Krypto ETNs bei ING: Bank bietet regulierten Zugang für Privatanleger

Marc Wenzel
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Marc Wenzel
Krypto-Analyst & Marktstratege

Seit 13 Jahren ist er tief in der Kryptoszene verwurzelt und hat den Aufstieg von Bitcoin sowie DeFi von Anfang an begleitet. Mit Fokus auf wirtschaftliche Hintergründe analysiert er den Markt sachlich und kritisch. Er hilft dabei Risiken besser zu verstehen und Chancen klar einzuordnen.

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Krypto ETNs rücken bei ING Deutschland in den Fokus, nachdem die Bank Anfang Februar 2026 Privatanlegern in Deutschland erstmals den direkten Zugang zu kryptobasierten ETNs ermöglicht.

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Krypto ETNs bei ING: Bank bietet regulierten Zugang für Privatanleger

Das Wichtigste in Kürze:

  • ING Deutschland ermöglicht Privatanlegern erstmals den Handel mit Krypto ETNs über das bestehende Wertpapierdepot.
  • Die physisch hinterlegten Produkte erlauben Krypto-Exposure ohne Wallets oder Private Keys.
  • Trotz steuerlicher Vorteile warnt ING vor hoher Volatilität und Emittentenrisiken.

Einordnung: Warum ING jetzt auf Krypto setzt

Mit dem Schritt reagiert ING Deutschland auf eine wachsende Nachfrage nach regulierten und banknahen Krypto-Investments. Während direkte Token-Käufe für viele Privatanleger weiterhin komplex oder risikobehaftet wirken, gewinnen strukturierte Produkte an Bedeutung. Über das bestehende Wertpapierdepot können Bitcoin-, Ethereum- und Solana-Produkte gehandelt werden, was den regulierten Krypto-Zugang im Bankensektor weiter vorantreibt. Banken positionieren sich damit als Vermittler zwischen klassischem Wertpapiergeschäft und digitalen Assets.

Der Vorstoß kommt zudem in einer Phase, in der sich der Kryptomarkt institutionell weiter verfestigt. Trotz hoher Volatilität und eines schwankenden Marktumfelds Anfang 2026 bleibt das Interesse an Bitcoin, Ethereum und ausgewählten Altcoins hoch. ING adressiert diesen Bedarf gezielt mit Krypto ETNs, die sich nahtlos in bestehende Depotstrukturen integrieren lassen.

Krypto ETNs im ING-Depot: Das neue Angebot

ING Deutschland ermöglicht Privatanlegern den Handel mit kryptobasierten ETNs direkt über den hauseigenen Direkt-Depot-Service. Die Produkte bilden die Kursentwicklung einzelner Kryptowährungen ab, darunter Bitcoin, Ethereum und Solana, und werden an regulierten Börsen gehandelt. Für Kunden erfolgt der Zugang über die gewohnte Wertpapierplattform.

Bei den angebotenen Instrumenten handelt es sich um physisch hinterlegte Krypto ETNs, die von etablierten Emittenten wie 21Shares, Bitwise und VanEck aufgelegt werden. Die Bank fungiert dabei nicht als Emittent, sondern als Vertriebspartner. Damit integriert ING Krypto-Exposure in ein klassisches Brokerage-Modell, ohne selbst Token zu verwahren.


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Krypto ETNs bei ING: Physisch hinterlegt statt direkter Token-Besitz

Ein zentrales Merkmal der neuen Produkte ist die physische Hinterlegung. Das bedeutet, dass die Emittenten die jeweiligen Kryptowährungen tatsächlich halten, um die Wertentwicklung der ETNs abzusichern. Für Anleger entsteht damit ein indirektes Engagement, das dennoch eng an den Spotmarkt gekoppelt ist.

Im Gegensatz zum direkten Kauf von Bitcoin oder Ethereum entfällt jedoch die Verantwortung für Wallets, Private Keys oder eigene Verwahrungslösungen. Die Krypto ETNs werden wie klassische Wertpapiere im Depot geführt. Dieses Modell spricht vor allem Anleger an, die am Kryptomarkt partizipieren möchten, ohne sich mit technischer Infrastruktur zu befassen.

