einzelner Akteure wie Strategy ist real. Sollte die Marke von 55.000 bis 60.000 US-Dollar nachhaltig brechen, könnte sich die technische Lage tatsächlich eintrüben.
Investoren sollten das MNAV-Verhältnis von Strategy als Indikator im Auge behalten. Fällt die Aktie unter den Wert ihrer Bitcoin-Bestände, steigt das Risiko von Zwangsverkäufen. In der aktuellen Marktphase ist Risikomanagement wichtiger als Gier. Wer langfristig an den Wertspeicher Bitcoin glaubt, lässt sich von Schiffs Untergangsszenarien nicht panisch machen, hält aber Cash-Reserven bereit, falls der Markt doch noch eine Etage tiefer testet.
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