Donald Trump setzt auf Bitcoin – doch der riskante Milliarden-Einstieg gerät ins Wanken
Donald Trump, einst ein lautstarker Kritiker von Kryptowährungen, ist im Sommer 2025 zu einem der größten Bitcoin-Investoren der Welt geworden. Seine Medienfirma, Trump Media & Technology Group (TMTG), investierte rund 2 Milliarden US-Dollar in Bitcoin – eine Wette, die nun zum Problem zu werden scheint. Denn während der Bitcoin-Kurs zunächst neue Höhen erklomm, hat sich der Markt inzwischen deutlich abgekühlt.
- Bitcoin
(BTC) - Preis
$64,320.00
- Marktkapitalisierung
$1.29 T
Die Idee, mit Bitcoin die angeschlagene Finanzlage seines Social-Media-Unternehmens zu stabilisieren, schien anfangs verlockend. Doch der Zeitpunkt des Einstiegs hätte kaum ungünstiger sein können. Seit dem Kauf ist der Bitcoin-Kurs um etwa zwölf Prozent gefallen – und die TMTG-Bilanzen stehen nun unter Druck.
Vom Krypto-Skeptiker zum Bitcoin-Bullen
Trump war nie als Freund digitaler Währungen bekannt. Bereits 2019 schrieb er auf X (damals Twitter): „Ich bin kein Fan von Bitcoin und anderen Kryptowährungen, deren Wert sehr volatil und auf ‚dünner Luft‘ basiert.“ Nur fünf Jahre später hat sich seine Haltung radikal geändert.
Mit dem wachsenden Einfluss der Krypto-Lobby im Wahlkampf 2024 positionierte sich Trump plötzlich als „Chief Crypto Advocate“. Bei einem Auftritt in Nashville bezeichnete er Krypto-Unternehmer gar als „moderne Edisons, Wright Brothers und Henry Fords“. Kurz darauf verkündete sein ältester Sohn Donald Trump Jr. auf einer Bitcoin-Konferenz in Las Vegas stolz: „Wir sind jetzt sehr stark in Krypto investiert – das ist ein zentraler Teil von allem, was wir tun.“
Damals war der Bitcoin-Kurs innerhalb eines Jahres um 57 % gestiegen, und die Trumps erwarteten einen weiteren Anstieg von bis zu 60 %. Doch anstatt weiter zu klettern, gab der Markt nach.
Teurer Einstieg – und sinkender Kurs
Zwischen dem 1. und 21. Juli 2025 kaufte Trump Media seine Bitcoin-Bestände – zu einem Preis von rund 115.000 US-Dollar pro Coin. Zunächst schien die Entscheidung goldrichtig: Der Kurs stabilisierte sich, und die Investition wirkte auf den ersten Blick solide. Doch in den folgenden Wochen verlor Bitcoin 17 % seines Werts.
Damit schrumpfte das 2-Milliarden-Dollar-Investment auf etwa 1,7 Milliarden US-Dollar. Für Trump persönlich bedeutete das einen Rückgang seines Vermögens um rund 490 Millionen US-Dollar – eine empfindliche Einbuße, die zusätzlich durch fallende Aktienkurse seiner Firma verschärft wurde.
Die Trump Media-Aktie, die zuvor bei Meme-Investoren populär war, verlor nach Bekanntgabe der Bitcoin-Käufe 19 % innerhalb von drei Tagen und weitere 24 % in den folgenden Wochen. Das Unternehmen hatte zudem fast 1 Milliarde US-Dollar Schulden aufgenommen, um die Krypto-Investition zu finanzieren – ein hoher Hebel, der sich bei Kursverlusten nun negativ auswirkt.
Trumps Medienimperium unter Druck
Das Investment in Bitcoin sollte offenbar den schwächelnden Social-Media-Dienst Truth Social stützen. Doch die Plattform konnte nie mit Konkurrenten wie X (ehemals Twitter) mithalten. Seit Elon Musks Übernahme von Twitter hat sich der Markt für alternative Netzwerke weiter fragmentiert, und die Nutzerzahlen von Truth Social stagnieren.
Nach dem Kursrutsch verteidigte das Unternehmen seine Strategie. In einer Stellungnahme erklärte ein Sprecher von Trump Media:
„Nur ein Fake-News-Medium wie Forbes könnte behaupten, dass unsere Bitcoin-Strategie gescheitert sei, obwohl wir unser Vermögen seit dem Börsengang von 274 Millionen auf über 3 Milliarden Dollar gesteigert haben.“
Zwar stimmt es, dass die Bilanzsumme gewachsen ist – doch wie Analysten betonen, bedeutet das bloße Kaufen von Vermögenswerten noch keinen realen Wertzuwachs. Entscheidend ist, ob diese Investitionen langfristig Gewinn abwerfen. Und derzeit scheint das Gegenteil der Fall zu sein: Der Markt bewertet Trump Media heute mit etwa einem Drittel des früheren Wertes.
Bitcoin bleibt volatil – Hoffnung auf Erholung?
Trotz der aktuellen Verluste könnte sich die Lage für Trump Media wieder bessern, sollte sich der Bitcoin-Preis erholen. Die langfristige Bitcoin Kursentwicklung zeigt, dass nach jeder großen Korrektur bisher neue Allzeithochs folgten. Sollte dies erneut eintreten, könnte auch Trumps Krypto-Wette noch aufgehen.
Allerdings ist Bitcoin traditionell stark von makroökonomischen Faktoren abhängig – darunter Zinsentscheidungen, regulatorische Entwicklungen und die Stimmung an den globalen Finanzmärkten. Für Anleger, die sich breiter aufstellen möchten, kann ein Blick auf andere beste Kryptowährungen lohnend sein.
Der Fall Trump Media zeigt jedoch deutlich, dass selbst milliardenschwere Investments nicht immun gegen die Schwankungen des Kryptomarktes sind. Was als mutige Bitcoin-Offensive begann, droht nun zu einem teuren Lehrstück über Timing, Risiko und Marktpsychologie zu werden.