Niedrigere Einstiegshürden für Privatanleger

ING betont, dass das Angebot gezielt darauf ausgelegt ist, Reibungsverluste für Privatanleger zu reduzieren. Die Nutzung bestehender Bankinfrastruktur senkt operative Hürden und erleichtert den Zugang zu digitalen Vermögenswerten erheblich. Krypto ETNs lassen sich gemeinsam mit Aktien, Fonds oder Anleihen im Portfolio halten.

Zudem profitieren Anleger von etablierten Verwahrungs-, Reporting- und Abrechnungsstrukturen. Gerade für Nutzer, die bisher vor Direktinvestments in Kryptowährungen zurückschreckten, entsteht so ein niederschwelliger Zugang. Der Schritt fügt sich in einen europaweiten Trend ein, bei dem Banken regulierte Alternativen zum direkten Token-Besitz schaffen.


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Steuerliche Behandlung von Krypto ETNs in Deutschland

Ein weiterer relevanter Aspekt ist die steuerliche Einordnung. ING weist darauf hin, dass die angebotenen Produkte unter das deutsche Steuerrecht für Krypto-Investments fallen. Demnach können Kursgewinne steuerfrei sein, sofern die Positionen länger als ein Jahr gehalten werden.

Damit ähneln die Krypto ETNs in ihrer steuerlichen Behandlung dem direkten Besitz von Kryptowährungen. Für langfristig orientierte Anleger erhöht dies die Attraktivität des Angebots. Gleichzeitig bleibt die konkrete steuerliche Behandlung vom individuellen Fall abhängig, weshalb eine persönliche Beratung weiterhin sinnvoll ist.

Risiken von Krypto ETNs: Volatilität, Emittenten- und Marktrisiken

Trotz der vereinfachten Struktur weist ING ausdrücklich auf die Risiken hin. Kryptowährungen gelten als hochvolatile und spekulative Assets, deren Preise stark von Marktpsychologie und externen Faktoren beeinflusst werden. Entsprechend können auch Krypto ETNs erheblichen Kursschwankungen unterliegen.

Hinzu kommt das Emittentenrisiko: Im Falle einer Insolvenz des Herausgebers kann es zu Verlusten bis hin zum Totalverlust kommen. Weitere Risiken ergeben sich aus möglicher Marktmanipulation, begrenzter Liquidität einzelner Produkte sowie regulatorischer Unsicherheit. ING positioniert die Instrumente daher klar als risikobehaftete Anlageform.


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Strategischer Kontext: ING und digitale Assets

Der Einstieg in Krypto ETNs für Privatanleger ist Teil einer schrittweisen Annäherung von ING an digitale Vermögenswerte. Die niederländische Bankengruppe beschäftigt sich bereits seit mehreren Jahren mit Blockchain-Anwendungen und digitalen Finanzdienstleistungen in Europa.

Parallel beteiligt sich ING an einem Bankenkonsortium, das die Einführung einer eurogedeckten Stablecoin unter dem europäischen MiCA-Regulierungsrahmen prüft. Auch wenn dieses Projekt noch in einem frühen Stadium ist, zeigt es, dass ING digitale Assets nicht als kurzfristigen Trend betrachtet, sondern als strategisches Zukunftsfeld.

Ausblick: Banken als Brücke in den Kryptomarkt

Mit dem neuen Angebot reiht sich ING in eine wachsende Zahl europäischer Banken ein, die regulierte Wege in den Kryptomarkt eröffnen. Krypto ETNs fungieren dabei als Brücke zwischen traditionellem Wertpapiergeschäft und digitalen Assets, ohne den direkten Token-Besitz vorauszusetzen.

Vor dem Hintergrund von MiCA und zunehmender Regulierung dürfte dieser Ansatz weiter an Bedeutung gewinnen. Für Privatanleger entsteht ein kontrollierter Zugang zu Kryptowährungen, während Banken ihre Rolle als zentrale Schnittstelle im Finanzsystem behaupten. Der Schritt von ING könnte damit Signalwirkung für weitere Institute haben.


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Seit 13 Jahren ist er tief in der Kryptoszene verwurzelt und hat den Aufstieg von Bitcoin sowie DeFi von Anfang an begleitet. Mit Fokus auf wirtschaftliche Hintergründe analysiert er den Markt sachlich und kritisch. Er hilft dabei Risiken besser zu verstehen und Chancen klar einzuordnen.