Fidschi bleibt hart: Krypto-Verbot als Sicherheitsmaßnahme bestätigt
Fidschi zieht erneut die Reißleine in Sachen Kryptowährungen. Die nationale Taskforce zur Bekämpfung von Geldwäsche (NAML) hat klargestellt, dass Dienstleister rund um digitale Vermögenswerte weiterhin keinen Platz im Inselstaat haben. Das Verbot betrifft neben dem Handel und der Verwahrung auch sämtliche Marketing- und Beratungsleistungen im Zusammenhang mit Kryptowährungen wie Bitcoin, NFTs oder Stablecoins.
Begründet wird der Schritt mit ernsthaften Bedenken bezüglich Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und unkontrollierten Kapitalbewegungen. Die anonyme Natur vieler Blockchain-Anwendungen sowie die fehlende zentrale Aufsicht machten es Kriminellen laut NAML besonders leicht, digitale Systeme für illegale Zwecke zu missbrauchen. Fidschis Behörden warnen darüber hinaus vor der Nutzung solcher Technologien zur Umgehung internationaler Sanktionen oder sogar zur Finanzierung von Waffenprogrammen.
Zentralbank sieht regulatorische Lücken
Bereits im August hatte die Zentralbank des Landes ihre Position per Gesetzesänderung im „Reserve Bank of Fiji Act“ gestärkt und das Verbot offiziell in Kraft gesetzt. Seitdem sind alle Formen des Zugangs zu virtuellen Vermögenswerten illegal. Selbst Zahlungen über lokale Kredit- oder Debitkarten für den Erwerb digitaler Tokens sind untersagt. Bei Verstößen drohen empfindliche Sanktionen: Geldstrafen von bis zu 1 Million US-Dollar oder bis zu 14 Jahre Haft.
Hintergrund der harten Linie ist laut den Behörden ein Mangel an geeigneten regulatorischen und technologischen Kontrollmechanismen. In der aktuellen Lage sei es nicht möglich, verdächtige Transaktionen zeitnah zu identifizieren, mit der Flut an neuen Kryptowährungen mitzuhalten oder Missbrauch wirksam zu unterbinden. Der Ausschluss von Krypto-Dienstleistern sei daher eine Schutzmaßnahme sowohl für das Finanzsystem als auch für die Bevölkerung Fidschis.
Keine endgültige Entscheidung aber klare Bedingungen
Trotz der strengen Regelung signalisiert der Rat zur Bekämpfung von Geldwäsche, dass das Verbot kein dauerhafter Zustand sein muss. Sollte sich der internationale Regulierungsrahmen weiterentwickeln und Fidschi selbst technische und rechtliche Standards implementieren können, könne das Verbot neu bewertet werden. Bis dahin sieht man sich aber nicht in der Lage, mit dem Wachstum der Branche Schritt zu halten, ohne schwer kalkulierbare Risiken einzugehen.
Die Vorsitzende der Taskforce, Selina Kuruleca, betonte, dass es nicht um pauschale Ablehnung von Innovation gehe, sondern um Verantwortung. Eine sichere und transparente Finanzinfrastruktur sei derzeit ohne massive Investitionen in Überwachung und Durchsetzung nicht zu gewährleisten. Ziel sei es, legale Investitionen zu fördern und gleichzeitig den Raum für Betrug und Missbrauch einzudämmen.
Globaler Kontext: Kleinstaaten unter Druck
Fidschis restriktive Haltung ist kein Einzelfall. Auch andere Inselstaaten und kleinere Volkswirtschaften sehen sich angesichts begrenzter Kontrollmechanismen zunehmend gezwungen, digitale Finanzinnovationen auszubremsen. Der internationale Druck, mit der schnellen Entwicklung Schritt zu halten, trifft dabei auf strukturelle Defizite und personelle Engpässe im Finanzsektor.
Insofern ist Fidschis Vorgehen auch ein Signal an multilaterale Institutionen wie IWF oder FATF. Ohne Unterstützung von außen bleibt vielen Ländern nur die Option des Verbots.