Dogecoin vor dem Durchbruch? Elon Musk will X zur Finanzplattform machen
Dogecoin, die einst als Scherz gestartete Kryptowährung, könnte bald ihren wohl größten Moment erleben. Denn Elon Musk – bekennender Dogecoin-Fan und Eigentümer der Plattform X (ehemals Twitter) – treibt seine Vision einer „Alles-App“ weiter voran. In einem Interview mit der Financial Times bestätigte X-CEO Linda Yaccarino, dass Nutzer „bald Investitionen und Handel direkt auf der Plattform durchführen“ können – ohne diese jemals verlassen zu müssen. Der nächste Schritt: ein eigenes digitales Wallet namens X Money.
X Money: Visa-Partnerschaft, Kryptohandel und Dogecoin im Fokus
Die geplante Finanzfunktion soll noch in diesem Jahr in den USA starten. Die Kooperation mit Visa soll es Nutzern ermöglichen, Peer-to-Peer-Zahlungen durchzuführen, im E-Commerce zu bezahlen – und vor allem: Aktien, ETFs und Kryptowährungen direkt in der App zu handeln.
Yaccarino sieht das als logische Weiterentwicklung der Plattform: „X wird der Ort, an dem man sein gesamtes finanzielles Leben abwickeln kann.“ Neben dem Wallet plant das Team laut eigenen Aussagen auch eine X-Debitkarte oder Kreditkarte, die eventuell noch vor Jahresende erscheint.
X hat bereits Geldtransferlizenzen in 41 US-Bundesstaaten sowie in Washington, D.C. erhalten. Ein wichtiger Markt fehlt allerdings noch: New York. Dort zögern die Behörden, weil noch Fragen zum Verbraucherschutz offen sind.
Für viele Beobachter ist klar: Die entscheidende Frage lautet nicht ob, sondern wann Dogecoin in X Money integriert wird.
Dogecoin und Elon Musk: Eine besondere Beziehung
Für die Kryptoszene ist das eigentliche Highlight die offensichtliche Verbindung zwischen der neuen Handelsplattform und Dogecoin – denn niemand hat den „Meme-Coin“ so oft befeuert wie Elon Musk. Bereits 2019 machte er öffentlich Witze über DOGE. 2021 nannte er sich in einer Saturday Night Live-Show den „Dogefather“. Kurz darauf konnten Tesla-Kunden Merchandise mit Dogecoin bezahlen.
Ein einfaches „D.O.G.E.“ von Musk bei einem Town-Hall-Event im Oktober 2024 ließ den Dogecoin-Kurs innerhalb von Minuten um 15 % steigen. Diese Loyalität hat Dogecoin zur wohl bekanntesten „Internet-Währung“ gemacht.
Seit seiner Ernennung zum Berater im „Department of Government Efficiency (DOGE)“ unter Präsident Trump im Januar 2025 hatte Musk sich jedoch merklich zurückgehalten. Nach seinem Rücktritt im Mai – offiziell wegen Meinungsverschiedenheiten zur Haushaltsplanung – hat er sich bislang nicht mehr öffentlich zu Dogecoin geäußert.
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Bedeutung für Dogecoin und den Kryptomarkt
Auch ohne neue Aussagen von Musk scheint die technische Infrastruktur für Dogecoin auf X bereits vorhanden zu sein. Seit 2023 können User etwa über den Partner eToro per Klick auf ein Cashtag wie $DOGE direkt zur Handelsoberfläche gelangen. Das neue Wallet dürfte diesen Prozess vereinfachen und vollständig in X integrieren – eine massive Erleichterung für Dogecoin-Anhänger.
Für X selbst ist das nicht nur eine strategische Erweiterung, sondern auch ein wirtschaftlicher Rettungsanker. Die Werbeeinnahmen des Unternehmens sind laut Berichten rund ein Drittel niedriger als vor der Twitter-Übernahme durch Musk. Zwar betont Yaccarino, dass „96 % der ehemaligen Werbepartner zurückgekehrt“ seien, doch die erwarteten 2,3 Milliarden US-Dollar Umsatz für 2025 liegen noch deutlich unter den 4,1 Milliarden aus dem Jahr 2022.
Die Hoffnung: Wenn Musk Dogecoin über X Money erneut in den Fokus rückt, könnten Nutzerzahlen, Handelsvolumen – und auch Werbeeinnahmen – kräftig steigen. DOGE wäre damit nicht mehr nur ein Meme, sondern ein zentraler Bestandteil der nächsten Generation digitaler Finanzplattformen.
Ob Musk seinen Meme-Zauber erneut entfesselt, ist unklar. Doch die Grundlagen sind geschaffen: ein Wallet mit Visa-Integration, Lizenzen in fast allen US-Staaten, eine Handelsfunktion für Krypto – und ein Milliardär, der Dogecoin wie kaum ein anderer geprägt hat.